Welchs Welt: Klare Worte finden

Welchs Welt: Klare Worte finden

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Jack und Suzy Welch

Wie wohl bei den meisten Startups stand am Anfang unserer Unternehmenskarriere eine bedeutungsvolle Mission, die die Spielregeln für uns und alle anderen verändern sollte. Nachdem einige Jahre ins Land gegangen sind, stellen wir heute fest, dass unsere Mission leider doch nicht die erhoffte Wirkung hatte. Wie stellen wir es nun an, eine neue zu entwickeln?

Wie wohl bei den meisten Startups stand am Anfang unserer Unternehmenskarriere eine bedeutungsvolle Mission, die die Spielregeln für uns und alle anderen verändern sollte. Nachdem einige Jahre ins Land gegangen sind, stellen wir heute fest, dass unsere Mission leider doch nicht die erhoffte Wirkung hatte. Wie stellen wir es nun an, eine neue zu entwickeln?

Was für eine aufrichtige Frage. Und eine bewundernswerte dazu! Zunächst einmal, weil nur wenige Unternehmer so offen zugeben, dass ihre Herangehensweise an den Markt sich als Rohrkrepierer erweist und ein Richtungswechsel her muss. Und zweitens, weil nur sehr wenige Führungspersönlichkeiten tatsächlich begriffen haben, wie wichtig es ist, eine wirklich tragfähige und bedeutungsvolle Mission zu kreieren. Und es sind noch viel weniger, die gemeinsam mit ihren Mitarbeitern eine Liste jener unabdingbaren Werte erstellen, die ihrer Mission Leben einhauchen werden.

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Klar, die Existenz einer Mission ist kein Garant für Erfolg, aber unsere Erfahrung hat uns gelehrt: Ohne Mission gibt es fast zwangsläufig Schwierigkeiten.

Das versteht sich von selbst? So würden wir das auch sehen – hätten wir nicht in jedem der vergangenen drei Jahre ein zweitägiges Seminar mit etwa 100 CEOs durchgeführt. Im ersten Jahr glaubten wir, den Teil „Mission und Werte“ in einer halben Stunde abhandeln zu können, bevor wir uns Themen zuwenden würden, die für Top-Führungskräfte wesentlich bedeutsamer sind, wie Fusionen und Übernahmen.

Schockiert stellten wir fest, dass mehr als 60 Prozent der anwesenden CEOs keine Mission hatten und es bei 80 Prozent keinen Kanon explizit ausformulierter Unternehmenswerte gab, an dem sich die Mitarbeiter in ihrem Verhalten hätten orientieren können. Im zweiten und dritten Jahr gab es praktisch keinen Unterschied, abgesehen davon, dass wir nun schon im Vorfeld eine mehrstündige Diskussion über diese verzwickten Themen einkalkulierten.

Verzwickt deswegen, weil die Begriffe „Mission und Werte“ in weiten Teilen zu bedeutungslosen Worthülsen verkommen sind. Praktisch niemand weiß, was damit eigentlich gemeint ist. Auch unsere Workshop-Teilnehmer haben „Mission und Werte“ entweder ignoriert oder in eine nebulöse Pauschalaussage verpackt wie: „Unsere Mission ist es, das beste Unternehmen unserer Branche zu werden“ oder „Unsere Werte sind vorzügliche Leistungen, Integrität und Dienst am Kunden“.

In anderen Worten: „Business as usual.“

Nun wollen wir aber doch Ihre Frage beantworten: Um eine neue Mission für Ihr Unternehmen zu kreieren und, genauso wichtig, einen Kanon neuer Unternehmenswerte, raten wir Ihnen zur nachfolgenden Vorgehensweise.

Im Wesentlichen beginnt der Prozess bei Ihnen, dem Chef. Die Mission liegt in Ihrem Verantwortungsbereich, da Sie am Ende daran gemessen werden. Natürlich sollten Sie jedem zuhören, der etwas Schlaues über Ihren Markt und Ihr Produkt zu sagen hat. Vor allem sollten Sie Querdenkern und Kunden Gehör schenken. Sammeln Sie so viele Daten wie möglich und drehen Sie jeden Stein um. Dann jedoch treffen Sie eine Entscheidung: Wählen Sie einen Weg, um Ihr Unternehmen in seiner Sparte zum Erfolg zu führen. Nehmen Sie kein Blatt vor den Mund!

Erinnern Sie sich noch an die alte Mission von Nike „Reebok vernichten“? Das geht schon in die richtige Richtung. Ebenso ist die Mission von Google kein Wischiwaschi wie „Die beste Suchmaschine der Welt sein“, sondern sie lautet: „Die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.“ Das ist ausgezeichnet, – gleichzeitig inspirierend und machbar, und, was das Beste ist, durch und durch nachvollziehbar.

Sobald Sie Ihre Mission festgelegt haben, müssen die Kollegen daran beteiligt werden, die Werte zum Allgemeingut werden zu lassen. Schließlich bemühen Sie sich, die besten Verhaltensweisen Ihrer besten Leute an deren besten Tagen zu beschreiben, und zwar so bildhaft, dass dieses Verhalten sich leicht nachahmen, messen und belohnen lässt. Als Beispiel hier einige der besten Werte, die uns begegnet sind: „Niemals einen Leistungsträger verlieren“, „Schlechte Nachrichten so schnell wie möglich im Unternehmen verbreiten und Kunden mitteilen“, „Sich Ergebnisse auf die Fahne schreiben, und keine Verfahren“.

Im Gegensatz zu den üblichen Phrasen haben diese Sätze eine Bedeutung. Sie zwingen die Leute dazu, zu handeln. Und das muss Ihr Ziel sein, sowohl in Bezug auf die Mission als auch auf die Werte – vor allem jetzt, da Sie eine Kursänderung vornehmen wollen.

 Würden Sie jemanden einstellen, der seinen MBA via Online-Fernkurs erworben hat?

Gewiss, wenn die betreffende Person über genügend Intelligenz und Talent verfügen würde. Übrigens ist das die Antwort, die wir Ihnen heute geben. Hätten Sie uns diese Frage vor einem Jahr gestellt, wären wir tatsächlich zurückhaltender gewesen.

In letzter Zeit haben wir verstärkt Menschen getroffen, die ihre Qualifikationen mithilfe eines internetgestützten Fernkurses erworben haben. Diese Leute verbinden ein paar charakteristische Eigenschaften: Sie sind älter, stehen im Berufsleben, sind finanziell nicht in der Lage, eine zwei-jährige Weiterbildungspause einzulegen, und sie brennen vor Verlangen, sich neue Karrieremöglichkeiten zu erschließen.

Sicher wird ein MBA von einer renommierten Universität immer ein Gütesiegel darstellen. Und die Erfahrung, ein Präsenzstudium zu absolvieren, besitzt viele einzigartigen Vorteile.

Einen Kandidaten jedoch von vornherein auszusortieren, weil er seinen Abschluss via Fernkurs erworben hat, könnte sich als kurzsichtig erweisen. Diese Leute, die den ganzen Tag arbeiten und die ganze Nacht vor dem Computer sitzen und studieren, verfügen nämlich über genau jenen Biss, den die meisten Unternehmen sehr gut brauchen könnten.

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