Arbeitsmarktstudie: Jeder Vierte sucht eine neue Stelle

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Arbeitsmarktstudie: Jeder Vierte sucht eine neue Stelle

Ob Generation Y oder Babyboomer, sie wünschen sich vom Arbeitgeber eigentlich dasselbe: Nur die Jungen fordern es lautstärker und kündigen eher, wie eine Arbeitsmarktstudie zeigt.

Arbeitnehmer wollen einen Arbeitgeber, der ihnen Sicherheit, leistungsgerechte Bezahlung, flexible Arbeitszeiten und kurze Fahrwege bietet. Darin unterscheiden sich Menschen über 50 kaum von der Generation Y der jungen Arbeitsmarkteinsteiger.

Doch anscheinend bleiben diese Wünsche weitgehend unerfüllt, denn knapp ein Viertel der Beschäftigten ist aktiv auf der Suche nach einer neuen Stelle. Das zeigt eine Umfrage des Personaldienstleistungsunternehmens Orizon unter mehr als 2.000 Arbeitnehmern und Arbeitssuchenden.

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Sechs Tipps für Jobsucher

  • 1. Konkret schlägt Allgemein

    Nicht nach Jobs im "kaufmännischen Bereich" suchen, sondern die exakten Berufsbezeichnungen benutzen, zum Beispiel Industriekaufmann oder Controller.

  • 2. Verschiedene Berufsbezeichnungen testen

    Der Controller kann auch unter Finanzbuchhalter laufen, der Key-Account-Manager heißt mitunter Großkundenbetreuer.

  • 3. Profile anlegen

    Auf den meisten Portalen können Jobsucher kostenlose Profile mit ihrem Lebenslauf anlegen. Das ist zwar mühsam und erfordert regelmäßige Aktualisierungen – doch dadurch landen sie in einem Bewerberpool, auf den die Unternehmen zugreifen.

  • 4. Angebote abonnieren

    Suchkriterien lassen sich speichern, so bekommen Jobsuchende passende Jobangebote auf ihr Smartphone geschickt. Laut Crosspro-Umfrage machen das derzeit allerdings nur 0,6 Prozent aller Bewerber.

  • 5. Donnerstags suchen

    Laut Crosspro-Studie sind kurz vor Ende der Woche die wenigsten Arbeitnehmer in den Jobbörsen unterwegs.

  • 6. Breit streuen

    Neben den spezialisierten Jobbörsen sollten Bewerber auch bei den Branchenführern nachgucken – sowie regelmäßig auf den Seiten der Unternehmen. Denn dort veröffentlichen sie viele Stellen zuerst.

Gleichzeitig schätzen viele ihre Chancen, eine neue Stelle zu finden, relativ gering ein, obwohl in vielen Regionen Deutschlands nahezu Vollbeschäftigung herrscht. Eine deutliche Diskrepanz zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung zeigt sich in Fragen zur Zeitarbeit.

Die Befragten schätzen die Branchengröße deutlich höher ein als sie ist. Die positiven Entwicklungen der Zeitarbeit gelangen trotz medialer Aufmerksamkeit kaum ins Bewusstsein der Arbeitnehmerschaft: Mindestlohn und Branchentarifzuschläge sind den meisten unbekannt.

Wertewandel und Wechselwille

Die Studie vermittelt ein Bild von der vieldiskutierten Generation Y, das sich in den grundlegenden Erwartungen gar nicht so sehr von älteren Arbeitnehmern unterscheidet. Zumindest was ihre Erwartungen an Arbeitgeberleistungen betrifft. In allen Alterssegmenten (20-29, 30-39, 40-49 und 50-65 Jahre) sind Jobsicherheit, leistungsgerechte Bezahlung, flexible Arbeitszeiten und Nähe des Arbeitsplatzes zum Wohnort die vier attraktivsten Arbeitgeberleistungen.

Worauf die Deutschen bei einem neuen Job Wert legen

  • Kollegen

    97 Prozent der 2014 von forsa befragten 2.001 Bundesbürger sagten, dass sie bei einem neuen Job sehr viel Wert auf angenehme Kollegen legen.

  • Sicherheit

    Nur knapp dahinter folgt der sichere Arbeitsplatz, den 96 Prozent als sehr wichtig erachten.

  • Wertschätzung

    95 Prozent wünschen sich Respekt und Anerkennung durch die Vorgesetzten.

  • Geld

    Ein gutes Gehalt ist 93 Prozent wichtig beziehungsweise sehr wichtig.

  • Abwechslung

    90 Prozent wünschen sich von der neuen Stelle, dass sie abwechslungsreiche Tätigkeiten mit sich bringt.

  • Arbeitsvertrag

    Für 89 Prozent ist es wichtig bis sehr wichtig, dass der neue Job unbefristet ist.

  • Soziales und Entwicklung

    88 Prozent der Befragten sagten, dass ihnen die Moralvorstellungen und das Leitbild des Unternehmens wichtig sind. Ebenfalls 88 Prozent legen sehr großen Wert darauf, dass sie Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im neuen Unternehmen haben.

  • Arbeitszeit

    Flexible Arbeitszeiten wünschen sich 70 Prozent im neuen Job.

  • Incentives

    Wichtig beziehungsweise sehr wichtig finden 65 Prozent Mehrwertleistungen des Unternehmens wie beispielsweise eine Betriebsrente, Mitarbeiterrabatte oder einen Dienstwagen.

  • Boni

    64 Prozent wünschen sich, im neuen Unternehmen für besonders gute Leistungen auch Bonuszahlungen zu bekommen.

  • Aufstiegsmöglichkeiten

    59 Prozent wünschen sich im neuen Job Führungsverantwortung zu übernehmen, zumindest aber, Projektleiter zu werden.

„Der Unterschied zwischen den Generationen besteht darin, dass die Jungen offensiv ihre Präferenzen kommunizieren und Leistungen einfordern“, sagt Orizon-Geschäftsführer Dieter Traub. „Kündigung ist für die Generation Y immer eine reale Option. Ab einem bestimmten Frustrationslevel wird gekündigt, selbst wenn noch keine neue Stelle gefunden ist.“

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Die hohen Ansprüche und das Wissen um die guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt verleiten vor allem viele Junge dazu, nach besseren Stellen zu suchen. 34,4 Prozent der Beschäftigten zwischen 20 und 29 Jahren suchen aktiv nach einer neuen Stelle und 64,8 Prozent dieser Altersgruppe schätzen ihre Chance, einen neuen Job zu finden, als „sehr gut“ oder „eher gut“ ein.

Von den 50- bis 65-Jährigen mit festem Job sind nur 16,8 Prozent aktiv auf Jobsuche. Sie sind auch wesentlich pessimistischer, was ihre Chance angeht. 70,1 Prozent der 50plus-Arbeitnehmer sehen eine „eher schlechte“ oder „sehr schlechte“ Chance, etwas Neues zu finden.

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