Hier waren Privathochschulen in der Vergangenheit im Vorteil. Waren! In diesem Jahr tun sich die einstigen Kaderschmieden für Top-Manager äußerst schwer. Die Privatuni Witten-Herdecke beispielsweise ist weder in BWL noch in VWL auf Spitzenpositionen gelandet. Die Handelshochschule Leipzig rutscht in BWL von Platz neun im vergangenen Jahr auf Rang 15 ab. Selbst die WHU, bis dato das deutsche Aushängeschild im Ausland, büßt sieben Plätze ein: Rang 12. Allein die European Business School (ebs) hält die Fahne der Privaten hoch: Sie ist drittplatziert in BWL – ein Plus von drei Rängen. Eine mögliche Erklärung für den Absturz der Privatunis: Die Konkurrenz ist erwacht. Die Staatlichen Hochschulen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie bieten ihren Studenten heute jenen praxisrelevanten Inhalt, den jahrelang einzig die Privaten im Angebot hatten: etwa Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung, verpflichtende Praktika und das Lösen praxisnaher Fallstudien. Begünstigt werden sie durch die Umstellung der Diplom-Studiengänge auf die Titel „Bachelor“ und „Master“. Die neuen Studiengänge verschulen den Lehrbetrieb und erhöhen die berufsrelevanten Qualifikationen. Auch Unternehmen „profitieren vom Umstieg auf die neuen Studiengänge“, sagt Georg Johann Bachmaier, Leiter der Personalrekrutierung bei der Deutschen Bank. Er könne internationale Bewerber besser miteinander vergleichen. So plant der Finanzdienstleister in diesem Jahr, weltweit mehr als 1000 Trainees einzustellen, ein Viertel davon in Deutschland. Vor allem im Investmentbanking und Privat- und Firmenkundengeschäft sucht der Konzern Mitarbeiter, aber auch im Operations- und IT-Bereich. Allen voran Bachelor-Absolventen, denn sie sind früher fertig, somit jünger und „verfügen darüber hinaus über wichtige Schlüsselkompetenzen“. In Traineeprogrammen erhalten sie dann den unternehmensspezifischen Schliff. 66 Prozent der befragten Personaler glauben, dass der Bachelor im Bereich Wirtschaftswissenschaft in Zukunft zum Regelabschluss wird. Bei naturwissenschaftlichen Fächern glauben sie allerdings eher an die Zukunft des Masters. Als Faustformel gilt: „Je spezialisierter das Karriereziel, desto sinnvoller ist die Vertiefung des Fachs in Form eines Masters“, sagt Bachmaier. Während sich die Universitäten bei der Umstellung bis 2010 noch etwas behäbig zeigen, preschen Fachhochschulen mit neuen Programmen voran. 70 Prozent der Studiengänge sind bereits umgestellt — im Vergleich zu 39 Prozent an den Universitäten. Damit zeigen sich die FHs flexibler.
Das Niveau der Fachhochschulen beurteilen Personalmanager ohnehin positiv. Acht von zehn Befragten loben die hohe Praxiserfahrung der Absolventen. In allen anderen Bereichen außer der theoretischen Ausbildung liegen die Absolventen von FH und Uni gleichauf. Zwischen beiden Hochschultypen gebe es kaum noch Unterschiede: „Es gibt sehr gute Fachhochschulen, die wir bei der Personalauswahl genauso stark berücksichtigen wie Universitäten“, sagt SAP-Manager Laick. Aber auch hier gilt: Nur die Besten kommen zum Zuge. Eine der Top-Adressen ist die European School of Business in Reutlingen. Sie bietet internationale Studiengänge mit doppeltem Abschluss an. So absolvieren Studenten beim deutsch-französischen Programm je vier Semester an der renommierten Reims Management School und in Reutlingen. Ähnliche Kooperationen laufen mit Hochschulen in Irland, Spanien, den USA und Mexiko. Seit Jahren landet die ESB im Ranking vorne. Die Qualität der Absolventen hat sich herumgesprochen. Auf Karrieremessen stehen Unternehmen Schlange — so wie auf der Veranstaltung Ende 2006, als Berater von Roland Berger und Booz Allen Hamilton, Rekrutierer von Bosch und BASF oder von Konzernen wie Otto und Lidl schon Arbeitsverträge im Gepäck hatten.














- als Spam melden
- antworten
Alle Kommentare lesen19.03.2009, 18:18 UhrAnonymer Benutzer: huk
Eichstätt hat dies alles nicht, sondern seit 20 Jahren von Profs die selben Lehrveranstaltungen .