Überleben im Büro: Wie man eine Stegreifrede hält

kolumneÜberleben im Büro: Wie man eine Stegreifrede hält

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Die Büro-Alltags-Bibel - Alle Regeln und Gesetze für den Job (DTV, ISBN 978-3-423-24762-7)

Kolumne von Jochen Mai

Lange Rede, kurzer Sinn. Für erprobte Redner wäre das der GAU schlechthin. Für die Zuhörer aber noch mehr. Weniger erprobte Präsentationsathleten fürchten dagegen kaum etwas mehr, als spontan eine Rede zu halten.

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen im Meeting, wollen dem avisierten Vortrag Ihres Kollegen zuhören, schlau dreinschauen und vielleicht etwas Neues lernen ... als Ihr Chef Sie ad hoc bittet, eine kurze Präsentation Ihres aktuellen Projekts zu geben. Schon ist es passiert: Alle schauen erwartungsvoll zu Ihnen herüber – und schweigen. Wäre gut, wenn Ihnen jetzt etwas Passendes einfiele, jedenfalls mehr als das Gestammel, das Ihnen als Erstes in den Sinn kommt.

Die Situation gleicht einem Nahtoderlebnis, ist aber – und das ist die gute Nachricht – zu meistern. Eine Rede aus dem Stegreif zu halten, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber auch keine Hexenkunst.

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Sollten Sie nicht ohnehin ein eloquenter Dampfplauderer sein, können Sie sich zumindest an ein paar Standardelementen im Aufbau orientieren. Das Ergebnis wird vielleicht kein mitreißender Impulsvortrag, aber auch kein peinliches Herumgelaber sein. Folgendes ist zu tun:

Machen Sie eine kurze rhetorische Pause, um sich zu sammeln. Das ist völlig legitim und muss Ihnen überhaupt nicht peinlich sein. Im Gegenteil: Es erhöht die Wirkung Ihres Vortrags. Überlegen Sie sich kurz, wie Sie Ihre Stegreifrede aufbauen wollen: als Argumentation (Sie schildern das Projekt anhand von Pro- und Kontra-Argumenten), als Chronologie (Sie beginnen beim Projektstart und enden beim Status quo), als Highlight-Analyse (Sie beschränken sich auf wenige Bereiche, heben dabei aber vor allem auf die Vorzüge ab).Dann beginnen Sie Ihren Vortrag idealerweise mit einer kurzen Einführung: Stellen Sie sich gegebenenfalls kurz vor, bedanken Sie sich für die Chance, dieses großartige Projekt präsentieren zu können und freuen Sie sich auf die gute Zusammenarbeit. Das mag wie typisches Rede-Blabla klingen, das es auch ist, es verschafft Ihnen aber nochmals Zeit und senkt das Lampenfieber. Und eine kurze Gliederung erleichtert dem Publikum das Einordnen.Als Nächstes geben Sie eine kurze Vorschau, was Sie erzählen werden. Also das Ergebnis Ihres schnellen Brainstormings von Punkt 1. Beispiel: „Ich werde Ihnen kurz beschreiben, wie dieses Projekt entstanden ist, welche Ziele wir damit verfolgen und welche davon wir bereits erreicht haben.“ Dies entspräche übrigens einem chronologischen Aufbau.Mit der Vorschau haben Sie sich eine klare Gliederung geschaffen, an der Sie sich nun nur noch entlanghangeln müssen. Im obigen Beispiel also genau drei Punkte: Entstehung, Ziele, Status quo.Den Vortrag auf keinen Fall ausplätschern lassen. Schlimmer: „Ja, äh, ich denke, das war’s“ sagen. Fassen Sie lieber noch einmal kurz drei Highlights zusammen. Oder entwickeln Sie eine kleine Vision, welche Ziele Sie mit dem Projekt als Nächstes erreichen wollen oder welche Vorteile den potenziellen Geschäftspartnern in naher Zukunft daraus entstehen könnten.Ganz zum Schluss bedanken Sie sich für die Aufmerksamkeit.

Na bitte, war doch gar nicht so schwer, oder? Und jetzt Sie…

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