Zeitmanagement: 45 Wege aus der Aufschieberitis

Zeitmanagement: 45 Wege aus der Aufschieberitis

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Gutes Zeitmanagement wirkt dem Aufschieben entgegen

Heute nicht – morgen! Das hat noch Zeit. Dazu habe ich keine Lust. Morgen sieht die Welt schon anders aus. Das bekomme ich heute sowieso nicht mehr fertig. Wo soll man denn da anfangen? Ich habe keine Lust… So denken Aufschieber. WirtschaftsWoche-Ressortleiter Jochen Mai hat 45 Tipps gegen die Aufschieberitis zusammengetragen.

Kommen solche Gedanken nur ab und an vor, ist das nicht weiter erwähnenswert. Das passiert jedem von uns. Es gibt aber auch die chronische Aufschieberitis, das gewohnheitsmäßige Vertagen von Aufgaben, die erledigt werden müssen. Das ist eine Krankheit: Prokrastination nennt sie die Wissenschaft. Sie wird seit Mitte der Achtziger Jahre erforscht. Bei Untersuchungen von Psychologen aus Deutschland und den USA kam heraus, dass weltweit fast jeder Fünfte von diesem Phänomen betroffen ist. Der US-Psychologe Joe Ferrari von der DePaul University in Chicago ist einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet und sogar der Meinung, dass chronische Aufschieber nur durch eine Verhaltenstherapie geheilt werden. Wobei Wissenschaftler zunächst zwischen zwei Typen unterscheiden:

Den Erregungsaufschieber.

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Er reagiert erst auf den letzten Drücker und genießt den Kick, den der Hochdruck zum Schluss erzeugt. Meist behauptet er, erst dadurch kreativ zu werden. Den Vermeidungsaufschieber. Er leidet unter der Angst zu versagen. Deshalb meidet er den Leistungsdruck, den die Aufgabe erzeugt. Dafür ist er ein Meister der Ausreden.

Das Kernproblem vieler Aufschieber aber ist: Sie haben Schwierigkeiten Prioritäten zu setzen und leiden unter latenten Minderwertigkeitsgefühlen. Fälschlicherweise setzen sie Erfolg mit Selbstwert gleich. Um dieses Gefühl zu erreichen, brauchen sie häufige und kurzfristige Erfolgserlebnisse. Sind die Aufgaben aber scheinbar zu groß, liegen diese subjektiv zu weit entfernt. Also ziehen sie kleinere Aufgaben vor (Aufräumen, Abwaschen, …), weil die eine schnelle Belohnung versprechen. Außerdem: Wer über zu viel Arbeit klagt, erntet meistens Mitgefühl.

Keine Frage, Aufschieben hat auch Vorteile: Manche Aufgaben erledigen sich tatsächlich von alleine. Andere erledigen sich nach einiger Zeit leichter, weil man bis dahin bessere Informationen darüber hat. Und wieder andere Beinahe-Entscheidungen stellen sich im Lauf der Zeit als gefährliche Irrtümer heraus. Gut also, dass man nichts unternommen hat! Langfristig aber sorgt Prokrastination für Frust, weil man nicht mehr schafft, was man sich vornimmt und bald an Leistungsfähigkeit und Selbstwert zweifelt. Dann beginnt ein Teufelskreis aus Aufschieben, Überforderungs- und Minderwertigkeitsgefühlen.

45 hilfreichsten Tipps gegen Prokrastination

Damit es erst gar nicht so weit kommt, raten Experten zu ganz unterschiedlichen Wegen aus der Aufschieberitis. Ich habe dazu etwas recherchiert und die 45 hilfreichsten Tipps gegen Prokrastination zusammengetragen. Nicht alle werden zu Ihnen persönlich passen. Das können und sollen sie auch nicht. Dazu ist das Problem zu individuell. Verstehen Sie die Tipps also als Sammlung von Alternativen – und picken Sie sich die besten für Sie raus:

1. Beginnen Sie sofort. Zum Beispiel jetzt! Die 72-Stunden-Regel etwa sagt: Wer sich etwas vornimmt, muss innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt machen, sonst sinkt die Chance, dass er das Projekt jemals beginnt, auf ein Prozent.

2. Hinterfragen Sie sich. Warum schieben Sie bestimmte Aufgaben auf? Prokrastination ist eine Gewohnheit, sie läuft automatisch ab. Ein Schritt in Richtung Besserung ist deshalb, sich sein Verhalten bewusst zu machen und die Gewohnheit zu durchbrechen. Dazu hilft auch, seine Verhaltensweisen über einen Zeitraum schriftlich zu notieren: Was machen Sie ungern? Warum? Was löst Stress aus? Was hätten Sie anders machen können?

3. Planen Sie vor. Wie gesagt: Prokrastination ist in erster Linie eine Gewohnheit. Überlisten Sie sich also und notieren Sie sich schon am Abend, was Sie am nächsten Tag in welcher Reihenfolge tun werden (werden – nicht wollen!). Und dann halten Sie sich daran. Planen Sie aber auch genügend Freizeit (zur Erholung und für Unvorhergesehenes) sowie Aufgaben, die Ihnen Spaß machen, ein.

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