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Vorbilder: Was Manager Ihren Kindern raten

von Jochen Mai

Was rate ich meinen Kindern? Die Frage stellen sich alle Eltern, deren Nachwuchs vor der Studien- oder Berufswahl steht – auch Top-Manager. Aber was empfiehlt die deutsche Führungselite, die selbst eine Top-Karriere gemacht hat und heute die wirtschaftlichen Entwicklungen ganz vorne miterlebt und mitentscheidet? Wir haben sie gefragt.

Regine Stachelhaus mit Sohn Moritz: Sie ist Geschäftsführerin der Imaging & Printing Group von Hewlett-Packard Quelle: Deniz Saylan für WirtschaftsWoche
Regine Stachelhaus mit Sohn Moritz: Sie ist Geschäftsführerin der Imaging & Printing Group von Hewlett-Packard Quelle: Deniz Saylan für WirtschaftsWoche
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Die große Karriere – die sollen die beiden Geschwister machen. Sie will lieber Hausfrau werden – und Mutter, „mit mindestens fünf Kindern“. Als Regine Stachelhaus diese unerwartete Entscheidung trifft, geht sie noch in die Grundschule. Mit zehn Jahren folgt eine Umorientierung zugunsten des Tierarzt-Berufs, die jedoch nicht von Dauer ist. Stattdessen studiert sie nach dem Abitur Jura an der Uni Tübingen. In den Semesterferien jobbt sie bei Hewlett-Packard. Das anschließende Engagement als Anwältin bei einer Böblinger Kanzlei 1982 bleibt ein Intermezzo. Nach nur anderthalb Jahren wechselt sie in die Rechtsabteilung von HP – und steigt dort zügig auf: im Zwei- bis Dreijahrestakt geht es die Karriereleiter rauf, Mutter wird sie ebenfalls, ein Sohn: Moritz. Und heute? Da ist sie Geschäftsführerin der Drucker-, Scanner- und Kamera-Sparte bei HP Deutschland und sagt: „Der klügste Rat, den ich je bekommen habe, war, mutig zu sein, neue Aufgaben und mich selbst auszuprobieren.“

Ein Vorbild sein

Spätestens mit der Geburt der Kinder plagt Eltern die bange Frage, was wohl mal aus ihren Sprösslingen wird. Frei wählen können sollen sie einmal, beste Berufschancen haben, Top-Schulnoten sowieso, jedenfalls bessere als man selbst. Ein Universitätsabschluss wäre auch nicht schlecht. Dazwischen Praktika? Zur Orientierung! Auslandserfahrungen? Bitte!! Fremdsprachenkenntnisse? Unbedingt!!! All das eben, was heute in der Regel von Berufseinsteigern erwartet, in Stellenanzeigen regelmäßig verlangt wird und einen entsprechend guten Start in die Zukunft verspricht. Aber wird das reichen?

Regine Stachelhaus’ Sohn ist inzwischen 23. Moritz studiert BWL in München, spielt nebenbei in einer Rockband. Was mal aus ihm wird? Die Mutter und Managerin weiß es nicht. Die Entscheidung überlässt sie ihm. Was bleibt ihr auch anderes übrig. Am Ende entscheiden die Kinder allein. Alles, was sie ihm mit auf den Weg geben kann, sind gute Voraussetzungen, ein Vorbild und ein paar behutsame Ratschläge, die Essenz aus eigenen Erfahrungen, Spekulationen, Hoffnungen.

Ihren Kollegen in Deutschlands Bel-etage geht das genauso. „Was rate ich meinen Kindern?“, fragen sich erst recht jene, die es bis nach ganz oben geschafft haben. Schließlich ist ihre Mitgift optimal: Sie verfügen über beste Kontakte, Informationen aus erster Hand, auch finanziell herrscht kein Mangel. Es sind Startbedingungen, die – glaubt man einschlägigen Untersuchungen – in Deutschland zwar immer spärlicher werden, dafür aber den Erfolg geradezu prädestinieren. Das kann, das muss also gut gehen, sähe doch alles andere nach Managementversagen im Familienbetrieb aus.

Was also geben die Wirtschaftslenker ihren Kindern mit auf den Weg? Was halten sie für den ultimativen Karriere-Rat? Wir haben sie gefragt...

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.09.2008, 16:25 UhrAnonymer Benutzer: Simon B.

    was sollen die auch sagen? Es gilt numal die universelle Wahrheit: tu etwas das Dir gefällt, häng Dich voll rein und sei offen für neues.

    Wenn die Top- Karrieren im Detail vorgezeichnet werden könnten, wären sie nichts besonderes und bestimmt nicht mehr top...

  • 23.09.2008, 19:44 UhrAnonymer Benutzer: Burkibabe

    Ausser einem ingenieurs- oder Wirtschaftstudium scheint den Herrschaften nicht viel einzufallen. Das führt dann doch nur wieder zur Klonierung des Einheitsbreis des Denkens, der in deutschen Vorstandsetagen vorzuherrschen scheint. im so oft bewunderten Anglo-amerikanischen Kulturkreis sind es aber häufig auch Geisteswissenschaftler, die in die Führungsetagen aufsteigen - oder Leute die Fächer studiert haben, über die bei uns in denselben nur die Nase gerümpft wird. Der CEO unseres Unternehmens ($ 180 Mrd Marktkapitlisierung) ist biologe (ohne Doktortitel) - ob man's glaubt oder nicht. Wo ich allerdings vorbehaltlsos zustimmen kann, ist Herrn Joussens Anmerkung, dass Praxis mehr zählt als akademische Titel und dass man für die Dinge an die man glaubt kämpfen muss.

  • 23.09.2008, 17:23 UhrAnonymer Benutzer: Holg

    na, da sollten wir ja beste aussichten haben...

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