Universal Design : Einfach, handlich, verständlich

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Universal Design : Einfach, handlich, verständlich

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„We love machines“ heißt der Wahlspruch der Münchner Designer Tim Wichmann (links) und Christian Jaeger.

Gute, gelungene Formen sind längst kein Privileg mehr von Einrichtungsgegenständen. Gestalter nehmen sich von Druckmaschinen über Bohrmaschinen bis zu Kleiderbügeln alltäglicher Gegenstände an.

Der Weg zum Einfachen ist manchmal ganz schön kompliziert. Wie der zur KaiKai Company in Münchens Maxvorstadt. Erst geht es durch einen Hinterhof, vorbei an einem halben Dutzend Rädern, dann über knarrende Holzstufen hinauf, ins Chefbüro, das sich die beiden Diplom-Designer Christian Jaeger und Tim R. Wichmann teilen. An der Wand steht der Regalklassiker von USM, auf der Fensterbank ein Modell des Batmobils.

Nein, das sei kein Vorbild, winken die beiden Männer ab, das sei ganz erbärmlich gestaltet. Die KaiKai Company hat sich auf Industrieanlagen spezialisiert, die anderthalb Jahrzehnte oder länger in Betrieb sind und gut und gern zweistellige Millionenbeträge kosten. "We love machines", lautet ihr Wahlspruch. Auftraggeber sind Ingenieure, für die innere Werte zählen: die Leistungsdaten ihrer Maschinen. Design gilt in dieser Branche als vernachlässigbar.

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Das könnte sich ändern. Da wäre etwa die Colorman E:Line von Manroland, eine Rollenoffsetdruckmaschine, die aussieht, als hätte George Lucas Pate gestanden beim Entwurf. Science-Fiction zum Anfassen. Wie riesige Tintenpatronen liegen die Druckwalzen übereinander. Ihre hochglänzend weißen Flächen erinnern an das Visier der Sturmtruppen aus "Krieg der Sterne". Alles wirkt aufgeräumt. Clean. Und das mit gutem Grund. Sauber soll es in der Produktion zugehen, klar und effizient. 90.000 Zeitungen spuckt die Anlage pro Stunde aus, zwei Falzwerke rotieren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 12,75 Metern pro Sekunde.

Die Druckmaschine Colorman E:Line von Manroland wirkt wie Science-Fiction zum Anfassen. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Die Druckmaschine Colorman E:Line von Manroland wirkt wie Science-Fiction zum Anfassen.

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Presse

Die rund 250 Tonnen schwere Anlage mit ihren vier Drucktürmen lässt sich per Fingerwischen steuern, fast wie ein überdimensionales Handy. "Design sollte die revolutionäre Technik widerspiegeln", erklärt Wichmann, der ganz neue Fragen beantworten musste. Zum Beispiel: Wie teilt eine Maschine eigentlich mit, dass sie zu wenig Kühlflüssigkeit hat? Die Antwort der "Jungs von KaiKai", wie sie sich selbstironisch bezeichnen: Leuchtlinien an der Verkleidung zeigen ihren inneren Zustand an. Diese Kommunikation funktioniert wie ein Ambient-Light in der Bar nach Feierabend. Blau steht für Automatikbetrieb, Gelb gibt einen Warnhinweis, Grün heißt alles in Ordnung. Und Rot? "Achtung, sofort Handeln", bricht es aus Wichmann heraus.

Design spielt nicht nur beim Offsetdruck eine große Rolle. Sanft leuchtende Töne und klare Formen stehen in einem größeren Kontext, einem funktionalen Zusammenhang. Es geht um Ergonomie. Und Betriebssicherheit. Wie steigert Produktdesign die Kommunikation von Mensch und Maschine? Schließlich bedienen immer weniger Fachleute die Millionenanlagen.

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