Studie: Schnelles Wirtschaftswachstum verkürzt Leben

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Studie: Schnelles Wirtschaftswachstum verkürzt Leben

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In Krisenzeiten steigt die Lebenserwartung. Der ehrenamtliche Betreuer vom Verein "Alter, Leben und Gesundheit", Wolfgang Böttcher, hilft einer Frau mit Rollator in Leipzig.

In reichen Ländern werden die Menschen älter als in armen. Aber Phasen des starken Aufschwungs gilt das nicht. Sowohl junge, arbeitsfähige, als auch alte Menschen im Ruhestand sterben dann eher, wie eine historische Studie belegt.

Dieses Ergebnis sei "höchst unerwartet" erwartet, sagte Herbert Rolden von der Akademie für Vitalität und Altern im niederländischen Leiden: Starkes Wirtschaftswachstum in Industrienationen lässt die Lebenserwartung sinken, schreiben Rolden und Kollegen in der Fachzeitschrift "Journal of Epidemiology and Community Health".

Langfristig betrachtet allerdings liegen die Dinge anders. Auf die Dauer geht zunehmender Wohlstand mit einer Abnahme der Sterblichkeit quer durch alle Altersgruppen einher. Anders sieht es nur aus, wenn man kurzfristige starke Schwankungen betrachtet. Die Forscher analysierten Statistiken zu Sterblichkeit und Wirtschaftswachstum zwischen 1950 und 2008 in 19 Industriestaaten - den USA, Australien, Japan, Neuseeland und 15 europäischen Ländern. Wenn das Bruttoinlandsprodukt um einen Prozentpunkt zunahm, stieg auch die Sterblichkeit bei 70 bis 74 Jahre alten Männern um 0,36 Prozent. Bei gleichaltrigen Frauen stieg sie um 0,18 Prozent. Bei den 40- bis 45-Jährigen stieg die Sterblichkeit der Männer um 0,38 Prozent und die der Frauen um 0,16 Prozent.

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"Weil viele Industriestaaten sich derzeit in einer Rezession befinden, könnte man glauben, dass dies sich negativ auf das Überleben im hohen Alter auswirkt", heißt es in der Studie. In der Realität war es zumindest zwischen 1950 und 2008 umgekehrt: Die Sterberaten sanken, wenn mehr Menschen arbeitslos wurden, beziehungsweise das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte.

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Rolden und Kollegen erklären sich dieses Phänomen bei jüngeren Menschen durch Stress am Arbeitsplatz und eine höhere Zahl von Verkehrstoten infolge der größeren Zahl von Menschen, die zur Arbeit fahren. Bei älteren Menschen im Ruhestand gibt es noch keine Erklärung. Eine Ursache für die höhere Sterblichkeit der Älteren im Wirtschaftsaufschwung könnte deren Vernachlässigung durch die mit Arbeit beschäftigten jungen Menschen sein.

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