Deloitte Millennial Survey: Junge Deutsche wollen nicht Chef werden

Deloitte Millennial Survey: Junge Deutsche wollen nicht Chef werden

Im internationalen Vergleich sind vor allem junge deutsche Frauen relativ unambitioniert. Dazu kommt ein wachsender moralischer Anspruch an die Wirtschaft, wie eine Umfrage zeigt.

Der deutschen Jugend kommt offenbar der Ehrgeiz abhanden. Vor allem junge Frauen in Deutschland streben selten eine Führungsposition an. Das ist ein zentrales Ergebnis des „Delloitte Millenial Survey 2015“.

Die Umfrage im Auftrag des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte fasst die Erfahrungen und Erwartungen von 7806 nach 1982 geborenen jungen Erwachsenen in 29 Ländern aller Kontinente zusammen. Drei Viertel von ihnen arbeiten in größeren Organisationen mit mehr als 100 Beschäftigten.

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In Deutschland wünscht sich nicht einmal jede dritte junge Frau (29 Prozent) eine leitende berufliche Position. Unter den jungen deutschen Männern sind es 46 Prozent. Im internationalen Vergleich gehören die Deutschen damit zu den am wenigsten Ehrgeizigen. In den untersuchten asiatischen Ländern Singapur, Südkorea, Malaysia, Thailand und China streben dagegen im Schnitt 70 Prozent der Befragten eine Führungsposition in ihrer Organisation an.

Worauf die Deutschen bei einem neuen Job Wert legen

  • Kollegen

    97 Prozent der 2014 von forsa befragten 2.001 Bundesbürger sagten, dass sie bei einem neuen Job sehr viel Wert auf angenehme Kollegen legen.

  • Sicherheit

    Nur knapp dahinter folgt der sichere Arbeitsplatz, den 96 Prozent als sehr wichtig erachten.

  • Wertschätzung

    95 Prozent wünschen sich Respekt und Anerkennung durch die Vorgesetzten.

  • Geld

    Ein gutes Gehalt ist 93 Prozent wichtig beziehungsweise sehr wichtig.

  • Abwechslung

    90 Prozent wünschen sich von der neuen Stelle, dass sie abwechslungsreiche Tätigkeiten mit sich bringt.

  • Arbeitsvertrag

    Für 89 Prozent ist es wichtig bis sehr wichtig, dass der neue Job unbefristet ist.

  • Soziales und Entwicklung

    88 Prozent der Befragten sagten, dass ihnen die Moralvorstellungen und das Leitbild des Unternehmens wichtig sind. Ebenfalls 88 Prozent legen sehr großen Wert darauf, dass sie Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im neuen Unternehmen haben.

  • Arbeitszeit

    Flexible Arbeitszeiten wünschen sich 70 Prozent im neuen Job.

  • Incentives

    Wichtig beziehungsweise sehr wichtig finden 65 Prozent Mehrwertleistungen des Unternehmens wie beispielsweise eine Betriebsrente, Mitarbeiterrabatte oder einen Dienstwagen.

  • Boni

    64 Prozent wünschen sich, im neuen Unternehmen für besonders gute Leistungen auch Bonuszahlungen zu bekommen.

  • Aufstiegsmöglichkeiten

    59 Prozent wünschen sich im neuen Job Führungsverantwortung zu übernehmen, zumindest aber, Projektleiter zu werden.

Kritik am Profitstreben

Der schwache Ehrgeiz der jungen Deutschen ist mit einem hohen moralischen Anspruch verbunden, der allerdings in anderen Ländern noch ausgeprägter ist. Von Unternehmen wird gesellschaftliches Engagement verlangt. Eine Mehrheit der jungen Deutschen von 62 Prozent kritisiert, dass wichtige Unternehmen in erster Linie profitgetrieben wirtschaften. Im internationalen Durchschnitt kritisieren dies sogar 75 Prozent.

43 Prozent der jungen Deutschen glauben, dass Unternehmen die gesellschaftliche Wirklichkeit stärker bestimmen als die Regierung. Das Verhalten von Firmen bewerten 39 Prozent der Deutschen als ethisches Statement. Von deren führenden Mitarbeitern erwarten sie dementsprechend, dass sie mithelfen, die Gesellschaft zu verbessern.

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„Die Millenials glauben in ihrer übergroßen Mehrheit, dass die Wirtschaft einen Neuanfang  braucht, sowohl was die Aufmerksamkeit für Menschen und Ziele angeht, als auch ihre Produkte und Gewinne betreffend“, heißt es gleich im ersten Satz der Studie.

Die Botschaft sei eindeutig, sagt Deloitte-CEO Barry Salzberg: Wenn sie auf ihre Karriere-Ziele schauen, interessieren sich die Millenials heute ebenso sehr dafür, wie ein Unternehmen seine Menschen entwickelt und zur Gesellschaft beiträgt, als auch für die Produkte und den Gewinn“.

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