
Tadeusz Szewczyk räumt auf. Im Internet. Von seinem Heimcomputer in Berlin-Kreuzberg aus versucht er, Herr zu werden über digitale Müllberge. Die Internetseiten sind voll davon. Millionen unnützer Datenstränge verstopfen die Suchmaschinen. „Hilfe“, melden sich entsetzte Mittelständler bei Szewczyk: „Unsere Homepage wird im Netz gar nicht mehr gefunden.“ Dann legt Szewczyk los. Er befreit die Homepage seiner Kunden von digitalem Ballast, stoppt komplizierte Animationen und verbannt unnötigen Schnickschnack. Stattdessen platziert er wichtige Schlagwörter und verbessert die Textqualität der Seite. Der 31-Jährige ist eine Art Putzerfisch im Internet. Seine Berufsbezeichnung: Suchmaschinen-Optimierer. Seine Aufgabe: Web-Seiten so aufzupolieren, dass eine Suchmaschine sie findet und möglichst unter die ersten zehn Treffer katapultiert. Test: Was wissen Sie über das Internet? Solche Optimierer sind begehrte Spezialisten. Denn das Suchmaschinen-Marketing wird immer wichtiger. 80 Prozent aller Internetnutzer und Kunden gelangen über Google, Yahoo und Co. an ihr digitales Ziel. Vor allem an Branchenprimus Google kommt heute keiner vorbei. Die meistgenutzte Suchmaschine der Welt ist maßgeblich am wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beteiligt. Ein neuer Kühlschrank oder ein neues Auto – 57 Prozent aller Internetnutzer fragen vor dem Kauf Google um Rat, ermittelte die Marktforschungsagentur Fittkau & Maaß für das Hamburger Webmarketing-Unternehmen eprofessional.
Lesen Sie die komplette Story im eMagazin der WirtschaftsWoche. Jetzt kostenlos testen.
Die Sache hat nur einen Nachteil: Die Nutzer sind bequem. Das Gros klickt sich in Suchmaschinen kaum bis zur zweiten Seite durch. Unternehmen sind deshalb darauf angewiesen, möglichst weit oben in den Trefferlisten aufzutauchen. Aus diesem Grund gehört das Optimieren von Internetseiten in den USA oder Großbritannien längst zur Grundausstattung eines professionellen Web-Auftritts. Rund 1300 englischsprachige Experten bieten im freien Internet-Branchendienst Dmoz ihre Dienste an. In Deutschland sind es gerade mal 60.









