Studie: Jeder vierte Lehrling bricht Ausbildung ab

Studie: Jeder vierte Lehrling bricht Ausbildung ab

Eine neue Untersuchung zeigt, dass die Zahl der Azubis, die ihre Lehre vorzeitig abbrechen, dramatisch steigt. Im Osten Deutschlands sind die Quoten besonders hoch.

Fast jede vierte Lehre in Deutschland wird einem Zeitungsbericht zufolge abgebrochen. Wie die „Welt“ unter Berufung auf eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) für den Berufsbildungsbericht 2013 meldet, stieg die Abbrecherquote im Jahr 2011 auf 24,4 Prozent. Das ist der höchste Stand seit dem Wirtschaftsboom nach der Wiedervereinigung.

Was ist ein befristeter Arbeitsvertrag?

  • Der befristete Vertrag

    Bei einem zeitlich befristeten Arbeitsverhältnis läuft der Vertrag nach einer bestimmten Zeit oder zu einem bestimmten Ereignis aus - eine Kündigung ist nicht nötig. Wenn eine Befristung nicht vom Teilzeit- oder Befristungsgesetz abgedeckt wird, gilt sie als. Der Arbeitsvertrag gilt als auf unbestimmte Zeit geschlossen.

  • Befristung ohne Sachgrund

    Für die Befristung ohne Sachgrund nach Paragraph 14 Absatz 2 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) ist es wichtig, dass noch nie ein Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bestanden hat. Die Befristung ist auf maximal zwei Jahre beschränkt. Falls das Arbeitsverhältnis auf weniger als zwei Jahre befristet ist, darf der Arbeitgeber den Vertrag bis zur Dauer von zwei Jahren verlängern, allerdings maximal drei mal. War also zuerst ein Arbeitsverhältnis von vier Monaten vereinbart, können noch 20 Monate drangehängt werden - nur nicht in zu kleinen Schritten.

    Eine Befristung ohne Sachgrund gibt es auch bei Neugründungen von Unternehmen. Nach § 14 Abs. 2a TzBfG dürfen Verträge bei der Gründung eines Unternehmens auf vier Jahre befristet sein. In den ersten vier Jahren seit Neugründung ist eine mehrfache Verlängerung möglich.

  • Befristung mit Sachgrund

    Neben "Wir kennen uns noch nicht" oder "Wir wissen nicht, wie lange das Unternehmen überlebt" gibt es noch die sogenannten sachlichen Gründe für eine Befristung. Nach § 14 Absatz 1 TzBfG gehören unter anderem dazu:

    • vorübergehend höherer Bedarf an Mitarbeitern zur Hochsaison
    • eine Befristung zur Erprobung
    • die Integration in den Arbeitsmarkt nach einer Ausbildung oder einem Studium
    • die Vertretung anderer Arbeitnehmer
    • die Arbeit an sich erfordert eine Befristung
  • Zweckbefristung

    Die Zweckbefristung ist für den Fall gedacht, dass das Arbeitsverhältnis mit einem bestimmten Ereignis, anstatt zum 15. März oder nach sechs Monaten endet. Das wäre beispielsweise "bis zur Schließung des Unternehmenssparte Kosmetik". Allerdings muss im Vertrag klar erkennbar sein, in welchem Zeitrahmen das Ereignis eintreten wird. Zwei Wochen vor Eintreffen dieses Ereignisses und dem Ende des Arbeitsverhältnisses muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer schriftlich informieren.

  • Kündigung befristeter Mitarbeiter

    Befristete Verträge können nicht gekündigt werden. Es sei denn, es liegt ein wichtiger Grund vor, sodass die außerordentliche Kündigung greift.

Insgesamt 149.760 Ausbildungsverträge seien 2011 vorzeitig aufgelöst worden, jeder dritte davon noch in der Probezeit. Dabei stellt die Untersuchung große Unterschiede zwischen den Berufsgruppen fest. Besonders hoch ist die Zahl der Azubis, die ihre Lehre nicht abschließen, demnach bei Kellnern und Umzugshelfern: Hier bricht jeder zweite ab. Dagegen liege die Quote der Abbrecher unter Verwaltungsfachangestellten, Elektronikern und Bankkaufleuten weit unter zehn Prozent.

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Die duale Berufsausbildung hat sich bewährt, aber eines wird unterschätzt: Die frühe und hohe Spezialisierung der Auszubildenden kann ihre Jobchancen im Alter beeinträchtigen.

Tischlerlehrlinge fertigen ihre Abschlussarbeiten am Quelle: dapd

Unter den Ländern verzeichneten Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die höchsten Abbrecherquoten. Jeder dritte Ausbildungsvertrag werde dort vorzeitig aufgelöst. Am unteren Ende der Rangskala lägen Baden-Württemberg und Bayern mit Quoten von knapp 20 Prozent. Auch der Schulabschluss spielt eine Rolle. So liegt die Abbrecherquote umso höher, je niedriger der erreichte Schulabschluss ist. Wer sein Abitur gemacht hat, steigt seltener aus: hier liegt die Quote bei nur 13,6 Prozent. Zum Vergleich: Von den Ausbildungsverträgen, die mit Azubis ohne Hauptschulabschluss geschlossen wurden, wurden 2011 38,6 Prozent vorzeitig wieder aufgelöst. Wer den Vertrag auflöst und aus welchem Grund wurde in der Statistik nicht erhoben.

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