Umfrage zur Generation Mitte: Der digitale Wandel sorgt für Unbehagen

Umfrage zur Generation Mitte: Der digitale Wandel sorgt für Unbehagen

von Jana Reiblein

Eine neue Umfrage offenbart die Ängste und Sorgen der Deutschen zwischen 30 und 59: Rente, demografischer Wandel und Digitalisierung aller Lebensbereiche. Doch trotzdem ist die Generation Mitte glücklich.

Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel - besonders deutlich und bewusst spürt das die Generation Mitte. Das sind die heute 30- bis 59-Jährigen, die mit ihren Entscheidungen und ihrem Verhalten maßgeblich die Zukunft der Bundesrepublik beeinflussen.

Sie stehen mitten im Leben - und doch zwischen den Stühlen. Oft auch als "Sandwich-Generation" bezeichnet, widmen sie sich oft der Erziehung eigener Kinder und kümmern sich zugleich zunehmend um ihre Eltern. Sie sind noch mit Walkman, Festnetz-Telefon, Tageszeitung und Sparbuch aufgewachsen.

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Heute sind Smartphones und Tablets für sie nicht mehr wegzudenken. Ein Sparbuch ergibt aufgrund niedriger Zinsen bis zum Strafzins fürs Sparen längst keinen Sinn mehr. Die Angst vor Altersarmut durch Mini-Renten ist allgegenwärtig. Das Internet macht Zeitungen und Magazinen zu schaffen, das E-Book macht dem traditionellen Buchhandel Sorgen.

Und dennoch: Trotz all dieser Konflikte und Sorgen ist die Generation Mitte zufrieden. Das zeigt die Umfrage "Generation Mitte - Zukunftsmacher wider Willen" des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschten Versicherungswirtschaft (GDV), die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Für die Untersuchung wurden 1245 Personen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren befragt, wie sie den demografischen und digitalen Wandel sowie ihre eigene Lebenssituation einschätzen.

In der Auswertung zeigte sich, dass das gängige Vorurteil des nörgelnden Alten nicht gilt: Es ist nicht vom Alter abhängig, wie zufrieden man mit der eigenen Lebenssituation ist. Vielmehr hängt es von der individuellen wirtschaftlichen Situation ab. Im Durchschnitt war die Generation Mitte auf einer Skala von eins bis zehn mit sieben Punkten ziemlich zufrieden. Unabhängig von der Altersgruppe zeigte sich aber, dass Personen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status deutlich unzufriedener waren.

Soziale Unterschiede in der Lebenszufriedenheit

  • Zufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation

    Insgesamt erreichen die 30- bis 59-Jährigen auf einer Skala von 1 bis 10 eine Zufriedenheit mit der eigenen Situation von 7,0 Punkten.

    Betrachtet man nur die Personen mit niedrigem sozioökonomischen Status, sind es 5,9 Prozent.

  • Zufriedenheit mit der beruflichen Situation

    Insgesamt erreichten die Befragten einen Wert von 6,8. Bei den Personen mit niedrigem Sozialstatus waren es 5,8.

  • Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation

    Insgesamt erreichten die Befragten einen Wert von 6,2. Die Personen mit niedrigem sozioökonomischen Status kamen nur auf 4,7 Punkte.

Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise ziehen viele der Befragten für die vergangenen fünf Jahre eine positive Bilanz. 37 Prozent gaben an, es gehe ihnen heute wirtschaftlich besser. Lediglich ein knappes Viertel der Befragten bewertete die aktuelle Situation schlechter.

Die Themen Digitalisierung und Demografie werden als besonders wichtige Triebfeder des gesellschaftlichen Wandels angesehen. 70 Prozent der Befragten gaben die stärkere Vernetzung der Menschen durch digitale Technologien als den Punkt an, der unsere heutige Gesellschaft besonders stark beeinflusst.

Gespaltenes Verhältnis zur Digitalisierung

Ohne weiteres auf das Internet zu verzichten, kann sich quer durch alle Schichten zwar nur jeder Fünfte vorstellen. Doch die Technisierung aller Lebenswelten sehen die meisten eher skeptisch. Zwar rechnen 82 Prozent der Befragten fest damit, dass der Alltag in Zukunft noch viel stärker von Technik dominiert sein wird. Den Wunsch nach mehr Technik im Alltag äußerten aber lediglich vier Prozent.

Generation Mitte sieht digitalen Wandel mit Unbehagen, treibt ihn aber zugleich voran

  • Missbrauch

    90 Prozent der Befragten verbinden mit dem Internet den Missbrauch ihrer persönlichen Daten.

  • Überwachung

    77 Prozent fürchten, dass das eigene Leben immer stärker überwacht werden kann.

  • Kundenkarten

    ABER: 61 Prozent nutzen trotzdem Kundenkarten oder Bonusprogramme.

  • Buchungen

    57 Prozent der Befragten haben bereits Reisen oder ein Hotelzimmer über das Internet gebucht.

  • Soziale Netzwerke

    49 Prozent der 30- bis 59-Jährigen sind Mitglied in mindestens einem Sozialen Netzwerk.

Eine nahezu schizophrene Einstellung zeigt sich in aller Deutlichkeit beim Thema Datensicherheit: 77 Prozent sorgen sich davor, dass durch das Internet ihr Leben immer stärker überwacht wird. Ganze 90 Prozent fürchten Datenmissbrauch. Doch 61 Prozent gaben an, ihre persönlichen Informationen freiwillig an Kundenkarten oder Bonusprogramme gegeben zu haben.

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