Überleben im Büro: Ups, das war jetzt peinlich! - Seite 3

Überleben im Büro: Ups, das war jetzt peinlich!

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Das kann sogar für die Zeugen der Entgleisung unangenehm werden. Dass Peinlichkeit regelrecht ansteckend wirkt, hat schon die ProSieben-Kultserie Stromberg eindrucksvoll gezeigt und dabei gleich einen neuen Ausdruck geprägt: das Fremdschämen. In diesem Fall nötigt uns jemand mit seinem Schnitzer Schamgefühle auf, die er oder sie selbst haben müsste. Und wer mag so jemanden schon? Der Münchner Journalist Matthias Nöllke, hat vor einiger Zeit einen Ratgeber für peinliche Situationen geschrieben. Im Kern empfiehlt er für Fettnapftreter nur drei richtige Reaktionen:

1. Durchatmen und nichts sagen. Noch nicht einmal, wenn der andere tobt, weil wir ihn brüskiert oder beleidigt haben, sollten wir sofort etwas sagen. Jede Erklärung, jede Rechtfertigung erhöht unmittelbar die Peinlichkeit. Das heißt nicht, dass man die Lage später nicht bereinigen, sich nicht entschuldigen oder um Verständnis bitten sollte. Nur eben nicht sofort. Erst einmal gilt es sich zu sammeln, die Souveränität zurückzugewinnen und die Welle abebben zu lassen. Selbst wenn Sie dumm gestolpert sind, machen Sie sich bitte nicht zum Clown! Selbstironie im Übermaß lässt Sie nur wie eine Witzfigur aussehen. Und womöglich ist den anderen ja gar nichts aufgefallen. Dumm, wenn man dann alle darauf hinweist.

Entschuldigen Sie sich

2. Zeigen Sie sich peinlich berührt. Klar, würden Sie sich jetzt am liebsten verkriechen, aber damit geben Sie nur ein noch jämmerlicheres Bild ab. Den Coolen zu markieren, wirkt wiederum reichlich abgebrüht. Der Grund für diese Trotzreaktion ist oft, dass wir den Fauxpas als Bedrohung für unser Selbstwertgefühl erleben und nun mit aller Macht versuchen, dagegen zu wirken. Dennoch wird die Mehrheit denken: Dem ist wohl gar nichts peinlich? Nur Menschen ohne Ruf und Gewissen handeln so. Humor wiederum – sonst ein guter Trumpf, um peinliche Situationen zu retten – wirkt zuweilen noch desaströser: Dann etwa, wenn Sie Ihr Gegenüber emotional verletzt, bloßgestellt oder etwas sehr Geschmackloses von sich gegeben haben. Dann noch zu scherzen, dokumentiert, dass Ihnen das Missgeschick herzlich gleichgültig ist. Ein Scherz verhöhnt Opfer nur. Daher: Sagen Sie ruhig, dass Ihnen das peinlich ist und entschuldigen Sie sich dafür. Punkt.

Den Schaden ausgleichen

3. Bieten Sie Wiedergutmachung an. Scham ist nur dann konstruktiv, wenn Sie aus Ihren Fehlern lernen. Sie haben Ihrem Tischnachbarn versehentlich Wein über den Anzug, das Kleid, den Rock geschüttet? Dumm gelaufen, aber menschlich. Ein wahrer Gentleman entschuldigt sich jetzt, ruft den Keller und bittet ihn, das Malheur zu beseitigen und mit einem Handtuch auszuhelfen. Und natürlich bietet er sofort an, für sämtliche Reinigungskosten aufzukommen. Wichtig ist dabei, dass Sie sich nicht rechtfertigen (das wird als unverschämter Versuch interpretiert, den Fehler herunterzuspielen). Sie wollen sich schließlich nicht freikaufen, sondern den entstandenen Schaden wirklich ausgleichen. Das gilt auch für den Fall, dass Sie über jemanden gelästert haben und der das blöderweise mitgehört hat. Allein richtig: sofort schweigen, sich peinlich berührt entschuldigen und nachher unter vier Augen Wiedergutmachung anbieten.

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