Ungezwungener Freitag: Dolle Daune

kolumneUngezwungener Freitag: Dolle Daune

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In diesem Jahr ist statt der Kamelhaarjacke die Daunenjacke angesagt

Kolumne von Lin Freitag

Multifunktionsjacke ade: Die neuen Daunenjacken könnten eine modische Bürorevolution anzetteln.

Eine fürchterliche Kombination aus dem deutschen Büroalltag steht vor dem Aus: Multifunktionsjacke zum Anzug. Stattdessen liegen leichte Daunenjacken im Trend. Sie sind wind- und wasserabweisend, atmungsaktiv und speichern Körperwärme ab. Zudem sind sie, wie der Name schon vermuten lässt, schön leicht. Bei so vielen praktischen Gründen wundert es, dass die Deutschen die Daune nicht schon längst entdeckt haben. Wählt doch kaum eine andere Nation dieser Welt ihre Garderobe so sehr nach der Vernunft aus.

Allen optischen Nachteilen zum Trotz greifen die meisten Bundesbürger lieber weiter beherzt bei Jack Wolfskin zu – Mann und Frau gerne auch im Partnerlook – als bei Jil Sander, lieber bei Deuter als bei Dior. Es könnte schließlich anfangen zu regnen. Oder hageln, schneien oder stürmen. Oder auch alles gleichzeitig. Der Trend zur Daune passt zur allgemeinen Verfreizeitlichung der Bürogarderobe. Wenn schon im Sommer auf der Chefetage Sneaker erlaubt sind, dann muss es im Herbst und Winter kein Kamelhaarmantel sein. Und wer bei Daune noch an die dicken Michelin-Männchen-Modelle von Helly Hansen aus den Neunzigerjahren denkt, der irrt gewaltig.

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Ohne Kontrastfarben und Kaputze

Doch ein paar Regeln gibt es. Die Oberfläche darf ein wenig glänzen, aber bitte nicht zu stark. Die Farbe sollte gedeckt sein: beige, tannengrün, bordeauxrot oder grau sind besser als schwarz. Zudem sollte sie ohne offensichtliche Outdoor-Devotionalien auskommen: keine Kapuze, keine auffälligen Taschen, keine zusätzlichen Reißverschlüsse. Und auf gar keinen Fall Nähte in Kontrastfarben oder andere Zweifarbigkeiten. Das könnte natürlich wieder für einige Verstimmungen bei den Ex-Jack-Wolfskin-Fans sorgen.

Idealerweise schließt die Jacke mit dem Blazer ab, besonders modische Damen und Herren lassen den Sakko-Saum ein wenig hervorblitzen. Wer sichergehen will, wählt einen Kurzmantel aus Daune. Wenn es nach den Designern geht, überlebt die Daune auch noch den nächsten Frühling. Brunello Cucinelli zeigt kragenlose Westen in Beige, die entweder unter oder über dem Blazer getragen werden. Burberry hingegen schneiderte die Daune in Blazerform, genau wie Hugo Boss. Extravagante Modelle, bei denen die Federn in Leder oder Samt gehüllt werden, gibt es bei Loro Piana.

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Wer erst einmal testen will, wie sich so ein Leichtgewicht trägt, kauft sich den Klassiker für 60 Euro bei Uniqlo. Die Jacken kommen in einem kleinen praktischen Beutel, sodass man sie zusammenrollen kann wie früher den Schlafsack. Damit eignen sie sich hervorragend zum Zwiebel-Look – was angesichts der bislang lauen Herbsttemperaturen besonders praktisch ist. Und bei diesem Wort sollte dem Multifunktionsjackenträger doch auch wieder das Herz aufgehen.

Geht gut: als schmal geschnittene, kragenlose Weste unter dem Anzug oder als Jacke darüber

Geht gar nicht: als überdimensioniertes Modell à la North Face oder Helly Hansen – es heißt nicht umsonst leichte Daune

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