Studie über Haushaltshilfen: Putzkräfte sind gut ausgebildet und motiviert

Studie über Haushaltshilfen: Putzkräfte sind gut ausgebildet und motiviert

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Putzfrauen und Haushaltshilfen stehen nach den gängigen Klischee am unteren Ende des Arbeitsmarkts: schlechte oder gar keine Ausbildung, prekäre Bezahlung und entsprechend miese Motivation. Mit diesen Vorurteilen müssen sich die Frauen und wenigen Männer herumschlagen. Dabei belegt eine aktuelle Forsa-Studie das genaue Gegenteil.

Schlecht ausgebildet, wenig zuverlässig: Mit solchen Negativklischees über Haushaltshilfen räumt eine aktuelle Studie gründlich auf. Das Problem: Die überwiegende Mehrheit arbeitet „schwarz“.

Putzfrauen und Haushaltshilfen stehen nach den gängigen Klischee am unteren Ende des Arbeitsmarkts: schlechte oder gar keine Ausbildung, prekäre Bezahlung, entsprechend miese Motivation. Mit diesen Vorurteilen müssen sich die Frauen und wenigen Männer herumschlagen. Dabei belegt eine aktuelle Forsa-Studie das genaue Gegenteil: Haushaltshilfen haben ganz überwiegend einen Beruf gelernt, bleiben oft viele Jahre in den Familien und werden von ihren Arbeitgebern sehr geschätzt. Diesen Samstag (8.11.) ist der „Tag der Putzfrau“, den die Essener Autorin Gesine Schulz vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat.
84 Prozent der Haushaltshilfen haben der Studie zufolge eine abgeschlossene Ausbildung - wenn auch meist eine fachfremde. Die Zufriedenheit der Beschäftigten würden jeden Großkonzern jubeln lassen: 82 von 100 ausführlich befragten Haushaltshilfen bezeichneten das Verhältnis zu ihren Arbeitgebern als „sehr gut“, 16 weitere als „gut“. Fast jede zweite arbeitet länger als fünf Jahre in einem Haushalt.
Haushaltshilfen und die Familien, in denen sie arbeiteten, bauten vielfach ein langjähriges Vertrauensverhältnis auf, sagt der Wirtschaftsethiker Prof. Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Das ist auch nötig: Schließlich bekommen die Haushaltshilfen oft einen Schlüssel und sind stundenlang allein in der Wohnung. Beim Babysitten ist die Verantwortung noch viel größer.
Das Problem ist nur: Über 90 Prozent der vermutlich vier Millionen Haushaltshilfen in Deutschland arbeiten weiter „schwarz“ ohne Anmeldung und haben damit bei einem Unfall keine eigene Absicherung. Das will die bundesweite Minijob-Zentrale mit einer kostenlosen Vermittlungsbörse und einer Anmeldekampagne ändern. Bisher sind rund 280 000 Minijobber in deutschen Haushalten offiziell angemeldet - und das, obwohl ihre privaten Arbeitgeber für sie nur halb so viel Steuern und Abgaben bezahlen müssen wie für Minijobber in der gewerblichen Wirtschaft, nämlich 14,44 Prozent des Lohns.
Die anhaltende Schwarzarbeit ist nicht nur illegal, sondern verwehrt den Hilfen auch wertvolle Arbeitnehmerrechte, betont der Leiter der Minijob-Zentrale, Erik Thomsen. Denn nur angemeldete Minijobber haben Anspruch auf Urlaub und sind offiziell unfallversichert. Der Bedarf an qualifizierten Hilfen dürfte dabei künftig noch deutlich steigen: In einem Arbeitsmarkt mit zunehmender Berufstätigkeit von Mann und Frau sei die Hausarbeit ein klares Zukunfts- und Wachstumsthema, sagt die Volkswirtin Dorothea Voss von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Dasselbe gelte für Hilfen in der häuslichen Pflege älterer Menschen.
Schon jetzt ist die Suche nach einer zuverlässigen Hilfe oft schwierig, wenn der Arbeitgeber die Kraft auch anmelden will. Oft scheitert es an den Haushaltshilfen selbst, weil sie bereits einen Minijob haben und mit einem weiteren die 450-Euro-Grenze überschreiten würden, sagte die Sprecherin der Minijob-Zentrale bei der Knappschaft, Claudia Müller. Hartz-4-Beziehern wird ein erheblicher Teil der Einkünfte aus dem Minijob auf ihre Leistung angerechnet, und die Minijobber müssen krankenversichert sein. Wer das selbst bezahlen muss, weil er nicht über den Partner familienversichert ist, verliert oft schnell das Interesse.

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Die Minijob-Zentrale wirbt trotzdem für die Anmeldung und will mit der kürzlich gestarteten kostenlosen Vermittlungsbörse Haushaltshilfen und Arbeitgeber zusammenbringen - natürlich nicht ganz ohne Absichten: „Waren Sie bei der Suche erfolgreich, so hilft die Haushaltsjob-Börse auch bei der Anmeldung der Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale“, heißt es auf der Homepage. In wenigen Tagen haben sich bereits mehr als 600 Interessenten eingetragen - „ein sehr guter Start“, sagt Müller. Die angebotenen oder verlangten Löhne schwanken um die zehn Euro.

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