Tourismus in Zeiten des Terrors: Was bleibt vom Urlaubsziel Deutschland?

Tourismus in Zeiten des Terrors: Was bleibt vom Urlaubsziel Deutschland?

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Tourismus in Deutschland: Politische Unruhen oder eine schwache Wirtschaft schlagen sich sofort auf die Urlaubsfreude durch.

von Jacqueline Goebel, Lea Deuber und Matthias Kamp

Reisemanager haben Deutschland als Ziel für wohlhabende Araber, Chinesen und Amerikaner herausgeputzt. Doch nun platzt die weltpolitische Wirklichkeit in das mühsam aufgebaute Image vom perfekten Reiseziel. Was bleibt?

Eine arabische Großfamilie schiebt sich durch die Menschenmenge näher an die Musiker heran.

Mit einer großen Parade eröffnet der Europa-Park Rust an diesem Tag einen neuen Themenbereich, Irland. Pferde trippeln nervös, Dudelsackspieler pfeifen. Und mittendrin die arabische Familie. Die Kinder ziehen ihren Eltern aufgeregt an den Ärmeln. Zwei Jungs holen ihre Handys aus der Hosentasche, machen Videos. Die Mädchen, die Haare unter dem Kopftuch, zeigen nervös auf ein Rudel irischer Wolfshunde mit ihren Führern, das sich langsam nähert.

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In Dubai gibt es das nicht, sagt Thomas Mack. Sein Vater hat den Europa-Park gegründet, vor 41 Jahren. Wer will, kann hier erst durch ein Alpendorf schlendern, dann in Griechenland Achterbahn fahren und schließlich in Italien essen. Etwa 350 Millionen Euro Umsatz macht der Park laut Schätzungen, im vergangenen Jahr kamen 5,5 Millionen Besucher, die Mehrheit kommt aus dem Ausland.

„Jetzt, nach dem Ende des Ramadan, haben wir hier viele arabische Gäste“, sagt Mack. Die Dubaier, Katarer oder Bahreiner genießen die Achterbahnen, die Blumen, die liebevoll gestalteten Themendörfer, Pommes und Pizza. Vor allem aber lieben sie die Zeit, in der Krieg, politische Unruhe und Terroranschläge wirklich weit weg sind. Nur, gilt das noch für den Urlaub hierzulande?

Als Urlaubsziel liegt Deutschland im Trend. Vor allem Europäer, aber auch immer mehr Urlauber aus dem Nahen und Fernen Osten bereisen das Land. Nach Daten des Statistischen Bundesamts verbrachten ausländische Gäste im vergangenen Jahr fast 80 Millionen Nächte in Deutschland – ein Plus von über fünf Prozent. Im Jahr 2030, prognostiziert die Deutsche Zentrale für Tourismus, könnten die ausländischen Gäste mehr als 120 Millionen Nächte in deutschen Hotels verbringen. Touristiker haben Milliarden investiert, um daran Anteil zu haben.

Lufthansa und Easyjet kappten ihre Gewinnprognose

Doch der Tourismus ist ein wankelmütiges Geschäft. Politische Unruhen oder eine schwache Wirtschaft schlagen sich sofort auf die Urlaubsfreude durch. Und die Nachrichten vom Axtangriff in Würzburg, dem Amoklauf in München oder dem Sprengstoffattentat in Ansbach haben auch Amerika und Asien erreicht. Dass die Angst nicht unbegründet ist, zeigen die aktuellen Warnungen von Lufthansa und Easyjet. Beide Airlines kappten ihre Gewinnprognose. Begründung: Wegen der Terroranschläge und politischer Unruhe haben die Buchungen auf der Langstrecke nach Europa nachgelassen.

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