Startups: Software-Gründer wollen von der Krise profitieren - Seite 3

Startups: Software-Gründer wollen von der Krise profitieren

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Maximilian Ahrend (links) und Behrend Freese haben Überkapazitäten den Kampf angesagt: Über ihre Internet-Plattform Zimory können Unternehmen Serverkapazitäten mieten oder selber vermieten Quelle: Franziska Krug
Maximilian Ahrend (links) und Behrend Freese haben Überkapazitäten den Kampf angesagt: Über ihre Internet-Plattform Zimory können Unternehmen Serverkapazitäten mieten oder selber vermieten Quelle: Franziska Krug

Positiver Nebeneffekt vieler Angebote im Netz: Weil die Entwickler oftmals einheitliche Programmierstandards nutzen, sind viele der Dienste miteinander kompatibel. So lassen sich selbst komplexere Geschäftsprozesse im Internet abbilden.

Die Yolk-Gründer etwa kooperieren mit Steve Mattuschka und Simon Stücher aus Herdorf im Westerwald. Mit ihrem Dienst Billomat können Freiberufler von jedem beliebigen Ort aus Rechnungen und Aufträge schreiben, diese über ein Briefzentrum oder elektronisch verschicken sowie Zahlungseingänge verwalten. Und sie können ihre mit Mite erfassten Zeiten als Posten in die Rechnungen übertragen.

Dank der Flexibilität ist die neuartige Software gerade für Startups extrem interessant. Mehr als 50 Prozent nutzen die Dienste bereits, wie eine aktuelle Umfrage der WirtschaftsWoche unter rund 600 deutschen Web-Gründern zeigt. Knapp neun von zehn Befragten schätzen daran, dass sich die Kosten gut kalkulieren lassen. Sieben von zehn hoffen auf weniger Ausgaben für Infrastruktur und Systempflege.

Startups sind mutiger als viele gestandene Unternehmer

Nur gut jeder zehnte Gründer hat dagegen Bedenken, Daten über die Web-Dienste ins Netz auszulagern, anstatt sie auf den eigenen Rechnern im Unternehmen zu speichern. Damit sind die Startups deutlich mutiger als viele gestandene Unternehmer. Größere Firmen erkennen zwar oft, dass ihre eigenen Systeme zu teuer sind – fürchten sich aber davor, sensible Daten ins Netz zu stellen und sich von ihrer Internet-Verbindung abhängig zu machen.

Das könnte sich ändern. Zum einen ist das Internet an immer mehr Orten in der nötigen Bandbreite verfügbar. Zum anderen garantieren viele Anbieter, die Daten an sicheren Orten zu speichern – etwa auf gemieteten Servern von Telekommunikationskonzernen. Sicherheits-Backups sind ebenso üblich wie Verschlüsselungstechnologien, die verhindern sollen, dass sensible Daten von Fremden mitgelesen werden.

Unabhängig davon wächst der Druck, die neuartigen Dienste auszuprobieren: „Die Krise zwingt die Unternehmen, sich zu verändern“, hat Earlybird-Partner Manger beobachtet, „viele werfen daher die Angst über Bord.“

Rückenwind ausgerechnet in der Flaute spüren deswegen auch Behrend Freese und Maximilian Ahrens. Die beiden haben im Jahr 2007 das Berliner Startup Zimory gegründet und setzen auf „Cloud Computing“ – das „Rechnen in der Wolke“. Die Wolke steht dabei bildlich für einen Zusammenschluss verschiedener Rechenzentren, die Konzerne überall auf der Welt betreiben. Deren Server sind meistens so leistungsfähig, dass sie auch bei viel Datenverkehr selten überlastet, in den meisten Fällen aber nicht voll genutzt sind. Die Folge: teure Überkapazitäten.

Zimory ändert das: „Wir schalten Rechenzentren in der ganzen Welt zusammen“, erklärt Freese, „und vermitteln wie ein Broker freie Kapazitäten zwischen den Betreibern der Rechenzentren und an externe Nutzer.“ Wenn etwa ein Entwicklerteam aus München für ein begrenztes Projekt 20 zusätzliche Server benötigt, kann es dank Zimory vorübergehend Kapazitäten mieten. Die Rechner, die bei anderen Unternehmen in London oder Hamburg verfügbar sind, muss sich der Teilzeit-Nutzer nicht dauerhaft und teuer selbst anschaffen.

Bei der Entwicklung setzte Zimory auf den Web-Dienst von Pidoco und nicht nur auf normale Lizenzsoftware. Ein weiterer Beleg dafür, dass die Welle der Softwaregründer eine Flut von nützlichen Programmen anspült, von denen die Startup-Szene selbst besonders profitiert. 

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.07.2009, 01:05 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Sorry, das hier ist zwar eine clevere PR-Aktion, aber aber spätestens seit dem Klau vertraulicher Daten aus dem Google "Cloud" wurde klar, dass SaaS und Cloud den Höhepunkt ihres Hypes hinter sich gelassen haben. Ähnlich wie die Terminalservices in den 70ern werden sie still untergehen, denn kein Unternehmen wird im Ernst das Risiko eingehen, sensible Daten auf globalen Servern zu lagern.

  • 27.07.2009, 16:16 UhrAnonymer Benutzer: Mist aus Germany

    Offiziel heiss es innovation aus Deutschland, in der Wirklichkeit machen die deutschen Firmen Raub-kopien aus China und indien!

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