Überleben im Büro: Eine Gebrauchsanweisung zum Netzwerken

kolumneÜberleben im Büro: Eine Gebrauchsanweisung zum Netzwerken

Bild vergrößern

Beim Netzwerken geht es um Beziehungen

Kolumne von Jochen Mai

Es gilt immer noch als negativ, einen Job über Empfehlungen zu erhalten. Das ist aber Unsinn, sagt Jochen Mai in seiner Kolumne.

Als das Jobportal Monster einmal rund 1000 Erwerbstätige in Deutschland zum Thema Netzwerken befragte, sagten 60 Prozent der Arbeitnehmer, sie wollten lieber ohne gute Beziehungen Karriere machen. 47 Prozent der Befragten gaben an, sich ihre aktuelle Position selbst erarbeitet zu haben, 13 Prozent lehnten es komplett ab, Beziehungen für die Karriere zu nutzen. Dem gegenüber standen 29 Prozent, die zugaben, dass schon einmal ein Bekannter ein gutes Wort für sie eingelegt hatte und noch einmal elf Prozent gestanden freimütig: „Meine derzeitige Position habe ich, weil ich den Chef persönlich kenne.“

Aus meiner Sicht sitzt hier die Mehrheit der Befragten einem monströsen Irrtum auf. Diese Leute denken, Empfehlungen seien etwas Negatives. Sind sie aber nicht, vielmehr basieren die meisten auf nachprüfbaren Leistungen. Was hier tatsächlich subtil unterstellt wird, ist, dass ein Minderleister allein aufgrund eines Zitierkartells Karriere macht, also nicht, weil er etwas kann, sondern weil er jemanden kennt. Das ist aber Unfug.

Anzeige

Erstens: Wer jemanden empfiehlt, den er nicht kennt oder der nachweislich ungeeignet ist, der ist entweder unglaublich naiv oder todesmutig. Jede Referenz fällt irgendwann auf den Empfehlenden zurück (in der Regel soll sie das ja auch, denn durch gute Empfehlungen kann man sich selbst empfehlen). Und stellt sich heraus, dass der so Gepriesene in Wahrheit eine trübe Tasse ist, haben beide ihren Ruf beschädigt.Zweitens: Wer seine Kontakte nicht nutzt, verschlechtert seine Berufschancen gegenüber all jenen, die das sehr wohl tun – und ich glaube noch immer, dass das die Mehrheit ist.

Überhaupt ranken sich viele Missverständnisse um das Thema Netzwerken. So meinen erstaunlich viele, dabei gelte es vor allem, möglichst viele Menschen kennen zu lernen. Das ist falsch. Andere denken: Beim Netzwerken ginge es darum, mithilfe seiner Kontakte Karriere zu machen. Auch das ist falsch. Richtig ist allein: Beim Netzwerken geht es in erster Linie um Beziehungen. Echte Beziehungen. Netzwerken bedeutet, neue Menschen kennen zu lernen – und sich wirklich für sie zu interessieren. Nur wer diese Beziehungen pflegt, gewinnt daraus irgendwann einmal das sprichwörtliche Vitamin B, das dann später vielleicht auch im Job hilft.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%