Überleben im Büro: Der Montags-Blues und was Sie dagegen tun können

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Montags-Blues

Kolumne von Jochen Mai

Der Montag ist für viele Berufstätige besonders schlimm. Früh aufstehen, arbeiten - das Wochenende ist schon wieder vorbei. Was man gegen den sogenannten "Montags-Blues" machen kann und warum man schon Freitags damit anfangen sollte, beschreibt Jochen Mai in seiner Kolumne.

Jeden Montag dasselbe Bild: Irgendwie stehen Sie schon mit dem falschen Bein auf, beim Frühstück hüpft die Kirschmarmelade samt Brötchen direkt auf das weiße Hemd und am viel zu heißen Kaffee verbrühen Sie sich die Zunge. Klar, dass Ihre Laune anschließend in dieselbe Richtung zeigt wie Ihre Mundwinkel: nach ganz unten. Aber ist es nicht seltsam, dass die Menschen ausgerechnet an Montagen auf die Arbeits- und sonstige Alltagsmühle besonders stark mit Muffeln, Müdigkeit und mieser Laune reagieren? Drei Viertel von 885 befragten Arbeitnehmern bezeichnen sich selbst als Montagsmuffel, so eine Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts Ears and Eyes. Jeder Achte gab sogar zu, montagmorgens Gespräche mit Kollegen oder Kunden kategorisch zu vermeiden, weil es ihn einfach nur nervt. Bis Mittag waren die Leute psychisch schlicht abwesend. Auch der Chef drückt vielen montags gewaltig auf die Stimmung, ergab eine andere Umfrage der Hamburger Gesellschaft für Erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung: 36 Prozent der Männer und 42 der Frauen ging ihr Boss an diesem Tag besonders auf den Zeiger.

Das Wochenende ist schuld

Andere Studien bescheinigen Montagen gleichfalls den Ausnahmezustand: Zu Wochenbeginn wird weniger geleistet als dienstags oder mittwochs, befanden etwa Forscher der London School of Economics. An keinem anderen Wochentag ist die Verletzungsgefahr im Job größer. Selbst bei der Zahl der Krankmeldungen ist der Montag einsame Spitze. Der Manic Monday, wie er auch genannt wird, soll sogar zu mehr Rechtschreibfehlern in E-Mails führen.

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Warum es uns ausgerechnet an Montagen so schwer fällt, in die Gänge zu kommen, ist wissenschaftlich nicht gänzlich erforscht. Aber zumindest einen Verursacher haben die Forscher bisher identifiziert: das Wochenende. Bei vielen Menschen stürzt offenbar über die freien Tage das Immunsystem ab. Unter der Woche haben wir jede Menge Druck und Stress. Dabei pumpt unser Körper dann zahlreiche Hormone in unseren Blutkreislauf, die ihn eisern durchhalten lassen. So lange, bis die Präsentation erfolgreich gehalten, der Vertrag unterschrieben oder die Aktenberge auf dem Schreibtisch abgetragen sind. Medizinisch ist zwar noch nicht ganz klar, warum unser Köper das eine Weile artig mitmacht. Fest steht aber, wie dieser Hormoncocktail auf das Immunsystem wirkt: Er laugt es aus. Bis zum Kollaps. Bei den einen passiert das pünktlich mit dem ersten freien Urlaubs- oder Wochenendtag, bei anderen zieht es sich noch etwas hin. Womöglich ist auch das ein Grund dafür, warum sich einige Mitarbeiter montags krank melden.

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