Welchs Welt: Obama hat zuviel auf einmal vor

Welchs Welt: Obama hat zuviel auf einmal vor

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Jack Welch

Nimmt sich US-Präsident Barack Obama gerade zu viel auf einmal vor, oder haben die Medien Schwierigkeiten mitzuhalten?

Barack Obama nimmt sich definitiv zu viel auf einmal vor. Das sagen wir nicht wegen seiner Politik, sondern wegen seiner Vorgehensweise. Jede Führungskraft will Veränderungen bewirken – denn das ist ihre Aufgabe. In Krisenzeiten wird der Bedarf für diese Veränderungen erst recht betont. Die Menschen haben Angst, und viele sind wütend. Sie wollen, dass die Probleme gelöst werden, und zwar schnell.

Aber bei solchen Veränderungen – insbesondere solch massiven und fundamentalen, die Obama im Sinn hat – geht es nicht nur darum, Dinge geregelt zu bekommen. Es geht darum, die Dinge richtig geregelt zu bekommen. Und die besten Ergebnisse stellen sich nun mal nicht dann ein, wenn es die Leute eilig haben. Sie entspringen lebhaften Diskussionen, wenn man sich mit Ideen auseinandersetzt, in den Kleinigkeiten der Optionen und ihren jeweiligen Konsequenzen vergräbt – ob beabsichtigt oder nicht.

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Zugegeben, vielleicht hört sich Auseinandersetzen und Vergraben nicht unbedingt nach einer sinnvollen Vorgehensweise an. Aber wenn es um wirklichen Wandel geht, gehört das nun mal unweigerlich zum Auftakt dazu. Leider geht die Regierung in Washington derzeit anders vor.

Ein Grund dafür ist sicher, dass es sich bei den USA derzeit um einen Ein-Parteien-Staat handelt, mit einem unglaublich beliebten demokratischen Präsidenten und einem demokratisch dominierten Kongress, der ihn unterstützt.

Dass sich die republikanische Partei seit der Wahl im November völlig chaotisch verhält, ohne klare Führungskräfte oder gemeinsame Positionen, verschärft diese Situation. Das Ergebnis: Derzeit rollen drei wichtige Reformen gleichzeitig vorwärts.

Gesundheitswesen ist ein Fass ohne Boden

Fangen wir bei der Reform des Gesundheitswesens an, das fast 20 Prozent unserer Wirtschaft ausmacht. Der derzeitige Plan der Regierung sieht vor, Geld für neue Programme auszugeben – und zwar eine Billion Dollar, vielleicht auch ein paar Milliarden mehr oder weniger – um Geld zu sparen. Also bitte! Könnte uns mal jemand verraten, wann solch ein Vorhaben geglückt ist? Neue Regierungsprogramme ziehen mehr Bürokratie und mehr Ausgaben nach sich – niemals aber höhere Qualität und niedrigere Kosten.

Was die ganze Sache noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass die Gesundheitsreform ihren Weg geht, ohne dass sich die Bevölkerung damit auseinandergesetzt hat, welche Ursachen denn hinter diesem Schlamassel stecken. Warum sind die Kosten für ärztliche Behandlungsfehler so hoch? Wie viel Geld sollte für die Technologie für sterbebegleitende Pflege ausgegeben werden? Diese Themen sind kontrovers, aber bis wir dort keinen Konsens haben, bleibt das Gesundheitswesen ein Fass ohne Boden.

Es herrscht eine Husch-Husch-Atmosphäre

Dieselbe Hektik herrscht bei den Reformen des Wirtschafts- und Finanzwesens. Die Obama-Regierung arbeitet daran, ein breites Gebiet dieses Landstreifens mit Aufsicht und Regulierung zu versehen – mit dem Argument, dass das System nur so gerettet werden kann. Aber dieses vermeintliche Notfall-Vorgehen ist nur eine weitere Methode, um die Debatte über die langfristigen Konsequenzen der Entscheidungen totzuschweigen. Wie sich die Regierung beispielsweise bei der Chrysler-Rettung angestellt hat, wird zweifellos noch einige Jahre lang einen abschreckenden Effekt auf die Kapitalbildung in einigen Industriezweigen haben.

Und dann gibt es noch die Eile des Präsidenten, bei den CO2-Emissionen ein Handelssystem und Obergrenzen festzulegen – eine Veränderung, die buchstäblich jeden Amerikaner betreffen wird. Vergessen Sie ordnungsgemäße Verfahren. In der derzeitigen Husch-Husch-Atmosphäre könnte der Plan innerhalb weniger Monate zum Gesetz werden.

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