Studie unter Akademikern: Erst Karriere, dann Kinder - wenn überhaupt

Studie unter Akademikern: Erst Karriere, dann Kinder - wenn überhaupt

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Erst der Job, dann die Kinder: Eine Familie mit Kinderwagen in Deggendorf.

Sowohl Männer als auch Frauen geben dem Hochschulabschluss Priorität vor der Familiengründung. Bei der Aufteilung von Kinderbetreuung und Beruf herrschen weitgehend traditionelle Rollenmuster vor, wie eine Untersuchung zeigt.

Hochschulabsolventen gründen eine Familie meist erst nach einer Phase der beruflichen Konsolidierung. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen, wie eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zeigt. Doch bei der Aufteilung von Kinderbetreuung und Beruf zwischen den Partnern herrschen dann wieder weitgehend traditionelle Rollenmuster vor. Befragt wurden mehr als 4.700 Männer und Frauen, die 2001 ihren Studienabschluss erworben haben.

Zum Zeitpunkt des Studienabschlusses hatten nur sieben Prozent der Befragten bereits Kinder. Der Anteil der Eltern stieg erst deutlich an, als die meisten der Absolventen beruflich etabliert waren, also im Schnitt etwa drei Jahre nach dem Abschluss. Zehn Jahre danach hatten schließlich 60 Prozent Kinder.

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Damit liegt der Anteil der Eltern unter Akademikern unter dem Durchschnitt der Bundesbevölkerung. Allerdings äußerten rund ein Drittel der immer noch Kinderlosen für die nähere Zukunft und weitere sieben Prozent für die spätere Zukunft einen Kinderwunsch. Da das Alter der noch kinderlosen Frauen zehn Jahre nach dem Abschluss im Durchschnitt bei rund 37 Jahren lag, wird ein Teil von ihnen wohl noch Kinder bekommen.

Die Autoren der Studie unter der Leitung von Kolja Briedis untersuchten außerdem, wie sich die Familiengründung bei den Absolventen auf die Berufstätigkeit auswirkt. Ergebnis: "Es sind vor allem Frauen, die nach der Geburt eines Kindes die Erwerbstätigkeit unterbrechen", so Mitautorin Gesche Brandt. Nur 29 Prozent der Väter, aber 90 Prozent der Mütter setzen nach der Geburt ihres ersten Kindes beruflich aus. "Allerdings hat die Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 Wirkung gezeigt". Väter gingen vor 2007 eher selten in Elternzeit (13 Prozent). Inzwischen tun es 42 Prozent der Väter. Allerdings ist die Dauer der Unterbrechung (durchschnittlich vier Monate) kürzer als bei Frauen (17 Monate).

Die meisten Mütter und Väter, die in Elternzeit gegangen sind, sind mit der Dauer ihrer Erwerbsunterbrechung nach der Geburt des jüngsten Kindes zufrieden. Nur rund jede siebte Frau wünschte sich eine längere Unterbrechungsdauer und nur etwa zehn Prozent der Mütter hätten lieber kürzer oder gar nicht unterbrochen. Von den Männern hätte immerhin gerne ein Viertel eine längere als die realisierte Elternzeit genommen.

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Vor allem längere Erwerbsunterbrechungen minderten den beruflichen Erfolg von Hochschulabsolventinnen mit Kindern, glauben die Autoren. Im Vergleich mit ihren kinderlosen Kommilitoninnen oder Müttern mit kurzen Erwerbsunterbrechungen erzielen sie geringere Einkommen und gelangen seltener in Führungspositionen, wie andere Statistiken und Studien zeigen.

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