Volunteer Day: Ohne Ehrenamtliche funktioniert es nicht

KommentarVolunteer Day: Ohne Ehrenamtliche funktioniert es nicht

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Am fünften Dezember ist Internationaler Tag des Ehrenamtes.

von Kerstin Dämon

Sprachkurse, Apps, Spenden: Tausende Freiwillige kümmern sich um die Integration von Flüchtlingen. Am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamts, stehen die freiwilligen Helfer im Fokus. Ohne sie geht nichts. Ein Kommentar.

Am heutigen fünften Dezember ist der "International Volunteer Day" oder "Tag des Ehrenamtes". Ins Leben gerufen wurde der Tag einst von den Vereinten Nationen, um Menschen zu danken, die sich freiwillig für andere engagieren. In Deutschland merken wir dieser Tage ganz deutlich, wie wichtig diese Menschen sind. Denn nicht die Bundeswehr bringt Flüchtlingen an den Bahnhöfen warme Pullover oder heißen Tee und nicht die Polizei tröstet verängstigte Menschen. Es sind Freiwillige. Studenten, Arbeitslose und Rentner, Eltern, Kinder, Angestellte, Beamte, Selbstständige, Chefs. Statt nach "dem Staat" zu schreien, krempeln sie die Ärmel hoch und teilen Suppe aus, bringen ihre alten Kleidungsstücke zu Flüchtlingsunterkünften, helfen Kindern beim Deutsch lernen, spenden Zeit, Geld, Trost. Und bekommen dafür: Nichts. Im besten Fall müssen sie sich als naive Dummchen - Neudeutsch: Gutmensch - bezeichnen lassen.

Das gute an der freiwilligen Hilfe ist: Niemand muss es tun. Niemand muss Flüchtlinge an Bahnhöfen willkommen heißen oder sich um sie kümmern, genauso wenig muss irgendjemand beim nächsten Hochwasser Sandsäcke stapeln oder als freiwilliges Feuerwehrmitglied Menschen aus Autowracks schneiden und Brände löschen. Es wäre schön, wenn es mehr Menschen tun würden, aber es wäre schon ein großer Schritt, wenn man diejenigen, die es tun, nicht noch beschimpft oder tätlich angreift.

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"Freiwillige sind das Rückgrat der Gesellschaft"

Denn es braucht immer auch Freiwillige, die ihre Freizeit opfern, um mitanzupacken. Die Urlaub nehmen, sich freistellen lassen, um anderen zu helfen – und das gilt nicht nur in der Flüchtlingskrise. "Das freiwillige Engagement der vielen Menschen ist Rückgrat unserer Gesellschaft, ohne das auch das THW seine vielfältigen Aufgaben nicht erfüllen könnte. Darauf können wir zu Recht stolz sein ", sagt Albrecht Broemme, Präsident des Technischen Hilfswerks (THW). Denn auch Polizei, Feuerwehr und THW hätten bei Hochwasser oder nach Unwettern schlechte Karten, wären da nicht die vielen Freiwilligen, die Sandsäcke stapeln, Essen und Decken verteilen, kurz: die sich die Hände schmutzig machen, um Wildfremden zu helfen.

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Helfen kann man schon im ganz kleinen Maßstab: statt die alte Jacke in den Müll zu werfen, kann man sie jemandem geben, der sie braucht. Oder man investiert Zeit und spielt mit Flüchtlingskindern Fußball. Natürlich geht es auch eine Nummer größer: Studenten und Mitarbeiter der TU München haben eine kostenlose Anwendung entwickelt, in der die wichtigsten Informationen über Ärzte, Behörden und Deutschkurse bereitgestellt werden können. Die Projekte sind vielfältig, dahinter stecken Organisationen, Vereine, Netzwerke oder auch einfach Privatleute. Jeder kann, 13 Millionen Menschen in Deutschland sind ehrenamtlich tätig, aber niemand muss. Auch muss am International Volunteer Day niemand an die Freiwiliigen denken oder ihnen danken.

Wünschenswert wäre dagegen eines: Dass alle, die regelmäßig fragen: "Wofür zahlen wir denn Steuern, wenn wir dann selber helfen müssen?", "Warum nimmt Merkel nicht selber Flüchtlinge auf?", "Wo ist denn der Staat?" eines begreifen: Der Staat sind wir.

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