Erste Group: Österreichisches Geldhaus mit Gewinnsprung

Erste Group: Österreichisches Geldhaus mit Gewinnsprung

, aktualisiert 04. Mai 2016, 14:37 Uhr
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Mit dem Abschluss des Geschäfts könnte die österreichische Bank endgültig einen Schlussstrich unter die jahrelangen Kontroversen mit der ungarischen Regierung ziehen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die österreichische Erste Group ist der drittgrößte Kreditgeber in Osteuropa. Weil die Risikokosten deutlich gesunken sind, konnte das Geldhaus seinen Gewinnen im ersten Quartal deutlich steigern.

WienDas österreichische Geldhaus Erste Group hat zum Jahresauftakt dank niedrigerer Risikokosten einen Gewinnsprung gemacht. Die Bank profitiere von der anziehenden Wirtschaft in ihren Kernmärkten in Mittel- und Osteuropa, teilte das Institut am Mittwoch mit. Zudem seien mehr Kundenkredite abgeschlossen worden. Belastend auf die Ergebnisse hätten sich dagegen die regulatorischen Kosten, etwa für den Einlagensicherungs- und Abwicklungsfonds, sowie die Bankenabgaben ausgewirkt. Unter dem Strich stieg der Gewinn im ersten Quartal um mehr als 21 Prozent auf 274,7 Millionen Euro.

Das österreichische Institut, das inklusive dem Heimatmarkt in sieben Ländern tätig ist, ist der drittgrößte Kreditgeber in Osteuropa. Erstmals seit Ende 2009 sank der Bestand an faulen Krediten auf unter neun Milliarden Euro beziehungsweise auf 6,7 Prozent des Bruttokreditbestands. Die Risikovorsorgen schrumpfte im ersten Quartal auf 56,4 Millionen Euro von 183,1 Millionen. Dies liegt unter anderem an der Auflösung von hohen Vorsorgen in Rumänien und Ungarn.

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Das operative Ergebnis (Ebit) verringerte sich dagegen auf 620,5 Millionen Euro nach 741,0 Millionen im Jahr davor. Auf das Ergebnis drückten die Bankenabgaben, die sich jedoch insgesamt auf 62,8 (Vorjahr: 91,8) Millionen Euro deutlich verringerten. Zurückzuführen sei dies auf die deutliche Reduktion der ungarischen Bankensteuer. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Institut weiterhin eine Eigenkapitalrendite (bereinigt um immaterielle Vermögenswerte) von zehn bis elf Prozent. Dieser Wert helfe der Bank weiterhin Dividenden auszuschütten, hieß es. Konkrete Angaben machte die Bank aber nicht. Für 2015 hatte die Erste Group 50 Cent je Aktie gezahlt.

Keine Angaben machte die Bank auch zu den zuletzt ins Stocken geratenen Plänen der ungarischen Regierung über einen Einstieg bei der Erste Group Ungarn. Geplant war, dass sich die europäische Entwicklungsbank EBRD und die ungarische Regierung mit jeweils bis zu 15 Prozent an der Ungarn-Tochter der Erste Group beteiligen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde im Februar 2015 unterzeichnet. Wirtschaftsminister Mihaly Varga räumte jedoch kürzlich ein, dass es auf lange Sicht nützlicher sein könnte, die Schulden des Landes zu senken, als 15 Prozent der Anteile an der Erste Bank Ungarn zu erwerben.

Ein Sprecher der Erste Group sagte, dass die Bank keine Signale erhalten habe, dass der Einstieg abgeblasen werde. Auch der Chef der ungarischen Tochter, Radovan Jelasic, zeigte sich noch Mitte April optimistisch, dass der Deal Ende des zweiten Quartals abgeschlossen wird. Ursprünglich sollte die Beteiligung bereits im Vorjahr über die Bühne gebracht werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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