Europäische Zentralbank: „Derzeit kein Plan“ zur Verschärfung von Strafzinsen

Europäische Zentralbank: „Derzeit kein Plan“ zur Verschärfung von Strafzinsen

, aktualisiert 20. Mai 2016, 13:53 Uhr
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Eine Verschärfung der Strafzinsen für Banken ist bei der EZB derzeit angeblich kein Thema.

Quelle:Handelsblatt Online

„Im Prinzip“ sind verschärften Strafzinsen für Banken möglich, erklärt EZB-Direktor Benoit Coeure. Pläne dafür gäbe es aber nicht. Und der slowakische EZB-Rat Makuch empfiehlt für die Zukunft unorthodoxe Methoden.

FrankfurtEine Verschärfung des Strafzinses für Banken steht laut EZB-Direktor Benoit Coeure derzeit nicht auf der Agenda. Ein solcher Schritt sei zwar „im Prinzip möglich“, sagte der Franzose der japanischen Zeitung „The Yomiuri Shimbun“ vom Freitag: „Aber es gibt derzeit keinen Plan, dies zu tun.“ Der Einlagensatz der EZB liegt derzeit bei minus 0,4 Prozent. Das bedeutet, dass Finanzinstitute draufzahlen, wenn sie über Nacht Geld bei der Zentralbank parken. Dieser Strafzins stößt bei Geldhäusern und Investoren auf Kritik, insbesondere in Deutschland. Auch EZB-Ratsmitglied Jozef Makuch plädiert in Sachen Zinsen für eine Politik der ruhigen Hand.

Der Spielraum zur Anwendung konventioneller Instrumente sei fast ausgeschöpft, sagte der slowakische Notenbankchef auf einer Finanzkonferenz. Falls es für die Europäische Zentralbank (EZB) künftig nötig werden sollte, geldpolitisch nachzulegen, sollte sie sich auf unorthodoxe Methoden konzentrieren.

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Die Währungshüter hatten ab April ihre monatlichen Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren auf rund 80 Milliarden Euro aufgestockt. Sie wollen demnächst auch Firmenanleihen erwerben, um der Wirtschaft einen Extra-Schub zu verleihen. So wollen sie dafür sorgen, dass die Anleihezinsen sinken. Unternehmen können sich dann günstiger finanzieren, was der Konjunktur zugutekommen soll.

Das litauische EZB-Ratsmitglied Vitas Vasiliauskas sagte Reuters jüngst, bei Bedarf könne die EZB auf neue Anlageklassen zurückgreifen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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