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Welchs Welt: Warum wir twittern

Ich habe gesehen, Sie twittern jetzt auch. Warum nur verschwenden Sie Ihre kostbare Zeit mit so einem Unsinn?

Suzy Welch twittert
Suzy Welch twittert

Wissen Sie, man weiß eigentlich immer dann, dass man etwas Neues und ziemlich Ungewöhnliches wagt, wenn einem genau solche Fragen, Zweifel und auch Vorwürfe entgegenschlagen. So ist das auch mit diesem wundersamen Dingsbums, dem Mikroblogging-Dienst Twitter, den wir seit einiger Zeit mit einem zunehmendem Enthusiasmus nutzen, der selbst unsere Freunde und Familie verwundert. Und offen gestanden: uns manchmal auch.

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In den vergangenen Monaten sind wir regelrecht Twitter-Fans geworden. Wir glauben zwar nicht daran, dass diese Plattform die Welt verändern wird. Aber wir verstehen sehr gut das Geschäftspotenzial, das darin steckt. Sollte Twitter weiterhin so expandieren wie bisher, wird dieses Online-Gezwitschere zu einem extrem wertvollen Werkzeug avancieren, das Unternehmen dabei helfen kann, ihre Marke aufzubauen, zu pflegen und neue Mikro-Zielgruppen zu identifizieren. Zudem kann es ein nützliches Tool für Manager sein, die mit ihren Leuten – Mitarbeitern wie Kunden – interagieren wollen – und umgekehrt.

Natürlich erklärt das noch nicht, warum wir gerade dabei sind, unsere Tastaturen in ständigen 140-Zeichen-Folgen blank zu tippen – vier- bis fünfmal am Tag. Also: Warum machen wir das?

Twitter: "Da geht zurzeit die Post ab!“

Nun, jedenfalls nicht mehr wegen der Gründe, die wir anfangs hatten. Suzy (Twitter: @SuzyWelch) war die Erste von uns, die mit dem Twittern begonnen hat – und zwar aus ganz klassischen Marketinggründen: Suzy hat vor Kurzem ein Buch geschrieben, und alle eingeweihten Freund rieten uns: „Ihr müsst dazu solche Social-Media-Dienste nutzen. Da geht zurzeit die Post ab!“

In der Tat zeigte sich sehr schnell, dass das ein guter Rat war. Twitters Reichweite und Informationsmöglichkeiten verschafften Suzy binnen kurzer Zeit zahlreiche Interviews (meist mit Bloggern), generierten Massenaufläufe bei Autogrammstunden (über die Suzy vorab twitterte), verhalfen ihr zu Dutzenden Rezensionen, spülten jede Menge Traffic auf ihre Online-Buchseite, und – was das Beste war – sie erzeugten eine ebenso herzliche wie engagierte Fangemeinde aus Lesern. Suzy nennt diese Gruppe inzwischen ihre „Twiffers“ – ein Worthybrid aus „Twitter“ und „Friends“.

Jack Welch: "Ich verstehe dieses Ding einfach nicht."

Nachdem Suzy ein begeisterter Twitterer wurde und sich ihr Account prächtig entwickelte, entschied sich Jack ebenfalls zu twittern (@jack_welch), allerdings unter dem starken Vorbehalt: „Ich verstehe dieses Ding einfach nicht.“

Innerhalb von 24 Stunden sah das jedoch völlig anders aus: Jedes Mal wenn Jack über die Red Sox oder die Celtics zwitscherte, antworteten ihm sofort Dutzende von Sportenthusiasten. Dasselbe passierte bei politischen oder wirtschaftlichen Themen. Das alles führte zu vielen faszinierenden Mini-Debatten über alles Mögliche – angefangen mit Präsident Obamas Wirtschaftspolitik bis hin zu Chrysler oder der GM’s Pleite.

Was wir damit sagen wollen: Twitter ermöglicht Ihnen, an der weltweit größten Cocktailparty teilzunehmen und nahezu gleichzeitig bei unterschiedlichen (meist zivilisierten) Gesprächen mitzuplaudern. Natürlich ist einiges von dem, was man dort hört (und vielleicht auch selber sagt) leichtsinnig und banal. Aber die meisten Plaudereien informieren, engagieren und provozieren Sie auf eine Weise, die Sie offline so einfach nicht reproduzieren können.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.07.2009, 10:36 UhrAnonymer Benutzer: brösel

    Twitter ist ein künstlich gehypte Modeerscheinung. Mit viele Aufwand wird künstlich versucht Twitter aktuell zu halten. Die Leute sollen noch schneller mit noch mehr information überflutet werden, daß sie noch weniger klar denken können, und merken was wirklich passiert. Die großen kassieren ab und betrügen die kleinen, die für einen Hungerlohn arbeiten müssen.
    Twitter ist ein ähliches Kurzphänomen wie Second Life. Erst ist es in aller Munde, sogenannte Experten prophezeihen eine grandiose Zukunft, über alle wird darüber berichtet. Viele legen auch tatsähclihen einen Account an, probiere es aus, und hören gelangweilt gleich wieder auf. Während Twitter von 25 Millionen benutzer spricht, wobei da viele tote Accounts dazugehören.
    Ein paar Spinner machen das vielleicht, die alles machen, hauptsache es ist "neu" und "in". Schauen wir mal - in 2 Jahren ist Twitter weg vom Fenster und kein Hahn kräht mer danach

  • 19.06.2009, 14:15 UhrAnonymer Benutzer: Annemarie

    ich "twittere", weil ich selbst herausfinden will, was es ist... Habe im Moment den Eindruck, twittern ist das erwachsen gewordene Kind von Facebook, wo zwischen allen Antworten und Komentaren zu "was machen Sie gerade?" berge von unaufgeräumtem Spielzeug herumliegen...

  • 08.06.2009, 23:07 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Die Antwort auf die Frage "warum wir twittern" ist einfach:
    a) weil wir uns einbilden, jemand würde zuhören
    b) weil es schneller geht als bloggen
    interessiert alles eh keinen, aber früher hat man eben Flaschenpost gespielt, heute twittert man.

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