Zukunft der Arbeit: Personaler verschlafen mobiles Arbeiten

Zukunft der Arbeit: Personaler verschlafen mobiles Arbeiten

Wer arbeiten darf, wo er will, ist zufriedener und produktiver. Doch viele Unternehmen lassen diese Vorteile ungenutzt, wie eine Studie zeigt.

Die Personalabteilungen deutscher Unternehmen sind sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, Angestellten das Arbeiten außerhalb des Büros zu ermöglichen. Das belegt die Studie „Enterprise Mobility 2015“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens techconsult im Auftrag von Microsoft Deutschland. Dafür wurden Personalverantwortliche in 300 deutschen Unternehmen mit mindestens 250 computerisierten Arbeitsplätzen befragt.

Zwar sind die entscheidenden Vorteile mobiler Arbeit bekannt, vor allem eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter und ein Effizienzgewinn für die Unternehmen. Doch diese Vorteile werden offenbar nicht ergriffen.

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Im Rahmen der ersten Teilstudie wurden Personalabteilungen zu ihren Einschätzungen hinsichtlich Nutzen und Einsatz entsprechender Technologien befragt. Demnach sehen 67 Prozent der Personaler mobiles Arbeiten als ausschlaggebenden Faktor dafür an, dass Projekte zeitsparend umgesetzt werden können.

64 Prozent glauben, dass weniger Projekte scheitern würden, wenn Mitarbeiter durch entsprechende IT-Infrastruktur mobiler arbeiten könnten. 61 Prozent glauben, dass solche Strukturen die Effizienz der Arbeitsabläufe steigern können. Als weitere Vorteile mobilen Arbeitens nannten die Befragten bessere Erreichbarkeit, Kostenreduzierung, schnellere Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse sowie vereinfachten Informationsaustausch.

Besondere Bedeutung hat die Möglichkeit, außerhalb des Büros zu arbeiten, für die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber. 66 Prozent der Personaler sind der Überzeugung, dass Mitarbeiter zufriedener sind, wenn sie mobil arbeiten können.

„Die Ergebnisse der Studie decken sich mit unseren Erfahrungen“, sagt Elke Frank, Direktorin für Personalwesen und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. „Die Einführung einer modernen technischen Infrastruktur reicht aber nicht. Es braucht gleichzeitig einen weitreichenden Führungs- und Kulturwandel innerhalb der Unternehmen. Nur in dieser Kombination kommen die Vorteile flexiblen Arbeitens voll zur Geltung.“

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Ungeachtet der großen Zustimmung zu den Vorteilen offenbart die Studie aber, dass die tatsächliche Einführung mobiler Arbeitstechnik keine Priorität für Personaler hat – auch im Vergleich mit den in weiteren Teilstudien befragten IT- und Marketingabteilungen.

So sehen insgesamt nur 48 Prozent der Personaler einen Bedarf in der Umsetzung einer Mobil-Strategie. Hiermit grenzen sie sich deutlich von der Gesamtheit der Befragten ab: Über alle Fachbereiche hinweg sind 59 Prozent der Befragten überzeugt, zukünftig mobiles Arbeiten zu nutzen.

Die geringe Initiative der HR-Abteilungen spiegelt sich auch darin wider, dass sie es nur in 14 Prozent der Fälle selbst sind, die das Thema Enterprise Mobility treiben. An der Spitze stehen hier mit 61 Prozent und somit großem Abstand die IT-Abteilungen.

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