Ethische Banken: Triodos Bank greift Regulierung an

Ethische Banken: Triodos Bank greift Regulierung an

, aktualisiert 26. Februar 2016, 17:06 Uhr
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Die Triodos Bank finanziert nachhaltige Projekte – zum Beispiel auch Investitionen in regenerative Energien. Die vielen neuen EU-Regeln erschweren jedoch die Tätigkeit der Bank.

von Yasmin OsmanQuelle:Handelsblatt Online

Viele neue Regeln machen kleinen Banken das Leben schwer, auch der Triodos Bank. Das das sozial-ökologisch orientierte Institut klagt über die zu viel Regulierung. Anders als die Ethikbank will sie aber nicht streiken.

Niedrigzinsen und immer mehr Vorschriften machen gerade kleinen Kreditinstituten das Leben schwer. Vor kurzem sorgte daher der Streikaufruf der Ethikbank für Furore. Ihr Chef kündigte an wegen der EZB-Geldpolitik im Frühjahr einen Tag streiken zu wollen – und forderte andere Banken zum Mitmachen auf. Diesem Aufruf will die ebenfalls ethisch orientierte Triodos Bank allerdings nicht folgen.
„Wir beabsichtigen so etwas nicht, da wir nicht unsere Kunden für etwas bestrafen wollen, wofür wir den Staat verantwortlich machen“, sagte der Deutschland-Chef von Triodos, Georg Schürmann. Doch die Themen, die ihn umtreiben sind ähnliche. Er fordert: „Die Regulatorik sollte auf den Prüfstand gestellt werden.“ Die Gesellschaft solle sich die Frage stellen, welche Banken sie wolle.

Der Grund für seinen Frust über all die neuen Vorschriften, die nach der Finanzkrise eingeführt wurden: Sie haben in seinen Augen nicht viel bewirkt. Viele der aktuellen Skandale, etwa die „Cum-Ex-Deals“ genannten Aktientransaktionen, bei denen der Staat um Kapitalertragssteuer betrogen wurde, hätten auch nach der Finanzkrise von 2008 stattgefunden. Ein Kulturwandel habe also nicht stattgefunden.
Sein Fazit: „Offensichtlich wurde mit der Regulierung nicht die Wirkung erzielt, die erreicht werden sollte“, so Schürmann. Ein Beleg dafür ist für ihn eine Untersuchung der „Global Alliance for Banking on Values“, einem Netzwerk nachhaltig orientierter Banken. Unter anderem hat sie untersucht, welchen Anteil Kredite für Privatleute und Unternehmen an der Bilanz von Banken haben – einmal bei den global systemrelevanten Banken, einmal bei nachhaltig orientierten Banken.
Das Ergebnis: Diese Werte haben sich trotz der Finanzkrise praktisch nicht verändert. Kredite machen etwa drei Viertel der Bilanzsumme nachhaltiger Banken aus, und nur 40 Prozent bei den globalen Bankenriesen. „Die Geschäftsmodelle sind nach der Finanzkrise nicht angepasst worden“, sagt Schürmann dazu. Stattdessen führten die neu eingeführten Regeln vor allem dazu, dass Banken einem stärkeren Fusionsdruck ausgesetzt seien und stärker gezwungen wären ihre Geschäftsmodelle anzupassen – im Sinne einer stärkeren Kapitalmarktorientierung.

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Einzelne Vorschriften findet Schürmann dabei sinnvoll, etwa strengere Regeln für Bonus-Zahlungen oder die Pflicht, mehr Eigenkapital vorzuhalten. Doch die zahlreichen Meldepflichten, die auch für kleine Häuser gelten, stören ihn. Da sollten die Bankenaufseher seiner Meinung nach stärker zwischen großen und kleinen Häusern differenzieren, meint er.

Quelle:  Handelsblatt Online
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