Keine Vorstellung vom Job: Was macht eigentlich ein Schreiner oder Bürokaufmann?

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Keine Vorstellung vom Job: Was macht eigentlich ein Schreiner oder Bürokaufmann?

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Viele haben keine Ahnung, was ein Schreiner oder ein Bürokaufmann tun muss.

Viele Jugendliche entscheiden sich für einen Beruf ohne zu wissen, was zum Job gehört. Ausschlaggebend ist für viele nur das Gehalt. Kein Wunder, dass die Eltern oft bei der Ausbildungsplatzsuche helfen müssen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, aus der die "Welt" zitiert, wirft ein schlechtes Bild auf die Fachkräfte von morgen. Die Umfrage im Auftrag der Bundessteuerberaterkammer zeigt, dass Jugendlichen wenig Ahnung vom späteren Berufsleben haben.

Nicht einmal die Hälfte der befragten 15- bis 25-Jährigen konnte sagen, welche konkreten Aufgaben zum Berufsbild eines Bankkaufmanns oder eines Rechtsanwaltsgehilfen zu haben. Auch was ein Steuerfachangestellter so tut für sein Geld, war einem Großteil ein Rätsel. Nur bei handwerklichen oder Pflegeberufen hatten die Jugendlichen einigermaßen konkrete Vorstellungen vom Arbeitsalltag.

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Gehalt geht vor Anspruch

Das mag daher rühren, dass die Teilnehmer der Umfrage offenbar mehr Interesse am Gehalt denn am Inhalt eines Berufsbildes haben. So sagten 77 Prozent, dass die spätere Bezahlung ein ausschlaggebender Grund für die Berufswahl sei. Dass der Job anspruchsvoll ist, war nur 42 Prozent wichtig. Bei einer erst vor Kurzem veröffentlichten Allensbach-Umfrage im Auftrag der Vodafone Stiftung ergab sich allerdings ein etwas anderes Bild: Demnach war es für je 87 Prozent am wichtigsten, einen Beruf zu haben, „der Spaß macht“.

Das waren die häufigsten Ausbildungsberufe 2013

  • Platz eins

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, belegte der Beruf Kaufmann/-frau im Einzelhandel mit 31.449 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen den Spitzenplatz.

  • Platz zwei

    Auf Platz zwei folgen Verkäufer beziehungsweise Verkäuferin. Bei Frauen belegen Kauffrau im Einzelhandel und Verkäuferin die Plätze eins und zwei bei den Ausbildungsberufen, bei Männern liegt der Kaufmann im Einzelhandel auf Platz zwei, der Verkäufer auf Platz sechs.

  • Platz drei

    Der dritthäufigste Ausbildungsberuf war 2013 der zum Kraftfahrzeugmechatroniker/-in. Bei Männern war dies im letzten Jahr sogar der beliebteste Lehrberuf.

  • Platz vier

    Auf Platz vier folgt der Industriekaufmann beziehungsweise die Industriekauffrau. Bei den Frauen rangiert dieser Beruf auf Platz fünf.

  • Platz fünf

    Platz fünf der beliebtesten Ausbildungsberufe geht an den Bürokaufmann beziehungsweise die Bürokauffrau. Gut ein Fünftel der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge konzentrierte sich auf diese fünf häufigsten Ausbildungsberufe, die bereits seit neun Jahren die Spitzengruppe bilden.

Dahinter rangieren bei Jungen „gutes Einkommen“ (80 Prozent) und „das Leben genießen“ (75), bei Mädchen indes „sicherer Arbeitsplatz“. Und während nur für 21 Prozent der Jungen wichtig ist, anderen Menschen mit ihrem Beruf zu helfen, sind dies bei den Mädchen immerhin 43 Prozent.

Diese Ausbildungsberufe haben die höchsten Abbrecherquoten

  • 51,0

    Am häufigsten werfen junge Menschen die Lehre hin, die Kellner oder Kellnerin werden wollten.

  • 50,9

    50,9 Prozent derjenigen, die eine Ausbildung zum Umzugshelfer begonnen haben, halten nicht durch.

  • 49,5

    Auch den Beruf des Wachmanns haben sich 49,5 Prozent der Auszubildenden offenbar anders vorgestellt, als er letztlich ist.

  • 49,4

    Dichtauf folgen die Köche: Am Herd brechen 49,4 Prozent ihre Ausbildung ab.

  • 45,0

    45 Prozent der Kosmetiker-Azubis halten die Lehre nicht durch.

  • 44,3

    Auch bei den Gebäudereinigern ist die Abbrecherquote mit 44,3 Prozent sehr hoch.

  • 44,2

    Bei den Friseuren werfen 44,2 Prozent der Lehrlinge vorzeitig das Handtuch.

  • 43,7

    Und bei den Lkw-Fahrern brechen 43,7 Prozent vorzeitig ab.

Um herauszufinden, welcher Job den eigenen Interessen entspricht, braucht es jedoch gute Informationsmöglichkeiten und Praktika. Und zumindest an ersterem scheint es zu fehlen. Die Berufswahl fällt fast der Hälfte der Jugendlichen (46 Prozent) ziemlich oder sehr schwer, mehr als ein Drittel (35 Prozent) fühlt sich nur unzureichend über Berufsmöglichkeiten informiert.

Eltern werden zu Berufsberatern

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Oft spielen die Eltern dann für ihre Kinder den Berufsberater. Für knapp zwei Drittel der Eltern (61 Prozent) ist es selbstverständlich, bei der Berufsorientierung ihrer Kinder mitzuwirken. Neben Gesprächen mit der Mutter (von 72 Prozent der Befragten genutzt) und dem Vater (61 Prozent) sind für Schüler Berufswahl-Informationen von Freunden und Bekannten (74 Prozent) oder Internet-Recherchen (63) wichtig.

Eines wissen die Jugendlichen in puncto Berufswahl laut Allensbach-Chefin Renate Köcher allerdings ganz sicher: "Die Mehrheit der Jugendlichen weiß: Nicht das, was meine Eltern machen."

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