
Arndt steht für den modernen Typ des Uni-Chefs. Die Präsidenten und Rektoren der besten Hochschulen Deutschlands klingen nicht mehr wie verkopfte Professoren, die sich am liebsten hinter staubigen Akten und dicken Büchern verschanzen; sondern wie Manager eines Wirtschaftsunternehmens, die die Öffentlichkeit gezielt suchen. Und die nicht davor zurückschrecken, sich notfalls erst einmal unbeliebt zu machen.
Arndt hat in den vergangenen Jahren viele Steine in Mannheim umgedreht und so manchen weggeworfen. Die Bereiche Jura und VWL wurden in einer Fakultät verschmolzen, ebenso die Fächer Informatik und Mathematik.
Aber Arndt hat auch eine Vision sowie das rhetorische Talent, diese zu kommunizieren. So gelang es ihm, Gegner und Skeptiker seiner Reformvorschläge zu begeistern – und zwar so gut, dass die „Zeit“ am Ende gar vom „Wunder von Mannheim“ schrieb.
Kreative Individualisten
Der Rektor selbst sieht das wesentlich nüchterner. Es sei „die einzige Überlebenschance, zu einer Marke zu werden“, sagt Arndt. Er leugnet gar nicht, dass deren Kern vor allem aus BWL und VWL besteht – mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Arndt legt Wert darauf, in Mannheim nicht nur ordentliche Controller, sorgfältige Bilanzprüfer oder raffinierte Strategen auszubilden. Sondern kreative und neugierige Individualisten, die über den viel zitierten Tellerrand hinausschauen können. Deshalb besteht das hiesige BWL-Bachelorstudium auch zu einem guten Teil aus Geisteswissenschaften.
Diese besondere Ausrichtung war einer der Gründe, warum Karsten Asbahr heute seinen BWL-Master in Mannheim macht. Den 24-Jährigen überzeugte das Konzept aus fachlicher Qualität einerseits und breiter Ausbildung andererseits.
Gute Noten alleine reichen nicht
Bereits im Bachelorstudium absolvieren die angehenden Betriebswirte nicht nur ein obligatorisches Auslandspraktikum, sondern belegen auch geisteswissenschaftliche Vorlesungen. Dort beschäftigen sich die zukünftigen Marketing- oder Controllingspezialisten mit lateinamerikanischer Geschichte, Texten des Philosophen Walter Benjamin oder Grundlagen der Soziologie.
Der Wirtschaft gefällt das Mannheimer Ausbildungskonzept – was sich nicht nur in Millionenspenden von Unternehmen oder Mäzenen wie SAP-Mitgründer Hasso Plattner ausdrückt. Die Hochschule belegt im aktuellen Uni-Ranking sowohl im Bereich Betriebswirtschaft als auch in Volkswirtschaftslehre unangefochten den ersten Rang. In BWL hat sie sogar 50 Prozent mehr Stimmen als der Zweitplatzierte.
BWL-Student Asbahr würde in Zukunft gerne in einer Unternehmensberatung oder bei einem Wirtschaftsprüfer einsteigen. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dort mit philosophischen Kenntnissen glänzen kann, gering. Dennoch steigert Asbahr durch dieses vermeintliche Exotikum seinen Marktwert.
Auch das ist ein Ergebnis des aktuellen Uni-Rankings: Gute Noten alleine reichen nicht. Stattdessen spielt die Persönlichkeit der Bewerber eine immer größere Rolle. Im Jahr 2007 legten darauf etwa 77 Prozent der Personaler Wert, in diesem Jahr sind es schon 87 Prozent.




























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Alle Kommentare lesen16.10.2011, 20:30 UhrAnonymer Benutzer:rumdum
ich verstehe nicht warum hier einige schreiben, international wären deutsche Hochschulen nicht present. im financial times ranking für den Master steht Mannheim weltweit auf Platz 11 und die WHU auf Platz 6. Das lässt sich doch sehen.
Wie diese Rankings zustande kommen lässt sich natürlich weiterhin in Frage stellen.
Das hier gerade die bekannten Unis genannt werden ist logisch. Es wird ja nicht das Programm getestet, sondern es werden Personaler befragt, die im übrigen meist sehr viel mehr als eine Uni "von innen gesehen haben" und viele Erfahrungswerte mit unterschiedlichen Studenten der jeweiligen Unis haben. Desweiteren gibt es doch quantifizierte Analysen der Aufnahmehäufigkeit von bestimmten Unis usw...
Der Name einer Uni sagt daher schon etws über den durchschnittlichen Studenten aus.
26.09.2011, 01:13 UhrAnonymer Benutzer:user123
"Am 1. September 2011 erlangte die EbS Universitätsstatus" Quelle: Wikipedia.
Super, dass du andere als Schlaumeier beschimpfst ohne vorher nachzudenken. Schau mal bitte auf das Veröffentlichungsdatum des beitrages und des Artikels. Alles vor der Anerkennung veröffentlicht.
Scheint wohl eine EbS-Eigenart zu sein mehr darstellen zu wollen als man ist... Arm nur, dass genug HR-Manager auf das Gelaber reinfallen
01.09.2011, 02:51 UhrAnonymer Benutzer:user123
@xna
Du Schlaumeier, die EbS war vor dem Uni-Status (den sie inzwischen erlangt hat) eine wissenschaftliche Hochschule und genoss deshalb den gleichen Stauts wie eine Universität (Habilitations- und Promotionsrecht). Nach deiner Aussage hhätte die WHU dementsprechend auch nichts im Ranking zu suchen.
Fazit: Erst denken, dann sprechen.