Spießige Deutsche?: Wie wir im Ausland wahrgenommen werden

Spießige Deutsche?: Wie wir im Ausland wahrgenommen werden

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Die Deutschen machen sich locker.

Fleißig, pünktlich, humorlos und immer in der Lederhose? Der deutsche Charakter wandelt sich. Das sehen zumindest Menschen aus anderen Nationen so. Demnach sind Deutsche Pseudo-Pazifisten mit subtilem Humor.

Deutschland wird lockerer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), für die Menschen aus 26 Staaten zu ihrem Bild von Deutschland befragt worden waren. Dem früher oft gehörten Stereotyp des humorlosen Deutschen werde zunehmend das Bild eines „subtilen deutschen Humors“ entgegengesetzt, heißt es in der Studie. Hie und da sei gar eine „neue Lockerheit“ zu entdecken, die in einer GIZ-Studie drei Jahre zuvor höchstens mit Berlin in Verbindung gebracht worden war.

Die deutsche Wettbewerbsfähigkeit werde zwar nach wie vor bewundert, stellen die Autoren der Studie fest. Die hiesige Innovationsfähigkeit gelte aber nicht als optimal. Gründe dafür seien eine übertriebene Angst vor dem Scheitern, aufwendige Prozesse der Konsensfindung und Überreglementierung.

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Einen Riss hat das Bild vom leistungsfähigen Deutschland auch durch die Probleme bei einigen Großstadt-Projekten bekommen. „Über gewisse Großprojekte - wie den Berliner Flughafen oder die Elbphilharmonie - macht man sich selbst im Ausland lustig. Man fragt sich: Wie schaffen die es bloß, einen solchen Mist zu machen?“, wird ein Norweger zitiert.

Was aus Sicht vieler ausländischer Befragten nicht zusammenpasse, sei der „vermeintliche deutsche Pazifismus und zeitgleich Deutschlands weltweite Waffenlieferungen“. Die Meinung, Deutschland pflege hier ein Doppelmoral, wurde mehrfach geäußert. Noch größeres Unverständnis ernten die Deutschen für ihre Entscheidung, aus der Atomenergie auszusteigen. Die Energiewende sei „von der Idee her revolutionär, in der Umsetzung aber nicht“. In Sachen Umwelt- und Energiepolitik wolle man von Deutschland lernen, allerdings ohne im Schulmeisterton belehrt zu werden.

Hinter dem häufig geäußerten Wunsch, die Bundesrepublik möge eine ihrer Größe und Wirtschaftskraft angemessenere außenpolitische Rolle spielen, steckt laut Studie häufig der Wunsch, Deutschland solle ein „Gegengewicht zum Hegemon USA“ bilden. Dieser Rolle werde Deutschland oft nicht gerecht, hieß es.

Alle europäischen Länder schauten zwar in unsicheren Zeiten auf das, was Bundeskanzlerin Angela Merkel mache. In Berlin werde dies aber nicht immer richtig wahrgenommen. Die GIZ-Studie zitiert dazu einen typischen Satz: „Da haben sie alles auf dem Teller, aber sie essen es nicht.“

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