Soziale Netzwerke: Facebook - das zweite Internet

Soziale Netzwerke: Facebook - das zweite Internet

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Facebook-Auftritt von Harley-Davidson

von Jochen Mai und Daniel Rettig

Freunde treffen, e-mailen, einkaufen, spielen, informieren - Facebook bildet längst so etwas wie ein Parallel-Web. Nun drängen auch immer mehr Unternehmen in das Netzwerk, um Produkte zu verkaufen oder neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Mit wachsendem Erfolg.

YouTube, Twitter, Xing, StudiVZ – all diese sogenannten Social-Media-Seiten erreichen inzwischen zusammengenommen fast ein Sechstel aller Erdenbürger. Doch ein Netzwerk überragt sie inzwischen alle: Facebook.

Über 500 Millionen Mitglieder verzeichnet der virtuelle Freundeskreis weltweit, jeden Tag kommen fast 700.000 weitere dazu. Oder anders ausgedrückt: Die Hälfte aller Internet-Nutzer des Planeten hat dort bereits ein persönliches Profil. Wäre Facebook ein Land, käme es - gemessen an seiner Bevölkerung - bereits auf Platz drei. Hinter China und Indien.

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War das Netzwerk bisher eher bekannt als Weltzentrale der Trivialitäten und peinlicher Saufbilder, so ist es mittlerweile der Seismograf gleich mehrerer Generationen. Hier zeigt sich, was die Menschen interessiert, welche Musik sie am liebsten hören, welche Autos sie begehren, welche Bücher sie lesen, welche Internet-Seiten sie regelmäßig besuchen, ja sogar wann sie arbeiten und wann sie mit ihren Partnern Schluss machen (meistens montags und kurz vor Weihnachten).

250 Millionen Nutzer täglich

Facebook-Seite von Victoria's Secret Quelle: Getty Images

Facebook-Seite von Victoria's Secret

Bild: Getty Images

Schon lange können die Nutzer auf Facebook nicht mehr nur miteinander chatten, e-mailen, spielen, Erlebnisse und Empfehlungen austauschen: Als einziges Netzwerk hat sich die Seite zu einer Art Internet im Internet entwickelt – mit enormer Gravitation, die alle und alles anzieht.

Etwa 250 Millionen Menschen klicken sich durch Facebook. Jeden Tag. Logisch, dass sich von dem Kuchen auch immer mehr Unternehmen eine dicke Ecke abschneiden wollen. Galt eine Facebook-Präsenz vor ein paar Monaten noch als Spielerei weniger Pionier-Firmen, gehört sie heute fast schon zum Pflichtprogramm. So gaben rund 76 Prozent der Unternehmen bei einer Umfrage der Personalberatung Hewitt Associates an, dass ihre Ausgaben in Sachen Social Media 2011 kräftig steigen sollen.

Der Wäscheproduzent Victoria’s Secret, berühmt für aufreizende Dessous, präsentiert indes die aktuelle Herbstkollektion auf Facebook und lädt zu Videochats mit Topmodels ein. Und Harley-Davidson zeigt auf seiner Seite nicht nur die neuesten Motorräder, sondern informiert gleich noch über passende Finanzierungsoptionen im eingebauten „Cost Calculator“.

Das Hauptziel: Facebook

Die digitale Geselligkeit kostet wenig. Dafür aber können die Hersteller anschließend mit ihren Kunden in kaum gekanntem Maß offen kommunizieren, Produkte präsentieren und testen, ja sogar nach neuen Fachkräften fischen. Und alle Beteiligten haben die ganze Zeit über das Gefühl, unter guten Freunden zu bleiben. Oder eben Fans – wie die Mitglieder der dazugehörigen Fanpages genannt werden.

Das lohnt sich. So hat die kanadische Marketingfirma Syncapse ausgerechnet, dass jeder Anhänger im Schnitt 60 Euro pro Jahr mehr für Produkte ausgibt, deren Fan er ist, als ein gewöhnlicher Nutzer. Die US-Beratung Vitrue glaubt sogar, den Wert eines Sympathisanten exakt beziffern zu können: 3,60 Dollar.

Es gibt kaum etwas, was es nicht gibt auf diesen Fanpages. Der Versandhändler Otto zum Beispiel integrierte dort ein Tool namens „Trendberater“. Fans können damit redaktionell ausgewählte Artikel (aktuell: Strickjacken) auf virtuellen Models kombinieren, das Ergebnis als „Trendtipp“ an Freunde versenden oder die Produkte gleich aus Facebook heraus bestellen.

An der "Packstation" teilt wiederum die Deutsche Post mit, bei welchen Partnern die Fans gerade Rabatte oder Sonderangebote bekommen können – Gutschein-Codes inklusive.

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