Unverständliche Texte: Der Ärger mit dem Kleingedruckten

Unverständliche Texte: Der Ärger mit dem Kleingedruckten

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Versicherungen, Banken, Finanzämter: Was sie schreiben, verstehen oft nur Experten

von Jan Willmroth

Versicherungen, Banken, Finanzämter: Was sie schreiben, verstehen oft nur Experten. Zu oft müssen sich Verbraucher mit komplizierten Formularen und Verträgen herumärgern, so das Ergebnis einer Studie. Dass es anders geht, zeigt sich an Beipackzettel von Medikamenten.

Die Steuererklärung machen, eine Krankenversicherung abschließen oder den Stromanbieter wechseln: So grundlegend diese Dinge sind, so sehr laden sie zum Verzweifeln ein. Was Unternehmen und Behörden für Verbraucher und Bürger schreiben, verstehen oft nur noch Experten. Eine große Mehrheit der Deutschen begegnet im Alltag unverständlichen Informationen, so das Ergebnis einer Studie der Ergo-Versicherungsgruppe. Dabei fallen vor allem Banken und Versicherungen sowie Finanzämter durch - die Beipackzettel von Medikamenten hingegen verstehen die meisten.

Ist die Welt also für viele zu kompliziert? Die Studie lässt es vermuten. In einer alternden Gesellschaft birgt sie harte Urteile über verschiedene Branchen, die ihre wichtigste Zielgruppe mit Kauderwelsch abschrecken. 2600 Bürger befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa für die Erhebung. Vor allem Ältere haben demnach Probleme, mitzuhalten: 40 Prozent der über 60-Jährigen begegnen im Alltag häufig oder sehr häufig unverständlichen Informationen, bei den 18-29-Jährigen ist es immerhin noch jeder Fünfte.

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Am Ende der Liste stehen Formulare und Informationen zur Steuererklärung. Die versteht kaum jemand oder nur, wer sich damit beschäftigt hat. Nur fünf Prozent der Befragten meinen, sie seien leicht verständlich. Dabei fallen Steuerunterlagen bei der Verständlichkeit quer durch alle Bildungsschichten durch. "Unternehmen und Behörden gehen davon aus, dass schwer verständliche Unterlagen nur von einer kleinen Gruppe mit niedrigem Bildungsstand nicht verstanden werden können", sagt der Kommunikationswissenschaftler Anikar Haseloff von der Universität Hohenheim auf die Frage, warum Unverständlichkeit nicht als gesellschaftliches Problem wahrgenommen werde.

Vorbild Beipackzettel

Wie die Studie zeigt, wäre das allerdings angebracht. Dass es auch anders geht, beweisen die Beipackzettel von Medikamenten. Da selbst einfache Medikamente komplexe Wirkstoffe enthalten und unangenehme Nebenwirkungen haben können, sollte sie jeder verstehen. Beinahe ein Drittel der Befragten ist der Meinung, das funktioniere auch. Ein Grund: Für die Informationen auf dem Beipackzettel sind seit 2006 so genannte Verständlichkeitstests vorgeschrieben. Die Zielgruppe wird dabei in die Formulierung der Beipackzettel mit einbezogen; es gibt Regeln und vorformulierte Sätze, die Unternehmen verwenden. So tauchen viele Informationen bei verschiedenen Medikamenten ähnlich formuliert auf und sind leichter zugänglich.

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