Ungezwungener Freitag: Der Dresscode für das Oktoberfest

kolumneUngezwungener Freitag: Der Dresscode für das Oktoberfest

Kolumne von Lin Freitag

Bald startet das Oktoberfest. Das Problem: Zahlreiche Unternehmen nötigen ihre Mitarbeiter zu einem Besuch.

In zwei Wochen geht es wieder los, das Masstrinken, das Rumtata, das Prosit der Gemütlichkeit. Dann öffnet das Münchner Oktoberfest zum 183. Mal seine Pforten. Das ließe sich eigentlich getrost ignorieren, wäre da nicht folgendes Problem: Geht es doch schon lange nicht mehr nur um das freistaatliche Original, sondern auch um das elfte Münsteraner Oktoberfest, die sechste Ausgabe des Auricher O’zapft ist, das 14. Sächsisch-Bayerische Oktoberfest in Zwickau und so weiter und so fort.

Ob Groß-, Mittel- oder Kleinstadt, ob West, Süd, Ost oder Nord: Es gibt einfach kein Entrinnen mehr. Das gilt leider auch für die leidenschaftlichen Verweigerer von Brezn und Blasmusik. Denn immer häufiger wird das Fest zum Ziel für einen Mitarbeiterausflug, Incentive für die besonders Engagierten oder Schauplatz eines After-Work-Drinks. Doch geht das? Brezn, Blasmusik und Business?

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Problematisch ist der Besuch im Festzelt vor allem für Frauen. Denn was tragen beim gemeinsamen Schunkeln mit dem Chef? Wer sich gegen ein Dirndl entscheidet, gilt womöglich als Spaßbremse. Und wer das Trachtenkleid trägt, hat ein Kompetenzproblem. Genießt das Dirndl doch spätestens seit Rainer Brüderles verbalem Ausfall gegenüber der Journalistin Laura Himmelreich einen fragwürdigen Ruf. Dazu das Drama um die Schleife. Links, rechts, mittig, egal: Was geht den Chef der Beziehungsstatus an?

Aber auch für Männer birgt der geschäftliche Oktoberfest-Ausflug Risiken. Alberne Hüte aus Filz, zu kurze oder zu enge Lederhosen und blau-weiß-karierte Hosenträger sorgen ebenfalls nicht unbedingt für einen äußeren Zugewinn an Kompetenz. Doch wenigstens müssen sie nur ihre Waden entblößen. Was für Mann und Frau okay ist, liegt auch am Standort. Je weiter südlich, desto folkloristischer darf es sein. Denn wer in München, Rosenheim oder Augsburg geboren ist, der weiß, dass ein Dirndl bis zur Mitte der Wade reichen sollte und und nicht aus rosafarbenen Polyesterstoff besteht. Männer wissen, dass die Lederhose zwar figurbetont, aber nicht hauteng sitzen sollte und entweder klassisch als Kniebundhose getragen wird – oder als etwas kürzere Version, die dann aber kurz oberhalb des Knies enden sollte. Bei den Schuhen hingegen ist die Auswahl groß: Je nach Unternehmen kann auch ein Sneaker, Budapester oder Monk zur Lederhose getragen werden. Nur allzu filigran und spitz sollte das Schuhwerk nicht sein, das mutet seltsam an zur rustikalen Buxe.

Wer keine Lust hat, für einen Tag in Lederhose oder Dirndl zu investieren, kann auch einen Janker zu Jeans und Karohemd tragen. Und das am besten auf Rechnung des Chefs. Denn Blasmusik und Business – eigentlich passt das nicht so richtig zusammen.

Geht gut: ein Janker oder eine Lodenjacke zur Jeans oder Chino – das gilt für Mann wie auch für Frau

Geht gar nicht: zu kurze, üppig dekolletierte Dirndl, knackenge Ledershorts

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