Werner knallhart: Liebe Tier-Freunde, esst mehr Giraffen!

kolumneWerner knallhart: Liebe Tier-Freunde, esst mehr Giraffen!

Kolumne von Marcus Werner

Der Zoo in Kopenhagen tötet nun auch noch Löwen - da fällt uns Deutschen vor Empörung doch fast das Schnitzelbrötchen aus der Hand. Putzige Kaninchen darf man essen, putzige Katzen aber nicht. Wo heucheln wir Fleisch-Konsumenten eigentlich mehr als bei unserer Tierliebe?

Gibt es irgendeine Logik wenn es darum geht, welches Tier wir zu welchem Zweck töten dürfen? Ich habe mal gedanklich drauf rumgekaut:

Kaninchen und Hasen schlachten wir, um sie zu essen. Katzen nicht. Vergleichen wir diese drei Tierarten mal auf der Niedlichkeits-Skala von 1 bis 10, wobei 1 dem Nacktmull entspricht und 10 einem supergoldigen Hundewelpen. Da gelangen Katze und Kaninchen ja wohl beide ungefähr auf 8 und der Hase auf 7. Niedlichkeit etwa gleichwertig. Trotzdem essen wir keine Katzen. Warum? Weil Katzen Haustiere sind. Aber das sind Hasen und Kaninchen doch auch. Aus Tradition? Das schwächste Argument. Also warum? Würden wir gerecht sein zu unseren Mitgeschöpfen, wir würden Hasen und Kaninchen genauso oft essen wie Katzen. Oder Katzen so oft wie Hasen und Kaninchen. Wie schmecken Katzen eigentlich?

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Wir essen keine Hunde. Weil sie des Menschen bester Freund sind. Man könnte auch sagen: Weil sie uns Menschen als Rudelführer annehmen und vor uns kuschen. Im Grunde ist der Hund ein domestizierter Wolf. So wie die Hauskatze eine domestizierte Raubkatze ist. Wenn wir also Kaninchen essen, und demnach auch Katzen, dann müsste der Fairness halber auch der Hund dran glauben. Aber warum essen wir dennoch keinen Hund?

Dramatische Zustände in Schweinezuchtbetrieben Veterinärämter sind mit Tierschutz überfordert

Recherchen von Tierschützern zeigen dramatische Zustände in Schweinezuchtbetrieben. Die Bauern verstoßen anscheinend gegen EU-Recht. Die Veterinärämter sind überfordert.

Die Aufnahmen der Tierschützer zeigen Schweine in Kastenständen, in denen sie sich kaum bewegen können.

Antwort: Weil man es eben nicht macht. In Vietnam sieht man das anders. Bloß da werden die Hunde vor der Schlachtung mitunter systematisch gequält, damit sie Stresshormone ausschütten. Dazu werden die armen Tiere etwa lebendig durchgeprügelt. Dadurch wird ihr Fleisch delikater. Unmenschliche Zuchtbedingungen - also besser doch keinen Hund. Und folglich auch kein Schwein, keine Rinder, keine Hühner. Wegen unmenschlicher Zuchtbedingungen. Mitunter werden etwa Rinder bei vollem Bewusstsein und kopfüber unter der Schlachthausdecke baumelnd mit der Kettensäge ausgeweidet. Denn was kann der Mann an der Säge dafür, wenn die Betäubung nicht gewirkt hat? Haben Sie mal gesehen, wie weit eine Kuh ihre Zunge rausstrecken kann, wenn sie um ihr Leben schreit? Kam im Fernsehen.

Warum essen wir keine Ratten? Die sind doch eigentlich ganz niedlich. Ähnlich wie eine Maus oder ein Kaninchen. Wenn der nackte Schwanz nur nicht wäre. Aber was ist mit dem Schwein? Finden Sie dessen nackten Schwanz attraktiver? Es gibt in Europa Restaurants, die Ratten auf der Karte haben. Ihr Fleisch soll vom Geschmack zwischen Hase und Kaninchen liegen. Und die Restaurant-Ratten stammen nicht aus dem Abflussrohr.

Pferde. Warum ist Pferdefleisch in der Lasagne ein Skandal? Weil man nichts davon wusste. Kaum einer weiß aber, dass in der Kalbsleberwurst kaum Kalbsleber drin ist (bis 2010 mitunter sogar gar keine). Überwiegend ist Schweineleber drin. Steht zwar drauf, interessiert aber kaum jemanden. Schwein und Kalb sind ja nicht Pferd.

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