
Die Motivation der Mitarbeiter deutscher Unternehmen ist im europäischen Vergleich besonders hoch: 52 Prozent der deutschen Arbeitnehmer halten sich für motiviert. Aber nur 29 Prozent arbeiten auch dauerhaft engagiert, während 23 Prozent noch von ihrem Unternehmen unterstützt werden wollen, um engagiert zu bleiben. Einen besonderen Einfluss auf das Engagement haben das Top-Management und die direkten Vorgesetzten sowie eine funktionierende Work-Life-Balance der Arbeitnehmer.
Zu diesen Ergebnissen kommt die Global Workforce Study 2012 der Unternehmensberatung Towers Watson. Die Untersuchung stützt sich auf die Angaben von mehr als 32.000 Arbeitnehmern aus 28 Ländern ."Die Ansprüche der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber und ihre Arbeitsumgebung haben sich im Schatten der wirtschaftlichen Verwerfungen der letzten Jahre verändert", sagt die Studien-Autorin Heike Ballhausen. "Um trotz des andauernden Fachkräftemangels die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, seien motivierte Mitarbeiter für Unternehmen immer wichtiger. "Motivierte Mitarbeiter sind bereit, für den Erfolg des Unternehmens die berühmte Extrameile zu gehen."
Engagement steigert Unternehmenserfolg
Die aktuelle Studie belegt ebenso wie schon die Vorgängerstudien der letzten fünf Jahre, dass dauerhaftes Engagement den Unternehmenserfolg enorm steigert. Das äußere sich zum Beispiel in hoher Kundenzufriedenheit, aber auch in harten finanziellen Kennzahlen, so Ballhausen. "Die Umsatzrendite von Unternehmen mit nachhaltig engagierten Mitarbeitern ist drei Mal so hoch wie in Unternehmen mit wenig engagierter Belegschaft."
Bild: dpaDer Bürodienstleister Regus hat Arbeitnehmer befragt und herausgefunden, das beispielsweise 13 Prozent der Deutschen jeden Tag mehr als elf Stunden im Büro verbringen. Im internationale Schnitt sind es etwa zehn Prozent. Von den Deutschen, die täglich mehr als elf Stunden arbeiten, sitzen 18 Prozent im sogenannten Home-Office. Regus befragte insgesamt rund 12 000 Mitarbeiter weitweit, davon etwa 1000 in Deutschland.
Bild: dpaDeutschland
In Deutschland nehmen 41 Prozent der befragten Männer mindestens dreimal pro Woche noch Arbeit mit nach Hause. 16 Prozent der deutschen Männer haben unter anderem dadurch auch eine 60-Stunden-Woche, bei den deutschen Frauen sind es nur sechs Prozent.
Bild: dpaUSA
In den USA nehmen 56 Prozent der Befragten ihre Aufgaben häufiger als dreimal pro Woche mit nach Hause. 16 Prozent der Amerikaner, die im "Heimoffice" arbeiten, tun dies mehr als 60 Stunden pro Woche. Im Vergleich dazu sind es nur sechs Prozent der Angestellten, die in einem Büro arbeiten.
Bild: dpaFrankreich
14 Prozent der Franzosen absolvieren eine 60-Stunden-Woche. Gerade in großen Unternehmen arbeiten 16 Prozent elf oder mehr Stunden pro Tag.
Bild: dpaBrasilien
Spitzenreiter in Sachen Überstunden ist Brasilien. 17 Prozent der dortigen Arbeitnehmer absolvieren eine 60-Stunden-Woche, dabei sind es 20 Prozent der brasilianischen Männer und nur vier Prozent der Frauen.
Bild: dpaJapan
In Japan gibt es sogar einen eigenen Begriff für die Konsequenzen von Überarbeitung – „Karoshi“ bezeichnet dort den „Tod durch Überarbeitung“. In Sachen Mehrarbeit liegen die Japaner im internationalen Vergleich direkt hinter den Brasilianern. 14 Prozent von ihnen haben mindestens eine 60-Stunden-Woche.
Bild: obsTrend und Fazit
Der Trend der Studie zeigt, dass Mitarbeiter mit einem flexiblem Arbeitsplatz oder Home-Office länger arbeiten. Sie scheinen die gesparte Fahrtzeit zum Arbeitsplatz mit mehr Arbeitszeit zu ersetzen.
Resumée der Studie: Für Unternehmen wird es immer wichtiger aber auch eine große Herausforderung, sicherzustellen, dass die Arbeitsbelastung nicht zur Überlastung wird. Nur so könne langfristig mit der Produkivität und der Motivation der Mitarbeiter gerechnet werden, meinen die Experten von Regus.
Der Bürodienstleister Regus hat Arbeitnehmer befragt und herausgefunden, das beispielsweise 13 Prozent der Deutschen jeden Tag mehr als elf Stunden im Büro verbringen. Im internationale Schnitt sind es etwa zehn Prozent. Von den Deutschen, die täglich mehr als elf Stunden arbeiten, sitzen 18 Prozent im sogenannten Home-Office. Regus befragte insgesamt rund 12 000 Mitarbeiter weitweit, davon etwa 1000 in Deutschland.
Unter nachhaltigem Engagement wird nicht nur die grundsätzliche Bereitschaft der Mitarbeiter verstanden, sich für ihre Organisation einzusetzen. Engagement, so die Autoren der Studie, zeigten nur Mitarbeiter, die die strategischen Ziele und Werte des Unternehmens verstehen und unterstützen, sich emotional mit dem Unternehmen verbunden fühlen. Außerdem müssen die Arbeitnehmer auch die passenden Mittel für ihre Arbeit vorfinden und ein Umfeld, das sie unterstützt. Das alles trifft auf fast ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer (29 Prozent) zu. Damit arbeiten die Deutschen deutlich engagierter als der europäische Durchschnitt (26 Prozent). Bei einem großen Teil der anderen Mitarbeiter (23 Prozent) gibt es Nachholbedarf für die Unternehmen. "Zum Beispiel ist ein knappes Viertel der deutschen Arbeitnehmer grundsätzlich engagiert. Sie fühlen sich jedoch ausgebremst, da es etwa an den wesentlichen Arbeitsmitteln mangelt oder sie nicht die notwendige Unterstützung erfahren", sagt Bernd Süßmuth, Leiter des Bereichs Talent & Rewards bei Towers Watson Deutschland und Mitautor der Studie. Fast ebenso viele Angestellte (22 Prozent) verrichten wenig engagiert "Dienst nach Vorschrift".
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