Vertrauensindex: Argwohn im Anmarsch

Vertrauensindex: Argwohn im Anmarsch

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Ein Mann mit Aktentasche

von Jochen Mai

Wem vertrauen die Deutschen noch? Ein exklusiver Vertrauensindex zeigt erstmals, wie glaubwürdig einzelne Branchen sind und wie viel Misstrauen aktuell in den Unternehmen herrscht.

"Vertrauen ist der Anfang von allem" lautete der Slogan, mit dem die Deutsche Bank in den Neunzigerjahren ihre Finanzprodukte bewarb und damit den Tenor der gesamten Branche traf: Sein sauer verdientes Geld gibt man nicht irgendwem, sondern einem Menschen mit seriösem Leumund. Jedenfalls in der Theorie. Eine gute Dekade später folgte die Finanzkrise und mit ihr zahllose Fälle von Untreue, Betrug und Missmanagement, die das Vertrauen der Menschen in einem bis dato unbekannten Ausmaß erschütterten. Das Vertrauen – in diesem Fall war es der Anfang vom Ende.

Bis heute hallt das nach. Keine Branche genießt bei den Deutschen weniger Vertrauen als die der Banken. Und das ist nur eines der Ergebnisse des neuen, repräsentativen Vertrauensindex, den die WirtschaftsWoche ab sofort jedes Quartal zusammen mit dem Wirtschaftsverband der führenden PR-Agenturen GPRA und dem Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid erstellt.

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Lebensmittelbranche schneidet gut ab

Thematisiert wird bei der Umfrage etwa, inwieweit Verbraucher Unternehmen bestimmter Branchen für glaubwürdig halten und wie ehrlich sich diese gegenüber ihren Kunden verhalten. Durch die regelmäßige Erscheinungsweise wird zudem offenbar, welche Branchen Vertrauen verspielen – oder hinzugewinnen. Solche Trendaussagen lassen sich bei der Ersterhebung freilich noch nicht machen – sie ist eher ein Dokument des Status quo.

Und auffällig ist dabei das gute Abschneiden der Lebensmittelbranche: Mit einem Indexwert von 42,1 attestieren die Kunden den dazugehörigen Aber auch zwischen den Generationen variiert das Vertrauen enorm.

Während die Gruppe der 25- bis 39-Jährigen mit rund 65 Prozent zu den vertrauensvollsten Mitarbeitern zählt, gehören die 50- bis 59-Jährigen zu den größten Skeptikern. Von ihnen glaubt nur jeder Zweite (49 Prozent) den Aussagen des Top-Managements.Unternehmen die höchste Glaubwürdigkeit – und das trotz jüngster Skandale um Kunstkäse und Glibberschinken. Noch bemerkenswerter ist, dass auch die Enthüllungen um illegale Mitarbeiterüberwachungen vergessen sind. So glaubt die Mehrheit der Befragten, dass die Branche mit ihren Angestellten am vertrauensvollsten umgeht.

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