Welchs Welt: Bargeld lacht!

Welchs Welt: Bargeld lacht!

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Jack und Suzy Welch

Zeit der Jahreszahlungen. Und wie immer werden einige Mitarbeiter sich über ihre Boni freuen, andere nicht. Man kann es beim Thema Gehalt einfach keinem recht machen. Oder doch?

Wenn es ein Thema gibt, das alle Arbeitnehmer dieser Welt eint, dann ist es die Entlohnung. Fast niemand denkt, sein Gehalt sei hoch genug.

Interessanterweise verbindet die Entlohnung auch alle Arbeitgeber dieser Welt. Die große Mehrheit wird Stein und Bein schwören, ihre Leute ordentlich zu bezahlen, wenn nicht sogar besser als nötig. Jede Menge Menschen fallen in die Kluft zwischen diesen beiden Extremen. Am Ende sind sie verwirrt, frustriert und sogar zynisch im Hinblick auf diese ganze Gehaltsgeschichte.

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Kein anderes Thema spaltet Mitarbeiter und Manager so sehr, wie Beschwerden, die sich auf das Gehalt beziehen. Was, gelinde gesagt, extrem bedauerlich ist. Denn heutzutage können Sie keine herausragende Führungspersönlichkeit sein und ebensolche Leistungen von Ihren Leuten bekommen, ohne diese richtig zu bezahlen – natürlich mit Gradlinigkeit und Differenzierung.

Mit Verlaub, es hört sich nicht so an, als sei das in Ihrem Unternehmen der Fall. Die genauen Gründe dafür können wir Ihnen anhand Ihrer E-Mail leider nicht nennen. Was wir aber wissen, ist folgendes: Wenn sich jemand unterbezahlt fühlt, dann liegt das in der Regel daran, dass sein Chef das Thema Entlohnung völlig falsch angeht. Sprich: Der Boss ist entweder ein Geizkragen oder ein Verfechter des Gießkannenprinzips.

Zuerst die Geizkragen: Solche Typen prüfen mit Argusaugen auch noch das letzte Komma der Spesenabrechnung. Wie Spürhunde suchen sie danach, ob dem Unternehmen nicht vielleicht irrtümlich ein Bleistift in Rechnung gestellt wurde oder sich, was Gott verhüten möge, auf der Restaurantrechnung ein Posten namens „Dessert“ findet. Schlimmer noch: Wenn sie Gehaltserhöhungen und Boni verteilen sollen, dann bereitet dies den Geizhälsen fast körperliche Schmerzen. Viele von ihnen sind wahre Experten darin, die alte Leier vom „schwierigen Jahr“ auch in guten Zeiten mit Inbrunst anzustimmen.

Leider gibt es solche Typen überall, und über die tieferen Gründe ihres Verhaltens können wir nur mutmaßen. Aus unserer Erfahrung heraus leiden jedoch die meisten unter einer angeborenen Paranoia, übers Ohr gehauen zu werden.

Andere Chefs sind mit der Gießkanne unterwegs. Das kann durchaus teuer fürs Unternehmen werden, da sie jedem Mitglied des Teams dieselbe Gehaltserhöhung oder den gleichen Bonus geben – völlig unabhängig davon, welche Leistung der Einzelne abgeliefert hat.

Ein Gutteil solcher Leute ist der Ansicht, dass diese Art der Gehaltsverteilung ausgesprochen fair ist und das gute Miteinander im Team begünstigt. Manche gehen sogar so weit, mit diesem Argument Gehaltskürzungen nach dem Rasenmäherprinzip in turbulenten Zeiten zu rechtfertigen. Ein Wahnsinn!

Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist dieses sogenannte „geteilte Leid“ aber nur der Beweis, dass der Boss zu schwach ist. Kein Wunder, dass dies unweigerlich die Leistungsträger zur Tür hinaustreibt.

Bei anderen steht weniger der Gleichheitsgedanke im Vordergrund sondern Unaufrichtigkeit: Alle Mitarbeiter bekommen genau die gleiche Handvoll Klimpergeld, weil sie sich nicht dazu überwinden können, ihre Belegschaft wissen zu lassen, wo jeder Einzelne steht – vor allem, wenn es um die Minderleister geht.

Wie also kann ein Chef dieses Gehaltsgefälle in den Griff bekommen?

Erster Schritt: Schluss mit dem Unsinn. Führen Sie Leistungsbewertungen durch, die keinerlei Zweifel daran lassen, wo jeder einzelne Mitarbeiter steht. Zweiter Schritt: Zahlen Sie entsprechend. Das bedeutet: Wenn jemand nichts leistet, dann werfen Sie ihm nicht ein paar Brocken hin, um das Rudel zusammenzuhalten. Geben Sie ihm keinen Cent mehr als das Grundgehalt! Und wenn jemand mittelmäßig ist, dann lassen Sie seine Leistungszahlung ebenfalls nur mittelmäßig ausfallen und kein bisschen höher. Was aber am wichtigsten ist: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Gehaltssystem tatsächlich die Realität widerspiegelt. Geben Sie Ihren Spitzenleuten so viel Sie nur können. Benutzen Sie Geld – richtig viel Geld! –, um eine laut vernehmliche Aussage darüber zu treffen, wie sehr es sich bei Ihnen lohnt, Spitzenleistungen abzuliefern. Vielleicht wird es Ihnen anfänglich nicht leicht fallen, Ihren besten Angestellten ein höheres Gehalt als je zuvor zu zahlen. Aber da müssen Sie durch. Wenn Sie eine wirklich effektive Führungspersönlichkeit sein wollen, dann gehört es dazu, bei Bedarf finanziell großzügig zu sein. Im Grunde sollte allein schon die Tatsache, dass Sie derjenige sind, der Ihre besten Leute reicher macht, für Sie selbst mindestens ebenso aufregend sein wie für Ihre Mitarbeiter. Es sollte Ihnen einen Kick verschaffen. Ist das nicht der Fall, erhöhen Sie die Summe so lange, bis dieser Zustand eintritt!

Unterschätzen Sie niemals die Macht des Geldes, wenn es darum geht, Ergebnisse zu erzielen. Wenn Sie Ihre Leute gerecht entlohnen, sorgen Sie nicht nur dafür, dass die besten Pferde im Stall bleiben: Sie bauen ein Team auf, das Ihnen traut und das heiß darauf ist, für Sie Siege einzufahren.

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