Überleben im Büro: Effektives Zeit- und Selbstmanagement

kolumneÜberleben im Büro: Effektives Zeit- und Selbstmanagement

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Jede Menge Dinge zu erledigen - gutes Zeitmanagement hilft

Kolumne von Jochen Mai

Manchmal, wenn der Wind leise durch die Binsen pfeift, dann erzählt er den Leuten, die vorbeikommen, eine Geschichte, aus der dann irgendwann wie im griechischen Mythos eine Weisheit wird, weil es immer dieselbe Leier ist. Eine dieser Geschichten lautet etwa so: Zeitmanagement ist die Kunst, seine Zeit optimal zu nutzen. Das jedenfalls verbreiten die einen, und das klingt schon ziemlich binsig.

Zeitmanagement ist definitorischer Quatsch, sagen die anderen. Denn Zeit kann man nicht managen. Sie vergeht immer gleich schnell – unabhängig davon, was wir damit anstellen. Jeder Tag hat für jeden Menschen gleich viele Stunden, egal, ob man ihn managt oder nicht. Das ist wohl unbestreitbar richtig und auch höchst gerecht. Andererseits lässt sich nicht verleugnen, dass einige Menschen mit dieser Zeitfreiheit mehr Probleme haben als andere.

Um es kurz zu machen: Diese Menschen verzetteln sich. Und zwar regelmäßig. Für sie ist wahrscheinlich der Monumentalfilmheld Ben Hur längst so etwas wie eine Galionsfigur, weil der, nach ein paar Differenzen mit der römischen Obrigkeit, die Weltmeere auf einer Galeere bereisen durfte und deshalb als guter Beleg dafür taugt, dass man sich ordentlich am Riemen reißen und doch nicht recht vorankommen kann. Immerhin: Bei Ben Hur nahm die Geschichte ein halbwegs gutes Ende. Im Büro kommt das seltener vor.

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Dort erwarten die Betroffenen vermutlich schon morgens jene Aufgaben, die gestern im Arbeitswust liegen geblieben sind oder aufgeschoben wurden, weil sie so viel Annehmlichkeit verheißen wie mit den Fingernägeln über eine Schiefertafel zu kratzen. Über den Tag kommen dann neue dringende Jobs dazu: Der Chef schneit rein und braucht umgehend einen Lagebericht zu Projekt XY, der Kollege bittet um Rat, der Kunde hofft auf schnelle Hilfe und aus dem E-Mail-Eingang piept unerbittlich Post mit der Dringlichkeitsstufe „hoch“. Aufschub unmöglich. Just do it.

Wer also nicht gerade über vier Arme wie der indische Gott Vishnu verfügt, den umgibt spätestens am Nachmittag ein veritables Büro-Tohuwabohu. Wer seine Zeit und damit auch seinen Büroalltag besser in den Griff bekommen will, sollte sich deshalb weniger über Zeitmanagement Gedanken machen, dafür umso mehr über besseres Selbstmanagement. Denn genau darum geht es auch bei Ersterem: sich selbst besser zu organisieren, sich schon morgens einen Überblick zu verschaffen, seine Aufgaben zu planen, zu priorisieren und natürlich über den Tag motiviert zu bleiben.

Nun gibt es dazu inzwischen gefühlte 15 Meter Ratgeber-Literatur mit – mehr oder weniger – hilfreichen Tipps zur idealen Zeitgewinnung. Nicht wenige Autoren mutieren dabei zu Akronym-Akrobaten und Komponisten angeblich völlig neuer Managementtechniken. Ein paar Beispiele:

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