Umfrage: Deutsche im Ausland

Umfrage: Deutsche im Ausland

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Andere Länder, andere Sitten: Wer ins Ausland zu einer Geschäftsreise fliegt, sollte sich vorher über die dortigen Gepflogenheiten informieren

Wo deutsche Manager Probleme haben Ob Geschäftsanbahnung, Tischgewohnheiten, Dresscodes oder Beziehungspflege – mit gutem Benehmen auf internationalem Parkett tun sich Deutsche Manager erstaunlich schwer.

Die einen gebärden sich viel zu direkt und drängen auf einen schnellen Abschluss, statt ihr Gegenüber erst einmal kennenzulernen. Andere setzen sich mit dem Reiseland zu wenig auseinander und verschenken so wertvolle Sympathiepunkte. Für die aktuelle Titelgeschichte zum Thema Auslandsknigge hat die Düsseldorfer Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company eine exklusive Umfrage unter 246 Top-Managern durchgeführt und dabei untersucht, wo sich deutsche Manager mit der Etikette im Ausland besonders schwer tun. Dabei fällt auf, dass 95,9 Prozent der Befragten die exakte Kenntnis internationaler Benimmregeln in Ihrem Geschäftsalltag für sehr wichtig und erfolgsrelevant halten. Mitarbeitern ihres Unternehmens aber nur zu 11,8 Prozent externe und zu 16,3 Prozent interne Schulungen dafür anbieten. Das Gros von 62,2 Prozent erwartet von den Kollegen vor allem Eigeninitiative. 9,7 Prozent sehen sogar keinen Unterstützungsbedarf. „Dabei kann von niemanden erwartet werden, sich ohne systematische Vorbereitung auf allen Märkten der Welt gleichermaßen formvollendet zu bewegen“, sagt Studienautor Klaus Aden. Interessant in dem Zusammenhang, dass peinliche Situationen, in denen sich die Deutschen oder ihre Gesprächspartner unangemessen verhalten haben, relativ selten auftauchen:

Ich habe im Ausland schon einmal peinliche Situationen erlebt*

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Sehr häufig 0,8 Häufig 7,7 Selten 42,3 Sehr selten 32,1 Nie 17,0 [*Angaben in Prozent]

Dennoch hatten die befragten Manager mit bestimmten Kulturkreisen besondere Probleme. Zuvorderst mit China:

Mit diesem Kulturkreis habe ich eher schwierige Erfahrungen gemacht*

China 33,7 Frankreich 29,7 USA 24,8 Japan 23,6 Russland 19,5 Indien 17,5 Großbritannien 15,9 Niederlande 13,8 Saudi Arabien 11,8 Türkei 10,2 Italien 9,3 Israel 8,5 Spanien 8,1 Südkorea 7,7 Kanada 3,7 Brasilien 3,3 Mexiko 2,8 Argentinien 2,0 Singapur 1,6 [*Angaben in Prozent]

Dazu kommentierten die Befragten: „Angehörige aller der angekreuzten Länder (Frankreich, Indien, China, Japan, Israel) erwarten, dass man als Deutscher seine eigene Identität zu großen Teilen aufgibt und sich nach ihren Gebräuchen richtet.“ Oder: „Gerade in den asiatischen Staaten ist es schwierig Termintreue und Qualitätsstandards durch zu setzen.“ Oder: „Jedes Land hat seine eigenen Schwierigkeiten. England zum Beispiel fühlt sich zunächst an wie Deutschland. Ein wenig freundlicher und höflicher im ersten Anschein vielleicht. Doch nach einiger Zeit erkennt man signifikante Unterschiede. Man stößt in England niemanden vor den Kopf. Das wäre grob unhöflich. Es ist aber akzeptierter als in Deutschland drastische Entscheidungen ohne Vorwarnung vorzunehmen.“ „Hierbei zeigt sich wieder des Deutschen Standardproblem: eigentlich möchte man auch im Ausland selbstbewusst auftreten, aber die ambivalente Einstellung zur eigenen Nationalität führt bei vielen Managern zu einer großen Verunsicherung“, fasst Klaus Aden das Ergebnis zusammen.

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