Weltweite Studie: Fleissige Inder, faule Japaner

Weltweite Studie: Fleissige Inder, faule Japaner

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Arbeiter im indischen Bangalore REUTERS/Danish Siddiqui/Files

von Manfred Engeser

Inder und Chinesen sind wesentlich motivierter als Angestellte aus klassischen Industrienationen. Japaner sind am faulsten, Deutsche klagen über zu wenig Gehalt und fehlende Anerkennung durch den Vorgesetzten.

Unternehmer in Indien können sich glücklich schätzen: Ihr Mitarbeiter sind die fleißigsten, die man kriegen kann.  Sie erreichen 74 Punkte auf dem Mitarbeiter-Engagement-Index,  den die Managementberatung Kienbaum zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen ORC International erstellt hat. Es folgen China mit 67 und Brasilien mit 64 Punkten. Deutsche Arbeitnehmer liegen mit 57 auf Platz 9 im Mittelfeld, Japan liegt mit 41 Punkten auf dem letzten Platz. Der Index basiert auf einer Befragung von 10 000 Mitarbeitern in 18 Ländern in Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie Australien.

„Länder wie Brasilien, Indien und China gehören zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften, sie verkleinern ihren Abstand zu den westlichen Industriestaaten in hohem Tempo“, sagt Kienbaum-Manager Jan-Marek Pfau, der die positiven Werte für diese Länder auf eben diese Aufbruchstimmung zurückführt.

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Mitarbeiter in Unternehmen traditionell starker Volkswirtschaften haben dagegen offenbar ein Motivationsproblem: Auf den hinteren Rängen liegen Spanien, Frankreich, Hongkong und Großbritannien, Japan findet sich mit 41 Punkten weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Möglicherweise auch eine Folge der Finanzkrise: Gerät ein Unternehmen in Schwierigkeiten, ist vielleicht auch der eigene Arbeitsplatz in Gefahr, sinke die Motivation der Mitarbeiter rapide, sagt Studienautor Pfau.

Deutschland im Mittelfeld

Besonders motiviert sind Mitarbeiter der Finanz- und HighTech-Branche (62 Punkte), gefolgt von Handelsunternehmen (59 Punkte). Selbst im Öffentlichen Dienst ist das Engagement mit 58 Punkten überraschend hoch.

Hinter der Schweiz und Österreich liegt Deutschland mit 59 Punkten im Mittelfeld der befragten Nationen. Zwei von drei Arbeitnehmern sehen derzeit keinen Grund, das Unternehmen zu wechseln – sie bewerten positiv, zu wissen, was der Arbeitgeber von ihnen erwartet und welchen Anteil sie am Erfolg des Unternehmens haben.

Mit ihrem Gehalt allerdings hadern sie – Schweizer und Österreicher sind da deutlich zufriedener. Das gilt auch fürs Verhältnis zu den Vorgesetzten: Angestellte in Deutschland wünschen sich größere Anerkennung und Unterstützung durch ihren Chef sowie mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung. Außerdem legen sie großen Wert auf Fairness und Respekt.

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