Ungezwungener Freitag: Die Politik und der Leo-Schuh

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Mehr Extravaganz in deutschen Büros erwünscht.

Kolumne von Lin Freitag

Nach Theresa Mays Amtsantritt sprach die Welt mehr über ihre Schuhe als über den nahenden Brexit. Warum? Von der britischen Premierministerin können auch Büroangestellte etwas lernen.

Ob Brexit oder Boris Johnson: Auf dem Schreibtisch der neuen Premierministerin Großbritanniens türmen sich die Probleme. Trotzdem scheint die Menschheit nicht daran interessiert, was auf Theresa Mays Schreibtisch passiert, sondern mehr daran, was darunter steht. Nach ihrer Amtseinführung zeigten gleich mehrere Zeitungen Mays Schuhe auf den Titelseiten – anstatt ihres Gesichts. Spitz zulaufend, mit klitzekleinem Absatz und aus Leopardenfell erschienen sie interessanter als der Umstand, dass May sich jetzt um den Austritt der Briten aus der EU kümmern muss.

Theresa May ist eine mutige Frau. Jeder Mensch, der schon einmal Leopardenschuhe im Büro getragen hat, weiß: Das ist kein Spaß. Kein Kollege übersteht die Begegnung in der Kaffeeküche ohne Kommentierung der Schuhwahl. Von „Wie viele Tiere mussten dafür sterben?“ bis „Wir sind doch hier nicht im Zoo“ ist alles dabei.

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Der kleine Unterschied: May hört die Leopardenwitze nicht nur von den Kollegen, sondern von der ganzen Welt. Glücklicherweise gilt die ehemalige Innenministerin als kühler Kopf. Und zeigt damit, dass manchmal doch alles geht: Kompetenz im Job, Extravaganz bei der Kleiderwahl. Außer in Deutschland.

Im Land der Multifunktionsjacken, Sandalen-über-Socken-Träger und Verfechter des Kurzarmhemdes finden ausgefallene Kleidung und Leistung nicht zueinander. Kein Wunder, dass Heiko Maas – der einzige deutsche Minister, der in guten Anzügen steckt – sofort glamouröse Tendenzen angeheftet werden. Ein Wort, das hierzulande allerdings nur in „Bunte“ und „Gala“ wie ein Lob klingt. In der restlichen Welt hingegen ist das anders.

Dort kann IWF-Chefin Christine Lagarde mit sündhaft teurer, knallroter Handtasche über die Ökonomie Indiens sprechen. Und Manager tragen nicht ihre Anzüge aus vergangenen Dekaden auf, sondern kaufen sich jede Saison neue. Kombinieren diesen womöglich sogar noch mit einem rahmengenähten Schuh. Oder beschäftigen teure Friseure.

Gut, dass Angela Merkel aussieht, wie Angela Merkel aussieht. Da gibt es wenig zu meckern. Außer sie bückst aus. Das passiert von Zeit zu Zeit. Zum Beispiel wenn sie eine Halskette in Deutschland-Farben wählt oder die Abend-Tasche bei den Bayreuther Festspielen an ihrer Hand festklebt. Dann ist die Schadenfreude groß, und man versteht, warum nicht jeder so modemutig ist wie May.

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Mode von Armani Quelle: dpa

Dabei ist es nun einmal so: Politik und Wirtschaft leben inhaltlich von den Problemen, der Ernsthaftigkeit und den Krisen. Zumindest optisch kann da doch ein wenig Freude nicht schaden. Oder anders gesagt: Lustige Schuhe machen die Welt, auf der sie stehen, ein bisschen schöner.

Geht gut: Ein bisschen Leopard zum normalen Hosenanzug, eine fröhliche Socke im seriösen Schuh, ein bunter Gürtel in der langweiligen Buxe

Geht gar nicht: gibt es gar nicht. Mehr Extravaganz schadet keinem deutschen Büro

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