_

Soziale Netzwerke: Immer mehr Unternehmen zeigen Präsenz bei Facebook & Co.

von Konrad Fischer

Multimedial, vernetzt, interaktiv: Immer mehr Arbeitgeber betreiben Imagepflege via Facebook, Twitter & Co. Die Tendenz ist weiter steigend.

Facebook: Immer mehr Unternehmen versuchen betreiben Imagepflege im Web 2.0 Quelle: dpa
Facebook: Immer mehr Unternehmen versuchen betreiben Imagepflege im Web 2.0 Quelle: dpa

Multimedial, vernetzt, interaktiv – mit viel Tamtam versuchen die Unternehmen derzeit über soziale Netzwerke und Mikrobloggingdienste ihren Ruf als Arbeitgeber aufzupolieren. Nach langer Skepsis gegenüber den modernen Medien entdecken die Personaler nun zunehmend das Internet für sich als Mittel zum Zweck: Hauptsächlich geht es ihnen dabei darum, die Bekanntheit als Arbeitgeber zu steigern (59 Prozent), Mitarbeiter als Botschafter einzusetzen (54 Prozent), ein glaubwürdiges Image aufzubauen, auch Employer Branding genannt (39 Prozent), sowie die Personalauswahl zu verbessern (34 Prozent), so eine Studie des Instituts für Organisationskommunikation, kurz Ifok.

Anzeige

Seitdem boomen die Fanseiten von Unternehmen und Videoclips. Allein auf der Videoplattform JobTV24 haben fast 600 Unternehmen Videos hochgeladen, um Bewerber anzulocken. Hatten Ende 2008 gerade einmal fünf der 30 Dax-Konzerne eine an Bewerber gerichtete Fanseite bei Facebook, so sind es inzwischen schon 17.

Dax-Unternehmen folgen dem Trend

Noch im April gab es erst drei Karriere-Mikroblogs – kurz Tweets – von Dax-Konzernen bei Twitter, im Oktober waren es bereits 16. Laut einer Erhebung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft sind mittlerweile 52 Prozent der deutschen Unternehmen in sozialen Medien zumindest präsent. Tendenz: stark steigend. So rechnen fast 70 Prozent der Personaler für das Jahr 2012 mit einer überragenden Bedeutung der sozialen Medien in der Konzernkommunikation.

Gesinnungswandel ist reiner Pragmatismus

Das verwundert ein wenig, denn bisher überwogen bei der Personalakquise die Bedenken. Im Netz würden ausschließlich die kritischen Geister zu Wort kommen, und mit der Datensicherheit sei es auch nicht weit her, so die gängigen Klischees. Der Gesinnungswandel ist nun vor allem Ausdruck von reinem Pragmatismus. Schließlich hat Facebook allein in Deutschland über 5,6 Millionen Nutzer, der Mikrobloggingdienst Twitter kommt auf knapp zwei Millionen und die VZ-Gruppe um ihre Kernmarke StudiVZ auf fast 15 Millionen Profilseiten. Wenn Studenten und Berufseinsteiger also überwiegend im Netz kommunizieren, bleibt Unternehmen kaum etwas anderes übrig, als dort auf sie zuzugehen.

Dabei beschreiten die Recruiting- und Personalmarketingabteilungen in der Regel zwei Wege: Entweder die neuen Medien werden lediglich dazu eingesetzt, um klassische Marketingbotschaften über moderne Kanäle zu versenden – oder die Kommunikation wird tatsächlich personalisiert. Wobei bei Experten kaum Zweifel darüber besteht, dass allein der zweite Weg erfolgreich ist. "Es genügt nicht, alten Wein in neue Schläuche zu füllen", moniert etwa Reiner Kriegler, Chef der Deutschen Employer Branding Akademie aus Berlin. Um im modernen Mitmachweb zu punkten, sei ein personalisierter Auftritt unverzichtbar. Schließlich kommunizieren dort Menschen – "nicht Apparate".

Mehr zum Thema lesen Sie am Montag in der neuen Ausgabe der WirtschaftsWoche, 49/2009

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.12.2010, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: E-Bizz

    was haltet ihr davon? http://www.facebook.com/home.php?react=1292494232%3A4a1b29126336e151c2d892f478ad7298#!/pages/Soneto-Social-Network-Optimierung/151483441565918

  • 30.11.2009, 11:13 UhrAnonymer Benutzer: Johannes Lenz

    Die zunehmende Präsenz der Unternehmen ist von Vorteil. Für die Unternehmen selbst, weil sie auf Facebbok, Twitter & Co. näher an ihrer (künftigen) Zielgruppe ist. Dort kann sie sich noch stärker darauf konzentrieren, Employer of Choice zu werden, in dem das image entsprechend präsentiert wird. Allerdings: Eine reine Präsenz ohne präsent zu sein, sprich sich regelmäßig in einen authentischen Dialog zu begeben, bring nichts.

    Das heißt, wer seine Mitarbeiter als brand Ambassador auf den Weg schickt, muß es diesen auch ermöglichen, überhaupt auf die Netzwerke zugreifen zu können, muß einen Online-Kommunikationsstrategie verfolgen, die es den Mitarbeitern ermöglicht, für jeden offensichtlich als botschafter der Marke unterwegs zu sein (mit statements, interesse an Dialog, persönlichem Einsatz, möglichen Fehlern etc.)

    Schließlich sind es gerade diese Netzwerke, die verbraucherseitig zu einer Stärkung führen, unternehmensseitig die althergebrachte Kommunikationsspolitik auf den Kopf stellt.

    Unternehmen, die sich diesen neuen Kommuniktationswegen verschließen, die keine Präsenz in den Netzwerken besitzen, die restriktiv ggü. ihren Mtiarbeitern und deren Nutzung von Social Media Networks vorgehen, werden auch nicht mitbekommen, was über sie im "Netz" gesprochen wird.

    Social Media Monitoring ist für eine brand u.U. überlebensnotwendig sowie der Umgang mit Kritik. Sofort den Anwalt loszulassen, führt in den meisten Fällen zu einer Pr, die man sich nich hat vorstellen können. Krisen PR wird dann auch nicht mehr viel unternehmen können...

    Social Media ist mehr als ein Trend, es ist auch eine Einstellung ggü. Anderen, ihnen mit Neugierde, Wissen und inhalten zu begegnen und für sich zu interessieren.

  • 28.11.2009, 11:01 UhrAnonymer Benutzer: Thomas Schulze

    Sind wir doch froh, dass wir einige dazu bewegen konnten :-)
    Fakt ist, dass rein aus Marketing Gruenden eine Präsenz erwünscht ist, und von den bewerbern auch honoriert wird. Wir twittern schon über zwei Jahre unter @Spirofrog und der Kanal ist excellent, einfach und schnell!

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Die Geldklammer - Gastbeitrag von Frank Dopheide zur Serie "Aussterbende Insignien der Macht"
Die Geldklammer - Gastbeitrag von Frank Dopheide zur Serie "Aussterbende Insignien der Macht"

Teil 8 – Die silberne Geldklammer. Geld regiert die Welt, das war so und das bleibt so. Nur das Geld verändert seine...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.