Europäische Zentralbank: EZB erwartet weitere Milliarden-Strafen für Banken

Europäische Zentralbank: EZB erwartet weitere Milliarden-Strafen für Banken

, aktualisiert 23. Mai 2016, 13:56 Uhr
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Die EZB glaubt, dass auf die europäischen Banken in den kommenden Jahren zusätzliche Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten von rund 50 Milliarden Dollar zukommen könnten.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Europäische Zentralbank glaubt an weitere Milliardenstrafen für viele Geldhäuser aus Großbritannien und aus der Euro-Zone. Deutsche Bank-Chef Cryan schwant deshalb für 2016 Böses.

FrankfurtEuropäische Banken müssen sich aus Sicht der EZB noch über Jahre auf milliardenschwere Strafzahlungen einstellen. „Obwohl viele Fälle abgeschlossen oder mit Vergleichen aus der Welt geschafft wurden, erwarten wir weiterhin gewaltige Kosten für Fehlverhalten in der Vergangenheit“, erklärte die Europäische Zentralbank am Montag. Die Zahlen europäischer Banken Ende 2015 deuteten darauf hin, dass auf sie in den kommenden Jahren zusätzliche Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten von rund 50 Milliarden Dollar zukommen könnten. Der Höhepunkt der Belastungen sei für viele Geldhäuser aus Großbritannien und aus der Euro-Zone wohl noch nicht erreicht. „Das legt nahe, dass der Druck auf die Gewinne der Banken hoch bleibt.“

In der Bundesrepublik haben die Deutsche Bank und die Commerzbank seit der Finanzkrise Milliarden-Strafen gezahlt, unter anderem wegen der Manipulation von Referenzzinssätzen oder Verstößen gegen US-Sanktionen. Die Deutsche Bank will ihre größten offenen Rechtsstreitigkeiten – etwa Hypothekengeschäfte in den USA und Geldwäsche-Vorwürfe in Russland – möglichst noch in diesem Jahr aus der Welt schaffen. Das werde 2016 noch einmal zu „weiteren Belastungen“ führen, warnte Vorstandschef John Cryan vergangene Woche. Einige Banker hoffen, dass die Strafzahlungen acht Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise peu a peu zurückgehen.

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Laut EZB haben europäische Banken seit dem Ausbruch der Finanzkrise rund 160 Milliarden Dollar für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt. Etwa die Hälfte ihrer ausgewiesenen Gewinne von 2008 bis 2015 gingen damit für Rückstellungen, Vergleiche und Strafzahlungen drauf. Bei der Deutschen Bank und der Schweizer Großbank UBS waren die Belastungen durch Rechtsfälle in diesem Zeitraum deutlich höher als die erzielten Gewinne.

Für 26 ausgewählte globale Großbanken beliefen sich die Kosten für Strafen, Vergleiche und Rechtsstreitigkeiten seit 2008 auf rund 275 Milliarden Dollar. Die höchsten Strafen gab es dabei 2013 und 2014, seitdem nehmen die Strafzahlungen ab. „Diese Entwicklung ist vor allem auf US-Banken zurückzuführen, die früher und in größerem Umfang mit Kosten für Rechtsstreitigkeiten konfrontiert wurden als ihre europäischen Pendants“, erklärte die EZB. Über 80 Prozent der Kosten für Strafen und Vergleiche wurden von US-Behörden herbeigeführt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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