Adieu, du schöne freie Zeit mit Familien und Freunden: Wie eine neue Studie belegt, wird Arbeit am Wochenende mehr und mehr zur Regel statt zur Ausnahme. Rund ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland muss einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zufolge regelmäßig am Wochenende arbeiten.
Laut der Gewerkschaftsstudie, die der „Frankfurter Rundschau“ vorliegt, muss ein weiteres Drittel ab und zu an Samstagen und Sonntagen arbeiten. Der Anteil der Beschäftigten mit regelmäßiger Wochenendarbeit ist damit in den vergangenen 20 Jahren um rund zwei Drittel gestiegen.
Üblich ist der Dienst an Samstagen und Sonntagen der Umfrage zufolge vor allem im Gastgewerbe, wo vier von fünf Beschäftigten betroffen sind. Im Handel, in Sozial- und Erziehungsberufen sind es demnach in etwa die Hälfte.
Bild: dpa„Was macht Menschen glücklich?“ Dieser Frage widmet sich die sogenannte Glücksforschung, ein vergleichsweise junger Zweig der Volkswirtschaft, der rasant an Bedeutung gewinnt. Denn immer mehr Ökonomen vertreten die Ansicht, dass die allgemeine Zufriedenheit mit dem eigenen Leben der entscheidende Faktor für die Wirtschaftspolitik sein sollte und nicht wie bisher der materielle Wohlstand allein.
Bild: dpaBisher gab es zahlreiche Studien, die die allgemeine Lebenszufriedenheit von einzelnen Ländern miteinander verglichen haben. Eine sozioökonomische Panel-Befragung des Freiburger Ökonomen Johannes Vatter wollte die regionalen Glücksunterschiede in Deutschland aufdecken. Menschen in allen Bundesländern wurde die Frage gestellt „Wie zufrieden sind Sie, alles in allem mit ihrem Leben?“. Die Befragten sollten ihre Zufriedenheit auf einer Skala von 0 (völlig unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) verorten. Dabei fiel vor allem das Gefälle zwischen Ost und West auf.
Bild: dpaEine Frau genießt die Sonnenstrahlen im Park von Sanssouci in Potsdam: Die Menschen in Brandenburg sind laut der Studie von Johannes Vatter alles in allem mit ihrem Leben am unzufriedensten und mit 6,34 Punkten unter dem Deutschland-Schnitt (6,80). An den wunderbaren Landschaften und touristischen Attraktionen kann es kaum liegen. Es müssen vor allem die vergleichsweise schlechte Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosenquote für die miese Stimmung verantwortlich sein.
Bild: dapdTouristen bei einer Stadtrundfahrt in Weimar: Thüringen landet bei der Glücksstudie bundesweit auf dem vorletzten Rang. Auch hier zeigt sich das West-Ost-Gefälle in der allgemeinen Lebenszufriedenheit. Über die genauen Gründe können auch Experten wie der Freiburger Ökonom Johannes Vatter nur spekulieren. Allein an wirtschaftlichen Unterschieden liegt es aber vermutlich nicht. Möglicherweise hätten einige Menschen in Ostdeutschland das Gefühl, einen Teil ihres Lebens in der Unfreiheit der DDR vergeudet zu haben oder sie seien noch nicht in der westlichen Wettbewerbsgesellschaft angekommen. Dafür spricht, dass die Glücksunterschiede bei jungen Menschen kaum noch vorhanden sind.
Bild: dpaMitglieder einer Rudergesellschaft schieben ihr Ruderboot im Großen Jasmunder Bodden bei Lietzow (Insel Rügen) von einer Sandbank: Auch Mecklenburg-Vorpommern liegt in Sachen Glück mit 6,42 Punkten unter dem Bundesdurchschnitt (6,80).
Bild: dpaDas wieder eröffnete Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus in Halle (Saale): In Sachsen-Anhalt sind die Menschen ebenfalls nicht so glücklich wie in vielen westlichen Bundesländern. Der Glücksindex liegt hier bei 6,49 Punkten.
Bild: dpaTouristen vor dem Bach-Denkmal im Thomaskirchhof Leipzig: Auch Sachsen ist laut Vatters Panel-Befragung nicht die zufriedenste Region in Deutschland. „Hohe Arbeitslosigkeit sorgt für eine große allgemeine Verunsicherung in der Gesellschaft“, meint Vatter. Wird ein Mensch arbeitslos, sinkt seine Zufriedenheit im Schnitt um 0,4 Punkte. Wenn ein Ostdeutscher auf Jobsuche ist, weiß er, dass er längere Zeit arbeitslos bleiben könnte“, erklärt der Forscher.
Bild: ReutersDie Siegessäule im Mondschein: Berlin gilt als eine der trendigsten und aufregendsten Städte auf der Welt und dennoch liegt hier die allgemeine Lebenszufriedenheit mit 6,70 Punkten unter dem deutschen Durchschnitt.
Bild: dpaDer Dom in Köln im Abendlicht: Wahrscheinlich waren es die lebensfrohen Rheinländer, die Nordrhein-Westfalen auf 6,83 Zufriedenheitspunkte gehievt haben. Fest steht: in NRW sind die Menschen zufriedener als der Durchschnittsdeutsche. Ob das nur an der fünften Jahreszeit liegt, sei dahingestellt.
Bild: dpaTouristin mit Sonnenschirm in Frankfurt am Main: Hessen ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Menschen, die in westdeutschen Bundesländern leben, in der Regel zufriedener sind, als diejenigen, die in den neuen Bundesländern leben. Der Zufriedenheitswert liegt hier bei 6,86 von maximal 10 Punkten.
„Was macht Menschen glücklich?“ Dieser Frage widmet sich die sogenannte Glücksforschung, ein vergleichsweise junger Zweig der Volkswirtschaft, der rasant an Bedeutung gewinnt. Denn immer mehr Ökonomen vertreten die Ansicht, dass die allgemeine Zufriedenheit mit dem eigenen Leben der entscheidende Faktor für die Wirtschaftspolitik sein sollte und nicht wie bisher der materielle Wohlstand allein.
Wer dagegen in einer Bank, einer Versicherung oder im Energiesektor arbeitet, hat am Wochenende in der Regel frei, zitiert die „Frankfurter Rundschau“ aus der Studie.
Überdurchschnittlich viel am Wochenende arbeiteten Beschäftigte mit einem Bruttomonatseinkommen zwischen 800 und 1500 Euro und im Alter zwischen 26 und 35 Jahren. Zudem seien Frauen am Wochenende häufiger im Dienst als Männer.
Weiterhin stellt die Studie einen Zusammenhang zwischen den steigenden Zahlen der Menschen, die sich überlastet und gestresst fühlen, und der zunehmenden Wochenendarbeit her. Von den Befragten, die nur an den Werktagen arbeiten müssen, klagte demnach knapp die Hälfte über Zeitdruck. Bei den Personen, die auch am Samstag und Sonntag ran müssen, waren es dagegen 62 Prozent. Den Wochenend-Arbeitern fällt auch das Abschalten an ihren freien Tagen schwerer.




























