Ergo: Gewerkschaft fürchtet großen Personalabbau

Ergo: Gewerkschaft fürchtet großen Personalabbau

, aktualisiert 31. Mai 2016, 15:11 Uhr
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Der Versicherungskonzern soll – ähnlich wie die Konkurrenz – näher an den Kunden rücken, indem der Vertrieb agiler und das Unternehmen digitaler wird.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Versicherer Ergo erwartet im laufenden Jahr zum zweiten Mal in Folge rote Zahlen. Im Zuge des Konzernumbaus könnte es zu einem massiven Stellenabbau kommen, fürchtet die Gewerkschaft Verdi.

FrankfurtDie Gewerkschaft Verdi rechnet beim Umbau des zweitgrößten deutschen Versicherers Ergo mit einem massiven Stellenabbau. „Ergo ist in einer schwierigen Situation. Die neue Strategie soll das Unternehmen da herausführen. Das ist leider immer mit negativen Veränderungen für die Arbeitnehmer verbunden“, sagte Verdi-Landesfachbereichsleiter Frank Fassin. Fassin sitzt auch im Aufsichtsrat von Ergo, der am Nachmittag über die Pläne von Vorstandschef Markus Rieß informiert werden soll. Am Mittwoch will Rieß die Strategie in einer Pressekonferenz in Düsseldorf vorstellen.

„Wir erwarten, dass das Unternehmen mit diesen Veränderungen verantwortungsvoll umgeht und auf sozialverträgliche Lösungen setzt“, sagte Fassin. Doch es sei zu befürchten, dass Ergo nicht auf Kündigungen verzichten werde. Für die Münchener-Rück -Tochter arbeiteten Ende des vergangenen Jahres 28.500 Menschen. Ihr Image hatte gelitten, nachdem Lustreisen für erfolgreiche Vertriebsmitarbeiter bekannt geworden waren.

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Rieß war im Herbst vom Marktführer Allianz zu Ergo gewechselt, um das Unternehmen auf Vordermann zu bringen. Er hat bereits große Teile des Vorstands ausgetauscht. Ergo erwartet im laufenden Jahr zum zweiten Mal in Folge rote Zahlen. Das schlägt auch auf die Muttergesellschaft durch. Die Tochter wieder fit zu machen, werde in diesem Jahr zu einer "sehr erheblichen Ergebnisbelastung führen“, warnte Münchener-Rück-Finanzvorstand Jörg Schneider vor kurzem.

Ergo war lange Jahre an der langen Leine geführt worden, bis die Münchener Rück Rieß nach Düsseldorf schickte. Er gehört als erster Ergo-Chef auch dem Vorstand des weltgrößten Rückversicherers an. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Rieß in einem Brief an die Belegschaft seine Pläne umrissen.

Ergo solle - ähnlich wie die Konkurrenz - näher an den Kunden rücken, indem der Vertrieb agiler und das Unternehmen digitaler wird. „Dort, wo wir stark sind - z.B. in Gesundheit Deutschland - wollen wir unsere marktführende Position verteidigen. Dort, wo wir in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren haben, wollen wir wieder zugewinnen“, schrieb er. Dem Druck auf das klassische Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland infolge der niedrigen Zinsen will er mit einer Expansion ins Ausland begegnen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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