Soziale Netzwerke: Wie Unternehmen auf Facebook & Co. um Kunden buhlen

Soziale Netzwerke: Wie Unternehmen auf Facebook & Co. um Kunden buhlen

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Soziale Netzwerke sind kein

von Michael Kroker

Immer mehr Unternehmen werben auf Facebook, Twitter oder YouTube um Fans und Kunden - mit wechselhaftem Erfolg.

Der offene Brief, den Nicola Lange am Abend des 21. April formuliert, ist voller Verständnis: „Wir wissen alle, wie frustrierend es sein kann, persönliche Dinge zu verlieren, vor allem, wenn es sich um so besondere handelt“, schreibt die US-Marketing-Direktorin der Lufthansa. Der Adressat ihres Schreibens: Apple-Mitarbeiter Gray Powell. Der 27-jährige Softwareingenieur hatte wenige Tage zuvor einen Prototyp des nächsten iPhones in einer Bar in Kalifornien angeblich liegenlassen und damit weltweit für Schlagzeilen gesorgt. „Wir dachten, Sie könnten bald eine Pause brauchen“, schreibt Lange mit einem Augenzwinkern, „deshalb würden wir Ihnen gern einen Businessclass-Flug nach München anbieten.“ Dort könne Powell, der via Facebook zugegeben hatte, unterschätzt zu haben, „wie gut deutsches Bier ist“, die neue „Bavarian Beer Garden Business Lounge“ der Lufthansa testen.

„Kontaktieren Sie mein Team über Twitter“, bittet Lange am Schluss ihres kurzen Schreibens und gibt den dort installierten Account ihres Arbeitgebers an. Über diese Plattform schickt Lange den Brief auch um die Welt – schon wenige Stunden später haben Tausende Mitglieder der Twitter-Gemeinde zwischen New York und Sydney, Berlin und Tokio die ungewöhnliche Einladung weiterverbreitet und kommentiert – bis heute mehr als 110 000 Mal. „Es lag auf der Hand, dieses internetaffine Thema über Twitter zu platzieren“, sagt Lufthansa-Managerin Lange. „Ein idealer Kanal, um Nachrichten schnell zu verbreiten und kommentieren zu lassen.“

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Glaubwürdigkeit unter den Verbrauchern

So wie Lufthansa denken heute viele Unternehmen: Ob für PR- oder Marketingzwecke, zur Kundenbindung oder Personalsuche – die Zahl der Unternehmen, die das vielfältige Potenzial von Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook oder YouTube nutzen, steigt täglich. Sie präsentieren sich auf den virtuellen Plattformen, beobachten Äußerungen, die über ihre Produkte und Marken im Netz kursieren, diskutieren mit, suchen nach den neuesten Trends oder neuen Mitarbeitern.

Reifenhersteller Continental etwa wirbt mit einem WM-Gewinnspiel auf Face-book, Online-Händler Amazon lässt sein elektronisches Bücherlesegerät Kindle künftig mit sozialen Netzwerken kommunizieren – Leser können Textpassagen via Facebook und Twitter an Freunde weiterleiten. McDonald’s hat jüngst einen eigenen „Beauftragten für Social Media“ ernannt, Ford will zum Verkaufsstart des Fiesta-Modells 2011 in den USA stark auf Plattformen wie YouTube, Facebook, Twitter oder Hulu setzen. „Ich kann natürlich eine Story in 15 Sekunden im TV erzählen, aber ich möchte, dass die Verbraucher das tun“, sagt Ford-Marketing-Vorstand Jim Farley. „Das ist die Lehre des digitalen Zeitalters: So schafft man Glaubwürdigkeit unter den Verbrauchern.“

Werbung mit Rezepten

Die hat Bonbon-Hersteller Skittles schon gewonnen: Wer die Skittles-Website aufruft, findet dort viele von Nutzern generierte Inhalte und Verweise auf soziale Netzwerke. Mehr als fünf Millionen Fans der Fruchtbonbons tummeln sich allein auf Facebook – dort gehört die Mars-Tochter zu den weltweit beliebtesten Marken.

Auch die Brotmarke Golden Toast, die bislang nur im TV, in Zeitungen und Zeitschriften für ihre Produkte warb, tauscht sich erstmals über eine Social-Media-Kampagne mit Verbrauchern aus: Unter „Du und Dein Golden Toast“ kann man Rezepte rund um die Weißbrotschnitten einstellen – Besucher sollen sie bewerten und via Facebook und Twitter weiterleiten.

„Jedes Unternehmen“, sagt Pete Blackshaw, Executive Vice President der Online-Sparte des US-Marktforschungsriesen Nielsen, „denkt derzeit darüber nach, wie man Social Media in die eigene Unternehmensstrategie einbinden kann.“

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