Startups: Software-Gründer wollen von der Krise profitieren

Startups: Software-Gründer wollen von der Krise profitieren

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Nfon Gründer: Die Zahl der Kunden des Münchener Startups ist in den vergangenen Monaten explodiert

Um Geld zu sparen, mieten viele Startups Software im Internet. Mitten in der Krise entsteht so eine Gründerwelle – denn die Anbieter dieser neuen Dienste sind oft selber junge Unternehmen.

Rezession? Fehlanzeige! Von der Wirtschaftskrise spüren Fabian Hoppe und Marcus Otto wenig. Wenn überhaupt, dann hat die Flaute für die beiden Gründer des Münchner Startups Nfon positive Folgen. Denn die Zahl ihrer Kunden ist in den vergangenen zwölf Monaten explodiert: von 1000 auf 12.000. Während sich andere Jungunternehmer derzeit schwertun, Investoren zu finden, fällt ihnen das „geradezu unverschämt leicht“, freuen sich die beiden. Drei Finanzierungsrunden haben sie seit der Gründung im Jahr 2007 abgeschlossen, die vierte soll bald folgen.

Kein Wunder: Die IT-Spezialisten hatten eine Geschäftsidee, die Unternehmen beim Sparen hilft. Nfon verknüpft Telefonanschlüsse übers Internet, viel flexibler als das jede klassische Telefonanlage könnte: „Wächst der Mitarbeiterstamm, können Unternehmen schnell neue Nebenstellen dazubuchen“, sagt Mitgründer Otto, „und wenn das Team schrumpft, können sie die Anschlüsse kurzerhand wieder abbestellen und ihre Kosten sofort drücken.“

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"Software als Service" vor dem Durchbruch

Fachleute nennen das „Skalierbarkeit“ – und die damit verbundene Flexibilität ist derzeit nicht nur bei Managern, sondern auch bei Gründern extrem gefragt. Das Angebot an flexibler Software geht über die virtuelle Telefonanlage inzwischen weit hinaus: Mit ähnlichen Anwendungen lassen sich Kundendaten verwalten, Warenströme lenken und Veranstaltungen organisieren. Wie bei Nfon müssen diese Dienste nicht mehr auf eigenen PCs oder Servern installiert werden, sondern laufen auf den Rechnern des Anbieters und können bequem übers Internet genutzt werden.

Dieser Trend, der Computerprogramme in Dienstleistungen verwandelt, heißt „Software als Service“ und wird in der IT-Branche SaaS abgekürzt. Angesichts der dunklen Krisenwolken erlebt er gegenwärtig seinen Durchbruch.

So hofft etwa der Suchmaschinen-Gigant Google mit eigenen Diensten auf das große Geschäft. Insgesamt, so prophezeit das US-amerikanische Analystenhaus Gartner, dürften die Umsätze mit den neuartigen Angeboten in diesem Jahr weltweit um knapp 22 Prozent auf rund acht Milliarden Dollar wachsen. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz mit Firmensoftware wird danach nur um magere 0,3 Prozent auf knapp 223 Milliarden zunehmen.

Fixkosten sinken auf Null

„Mit der Krise hat die entscheidende Stufe gezündet“, ist auch Frank Böhnke sicher. Der Internet- und Softwareexperte beim Risikokapitalgeber Wellington Partners hat schon die erste Gründungswelle im Web zur Jahrtausendwende miterlebt. „Damals mussten Startups oft sechsstellige Summen nur für die Software und IT-Infrastruktur ausgeben“, erinnert sich Böhnke. „Durch die neuen Anwendungen sacken die Fixkosten fast auf null.“

Die Abnehmer sparen sich außerdem umständliche Updates, die sie sonst alle paar Jahre teuer kaufen müssten. Denn die Software wird nicht nur regelmäßig zentral weiterentwickelt, sondern auch auf den Servern im Netz ohne Zutun der Nutzer fortlaufend aktualisiert. Im Browser läuft so stets die neueste Version.

„Wir erweitern unseren Dienst alle zwei Monate um neue Funktionen“, sagt etwa Peter Haider, der mit Benjamin Coutu das bayrische Startup I-Sense Software gegründet hat. Ihre Web-Plattform Groupion ermöglicht es Mitarbeitern eines Unternehmens, aus aller Welt auf E-Mails und Kalender, Warenlager und Kundenkartei zuzugreifen. Rund 2500 Nutzer hat I-Sense bereits, der High-Tech Gründerfonds und der Wagnisfinanzierer Bayern Kapital wollen insgesamt 600.000 Euro investieren.

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