Euronext: Kleine Börse gerät unter Zugzwang

Euronext: Kleine Börse gerät unter Zugzwang

, aktualisiert 13. Mai 2016, 12:06 Uhr
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Die Wachstumspläne von Euronext fallen weniger ambitioniert aus.

Quelle:Handelsblatt Online

Gelingt die Fusion zwischen der Frankfurter und der Londoner Börse, wird das Geschäft für den kleinen Wettbewerber Euronext noch schwieriger. Ein neuer Strategieplan zeigt, was man sich in den kommenden Jahren zutraut.

Frankfurt/ParisDie Fusionspläne der Börsen in Frankfurt und London setzen auch den kleinen europäischen Rivalen Euronext unter Zugzwang. Das Unternehmen hält eigenen Angaben zufolge nach Zukäufen Ausschau. Angesichts der Umwälzungen in der Branche würden alle möglichen Gelegenheiten geprüft, teilte das Management am Freitag mit. Dazu zählte es auch Geschäfte, die im Zuge des geplanten Zusammenschlusses von Deutscher Börse und Londoner Börse (LSE) abgegeben werden könnten.

Euronext betreibt die Handelsplätze in Paris, Amsterdam, Brüssel, London und Lissabon. Die Mehrländerbörse war im April 2007 von der amerikanischen Börse NYSE übernommen worden. Die NYSE wiederum wurde vom Börsenriesen ICE geschluckt – und der machte die Übernahme rückgängig und brachte die Euronext 2014 erneut an den Markt. Im Lager der Deutschen Börse wird die Geschichte der Euronext deshalb gerne als warnendes Beispiel dafür angeführt, welche Konsequenzen eine Übernahme durch die US-Konkurrenz haben kann.

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Gelingt die 25 Milliarden Euro schwere „Fusion unter Gleichen“ von Deutscher Börse und LSE, dann wäre die Euronext mit einem Börsenwert von rund 2,6 Milliarden Euro nur noch ein kleiner Fisch. Auch der Spielraum für Zukäufe der Mehrländerbörse ist eingeschränkt. So hat die Euronext angekündigt, dass sie bis 2019 für Akquisitionen rund 150 Millionen Euro ausgeben möchte. Die Deutsche Börse hatte im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro für Zukäufe aufgebracht.

Auch die Wachstumspläne von Euronext fallen weniger ambitioniert aus. Einem neuen Strategieplan zufolge sollen die Umsätze im Kerngeschäft in den kommenden drei Jahren jeweils um zwei Prozent zulegen. Dieses Ziel beziehe sich aber nicht auf die Abwicklungsgeschäfte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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