WSI-Studie: Immer mehr Tariflöhne liegen über 8,50 Euro

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WSI-Studie: Immer mehr Tariflöhne liegen über 8,50 Euro

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Der angestrebte Mindestlohn hat schon in vielen Branchen zu Verbesserungen geführt, zeigt eine Studie.

Laut einer Studie des WSI-Instituts stärkt der Mindestlohn bereits jetzt das Tarifsystem. So würden deutlich weniger Tariflöhne unter der angestrebten gesetzlichen Grenze liegen, als noch vor vier Jahren.

In Deutschland gibt es nach einer Studie des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung immer weniger Tariflöhne unter der angestrebten gesetzlichen Mindestlohngrenze von 8,50 Euro. Im Dezember 2013 sahen nach der am Donnerstag in Berlin vorgelegten Untersuchung noch zehn Prozent von rund 4750 tariflichen Vergütungsgruppen in 40 Branchen geringere Stundenlöhne Euro vor. Im März 2010 seien es noch 16 Prozent gewesen. Mindestens 10 Euro Stundensatz gibt es in 79 Prozent der Vergütungsgruppen. 20 Euro und mehr gebe es in 12 Prozent der Tarifgruppen.

Wie viele Beschäftigte in den Tarifgruppen arbeiten, lasse sich jedoch nicht sagen, da es keine Datengrundlage darüber gibt, wie die Unternehmen ihre Beschäftigten eingruppieren. Generell lasse sich sagen, dass in einigen Wirtschaftszweigen tarifliche Niedriglöhne relativ weit verbreitet seien, etwa in der Handwerks- und Dienstleistungsbranche. Hier gebe es typischerweise viele kleine Betriebe mit relativ wenig organisierten Mitarbeitern. Zudem seien niedrige Vergütungsgruppen vor allem im Osten verbreitet, dort beträgt der Anteil der Vergütungsgruppen, in denen weniger als 8,50 gezahlt werden, 27 Prozent. Zum Vergleich: im Westen sind es lediglich 6 Prozent.

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Der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck, wertete die Entwicklung als Beleg dafür, dass die Gewerkschaften als Tarifpartner die Situation im Niedriglohnsektor deutlich verbessert hätten. Dabei habe die Debatte über einen gesetzlichen Mindestlohn geholfen. Die Aussicht darauf mache es für Arbeitgeber unattraktiv, sich Tarifverhandlungen einfach zu entziehen. Auf diese Weise stärke der Mindestlohn schon vor seiner Einführung das Tarifsystem. Als Beispiele nannte er die Vereinbarung über Branchenmindestlöhne im Friseurgewerbe und in der Fleischindustrie. Diese positive Wirkung werde sich auch in Zukunft fortsetzen, erwartet Bispinck.

Die Bundesregierung will ab 2015 einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einführen. Dieser darf bis Ende 2016 nur noch auf Grundlage von Tarifverträgen unterschritten werden. Ab 2017 sollen keine Ausnahmen mehr möglich sein.

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