Europäische Zentralbank: Draghi fordert gemeinsamen Abbau von Problemkrediten

Europäische Zentralbank: Draghi fordert gemeinsamen Abbau von Problemkrediten

, aktualisiert 07. November 2017, 11:00 Uhr
Bild vergrößern

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) fordert größere Anstrengungen zum Abbau von Problemkrediten.

Quelle:Handelsblatt Online

EZB-Chef Mario Draghi fordert gemeinsame Anstrengungen zum Abbau fauler Kredite. Das Problem ist demnach nicht behoben und hemmt das Wachstum. Direktorin Lautenschläger sieht die Wirtschaft dagegen auf einem guten Kurs.

FrankfurtDer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat zu gemeinsamen Anstrengungen zum Abbau des Milliardenbergs an faulen Krediten in den Bilanzen der Geldhäuser im Euro-Raum aufgerufen. Obgleich die Bestände an faulen Darlehen bei großen Geldhäusern abgenommen hätten, sei das Problem noch nicht behoben, sagte Draghi am Dienstag auf einer Konferenz zur Bankenregulierung in Frankfurt.

Viele Banken seien immer noch nicht in der Lage, große Verluste zu verkraften. Denn bei ihnen sei unter anderem das Verhältnis von faulen Krediten zum Kapital hoch. Das Problem der faulen Kredite anzugehen sei gegenwärtig das wichtigste Thema.

Anzeige

Geldhäuser im Währungsraum schleppen als Hinterlassenschaft der Finanz- und Wirtschaftskrise immer noch 844 Milliarden Euro an faulen Krediten mit sich herum. Damit nimmt tendenziell die Bereitschaft der Banken ab, neue Kredite auszureichen, was das Wirtschaftswachstum bremst. Banken, Aufseher, Regulatoren und nationalen Behörden müssten gemeinsam das Problem geordnet angehen, forderte Draghi. Vor allem müsse ein Umfeld geschaffen werden, indem Problemkredite wirksam abgebaut werden können.

Die deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat unterdessen den jüngsten Beschluss der Zentralbank kritisiert, beim Eindämmen der Geldflut kein Enddatum zu setzen. Angesichts des Aufschwungs in der Euro-Zone hätte sie sich einen „deutlichen Ausstieg“ gewünscht, sagte sie Bloomberg TV. Allerdings sei es richtig gewesen, das Volumen der Käufe ab Januar 2018 zu drosseln.

Die Währungshüter hatten auf ihrer Sitzung im Oktober beschlossen, ab Anfang kommenden Jahres das monatliche Kaufvolumen ihres vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkaufprogramms auf 30 Milliarden Euro zu halbieren. Die Geschäfte sollen aber bis mindestens Ende September 2018 fortgesetzt werden.

Die Inflation liegt mit zuletzt 1,4 Prozent immer noch weit vom EZB-Ziel einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent entfernt. Lautenschläger sagte, sie sei „sehr zuversichtlich“, dass die Teuerungsrate angesichts des Aufschwungs in der Euro-Zone anziehen werde. Sie verwies darauf, dass die Wirtschaft bereits 17 Quartale in Folge wachse und sich die Lage am Arbeitsmarkt aufgehellt habe.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%